Justiz
Mann gesteht, junge Mutter aus Ostfriesland getötet zu haben
Ein 34-Jähriger hat im Dezember in Brake eine 26-jährige Bunderin erstickt. Das gab er am Dienstag beim Mord-Prozess in Oldenburg zu. Von Mord will seine Rechtsanwältin allerdings nicht sprechen.
Oldenburg/Brake/Bunde - Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Oldenburg hat am Dienstag der Mord-Prozess gegen einen 34-jährigen Mann aus Brake begonnen. Er soll am 10. Dezember vergangenen Jahres eine 26 Jahre alte Mutter aus Bunde mit einem Handtuch erstickt und eine heute gleichaltrige Nachbarin mit einem Messer knapp über dem linken Auge und am Hals verletzt haben. Auch sie habe der Angeklagte töten wollen, schreibt die Staatsanwaltschaft Oldenburg in der Anklageschrift.
Was die Tötung anging, legte der Angeklagte zu Prozessbeginn über seine Rechtsanwältin grundsätzlich ein Geständnis ab: Ja, er habe die Frau mit dem Handtuch erstickt. Von Mord wollte die Juristin aber nicht sprechen: „Nicht immer ist es Mord, wenn ein Mensch zu Tode kommt, und nicht immer ist es versuchter Mord, wenn ein Mensch schwer verletzt wird.“ Sie unterstellte der Staatsanwaltschaft, die Anklage sei „in Teilen fehlerhaft“.
In der Tat unterschieden sich die Vorwürfe der Ankläger und die von der Rechtsanwältin vorgetragene Schilderung ihres Mandanten stark: Laut Staatsanwaltschaft soll die Bunderin schlafend im Bett gelegen haben, als der 34-Jährige sie erstickte. Arg- und wehrlos sei die Frau gewesen, die Tat also weder habe kommen sehen noch abwenden können. Dem Angeklagten zufolge habe er ihr das Handtuch aufs Gesicht gepresst, als sie in der Wohnung schreiend versucht habe, auf sich aufmerksam zu machen. Der Grund: Nach dem einvernehmlichem Sex habe er ihr eröffnet, sich selbst das Leben nehmen zu wollen – und den Wunsch geäußert, sie zu fesseln, damit sie während des Selbstmords bei ihm bleibe.
Getötete Ostfriesin: Jetzt beginnt der Mord-Prozess
Das Urteil ist gefallen