Synode

Mit Photovoltaik auf Kirchen zu mehr Klimagerechtigkeit

| | 05.05.2022 18:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden (von links), Brot-für-die-Welt-Präsidentin Dr. Dagmar Pruin, Präses Norbert Nordholt sowie Vizepräsident Helge Johr stellten am Donnerstag vor, wie sich die reformierte Kirche in Zukunft verstärkt für die Klimagerechtigkeit einsetzen möchte. Foto: Tomé
Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden (von links), Brot-für-die-Welt-Präsidentin Dr. Dagmar Pruin, Präses Norbert Nordholt sowie Vizepräsident Helge Johr stellten am Donnerstag vor, wie sich die reformierte Kirche in Zukunft verstärkt für die Klimagerechtigkeit einsetzen möchte. Foto: Tomé
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Vor allem sakrale Gebäude tragen zum Klimawandel bei, hat eine Untersuchung der reformierten Kirche ergeben. Das soll sich ändern. Bei der Synode in Emden geht es um die Frage, wie das gelingen kann.

Emden - Die Zukunft der reformierten Kirche soll verstärkt im Zeichen der Klimagerechtigkeit stehen. Das ist das prägende Thema der Gesamtsynode, zu der am Donnerstag und Freitag Vertreterinnen und Vertreter der reformierten Kirchen aus weiten Teilen Deutschlands nach Emden angereist sind. „Wir fühlen uns der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet“, sagte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden. „Wir müssen uns für globale Gerechtigkeit einsetzen.“

Was und warum

Darum geht es: die Gesamtsynode in Emden unter dem Thema der Klimagerechtigkeit

Vor allem interessant für: Mitglieder der evangelischen Kirche sowie alle, die sich für Themen rund um den Klimaschutz interessieren

Deshalb berichten wir: Die Gesamtsynode tagt am Donnerstag und Freitag in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden und hatte die Presse zu einem Gespräch eingeladen.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de

Wie genau die reformierten Kirchengemeinden dazu beitragen können, machte Vizepräsident Helge Johr deutlich. Demnach seien es pro Jahr rund 5000 Tonnen CO2, die die Kirchengemeinden auf verschiedenen Wegen ausstoßen. Ein Großteil davon, rund 75 Prozent, verursachen die Gebäude der Kirchengemeinden. Dazu zählen nicht nur die Kirchen selbst, sondern auch Gemeindehäuser und beispielsweise Kindergärten. Besonders groß sei das Einsparpotenzial bei den sakralen Gebäuden, die häufig aber auch unter Denkmalschutz stehen und die Gemeinden damit vor besondere Herausforderungen stellen, wenn es um energetische Sanierungen geht.

Bis 2045 klimaneutral

Das große Ziel der reformierten Kirche ist, sich bis 2035 zu 90 Prozent klimaneutral aufzustellen. Die restlichen zehn Prozent sollen bis 2045 erreicht sein. Neben einer Erhebung des Ist-Zustands liegt bereits ein Maßnahmenkatalog mit möglichen Einsparpotenzialen vor. Das Spektrum reicht von der Aufgabe einzelner Gebäude bis hin zur Installation von Photovoltaik-Anlagen. Auch eine vorsichtige Kostenprognose steht im Raum. Demnach sollen rund vier Millionen Euro investiert werden, um die Ziele zu erreichen.

Die Tagung in Emden soll vor allem die Vertreter der Gemeinden für das Thema sensibilisieren und ihnen durch einen Beschluss der Synode einen Auftrag dafür mitgeben. „Wir wollen diesen Prozess aber nicht vorgeben, sondern miteinander auf den Weg bringen“, so Bei der Wieden. Mit Hilfe eines Planspiels sollen die Beteiligten das nötige Handwerkzeug dafür bekommen, die Ideen in den eigenen Gemeinden zu diskutieren und letztlich auch auf den Weg zu bringen. Die Bereitschaft, etwas zu verändern, sei da, so Helge Johr. Doch das nötige Wissen und die bisherigen Erfahrungen mit dem Thema seien sehr unterschiedlich von Gemeinde zu Gemeinde. „Wir müssen auch an Konfliktlösungsmechanismen arbeiten“, sagte Präses Norbert Nordholt.

Kein Wandel, sondern eine Krise

Wie wichtig es ist, dem Klimawandel zu begegnen, machte Dr. Dagmar Pruin deutlich. Die in Leer geborene Theologin ist seit März 2021 Präsidentin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt und war als Referentin in Emden zu Gast.

Klimawandel sei nicht der Begriff, den sie verwende. Vielmehr handele es sich um eine Klimakrise oder gar Katastrophe, die vor allem diejenigen hart treffe, die am wenigsten dazu beitragen.

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