Nachforschung  Bernhard Bavink – Ein umstrittener Sohn der Stadt Leer?

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 10.05.2022 13:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach Bernhard Bavink ist in Leer eine Straße benannt. Foto: Ortgies/Archiv
Nach Bernhard Bavink ist in Leer eine Straße benannt. Foto: Ortgies/Archiv
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Leer war einst so stolz auf den in der Stadt geborenen Bernhard Bavink, dass man eine Straße nach ihm benannte. Alt-Bürgermeister Wolfgang Kellner sieht das kritisch.

Leer - Auf den 1879 in Leer geborenen Naturphilosophen Bernhard Bavink war man in Leer einmal so stolz, dass man unter anderem eine Straße nach ihm benannte. Ob das seinerzeit die richtige Entscheidung war, stellt Alt-Bürgermeister Wolfgang Kellner heute in Frage. Er hat drei Jahre lang zum Leben und zur Haltung von Bavink geforscht – und ist zu dem Schluss gekommen, dass er den Nationalsozialisten sehr nahe stand. Er schreibt ihm und seinen Mitstreitern eine antidemokratische Haltung, Antisemitismus, Rassenideologie und eine Biologisierung der Politik zu.

Am 20. Mai stellt Wolfgang Kellner sein Buch „Vergiftetes Denken" vor. Foto: Nording/Archiv
Am 20. Mai stellt Wolfgang Kellner sein Buch „Vergiftetes Denken" vor. Foto: Nording/Archiv

Zusammengefasst hat Kellner die Ergebnisse seiner Forschung in dem Buch „Vergiftetes Denken“. Am Freitag kommender Woche, 20. Mai, wird er es im Foyer der Sparkasse (Eingang Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße) vorstellen. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Abend wird musikalisch durch das Trompeten- und Saxofon- Ensemble „Euroklang“ begleitet. Eine Anmeldung sei nicht nötig, teilt Kellner mit. Es werde aber auf die Einhaltung der dann geltenden Corona-Maßnahmen geachtet.

Ein Thema an diesem Abend könnte auch der weitere Umgang mit der Erinnerung an diesen Sohn der Stadt sein. Eine Online-Umfrage der Ostfriesen-Zeitung hatte Anfang des Jahres ergeben, dass mit 46 Prozent die meisten der Teilnehmer eine Umbenennung der Bavinkstraße wollen. 41 Prozent waren dagegen und 13 Prozent war es egal. In Bielefeld ist vor gut 25 Jahren die damalige Bavink-Schule, an der er lange Lehrer war, in „Gymnasium am Waldhof“ umbenannt worden.

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