Mühle in Pewsum  20.000 Euro für Sofortmaßnahmen

| | 10.05.2022 15:02 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn es regnet, läuft das Wasser durch das beschädigte Reetdach ins Innere der Pewsumer Mühle. Erste Gegenmaßnahmen schlagen bereits mit 20.000 Euro zu Buche. Foto: Wagenaar/Archiv
Wenn es regnet, läuft das Wasser durch das beschädigte Reetdach ins Innere der Pewsumer Mühle. Erste Gegenmaßnahmen schlagen bereits mit 20.000 Euro zu Buche. Foto: Wagenaar/Archiv
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Die Mühle Pewsum wurde provisorisch abgedichtet. Eine Sanierung scheint dennoch unumgehbar. 20.000 Euro haben die Maßnahmen bislang schon gekostet.

Pewsum - Schimmel und Feuchtigkeit, die zum Teil aus den Wänden herausläuft: Die Mühle Pewsum ist in einem schlechten Zustand. Wie schlecht, das weiß noch niemand so genau. Zwar hat die Gemeinde Krummhörn, der das historische Gebäude gehört, angekündigt, Gelder für einen Gutachter in den Haushalt einzustellen. Wann der Haushalt aber beschlossen wird und ob die Gelder dann auch wirklich eingestellt werden, ist noch unbekannt.

Dennoch ist die Gemeinde, nachdem der Heimatverein Krummhörn erneut Alarm geschlagen hatte, tätig geworden. Der Heimatverein betreut die Mühle und das zugehörige Museum. Laut Fritz Harders, Sprecher der Gemeinde Krummhörn, wurde eine Firma beauftragt. „Die Mühle ist abgedichtet worden, so dass kein Regenwasser mehr eindringen kann. Das ist aber noch nicht Teil der grundlegenden Sanierung“, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Kosten für die bisherigen Arbeiten würden sich auf rund 20.000 Euro belaufen. Laut Beschluss des Verwaltungsausschusses sollen 70.000 Euro für ein Gutachten zur Mühle in den Haushalt eingestellt werden. Damit würden schon 90.000 Euro zu Buche schlagen, ohne dass die grundlegende Sanierung begonnen hat.

Wenig Spielraum, da kein Platz

Für den Heimatverein Krummhörn ist aber klar, dass etwas passieren muss. Schon im Wahlkampf im vergangenen Jahr wiesen Vereinsvertreter immer wieder auf die Verantwortung der Gemeinde gegenüber der Mühle, aber auch gegenüber der Manningaburg hin. Die historische Burg, die ebenfalls vom Heimatverein betreut wird, findet sich in direkter Nähe zum Rathaus – und auch hier war eine Wand feucht. „Die wurde mittlerweile gestrichen“, so Detlef Meyer-Rongelraths vom Heimatverein gegenüber unserer Redaktion. Auch die Heizungsanlage in der Burg sei erneuert worden. Hier erhofft sich der Verein eine grundlegende Verbesserung der Situation in dem alten Gebäude.

Eine Heizung gibt es in der Mühle allerdings nicht. „Gerade ist es trocken, das hilft natürlich“, so Meyer-Rongelraths. Von einer Entwarnung könne aber nicht die Rede sein. Ein paar Bilder seien durch Schimmel und Feuchtigkeit schon zerstört worden. Wirklich Platz, um viele Exponate aus der Mühle herauszuholen, gebe es aber nicht. „Wir können die großen Ausstellungsstücke ja nirgends unterbringen“, gibt Meyer-Rongelraths zu bedenken.

Mühlenfest findet statt – ohne Mühle

Solange die Sanierung der Mühle nicht geklärt ist, sieht sich der Verein also weiter mit Unsicherheit konfrontiert. Die ursprünglich für den 1. Mai vorgesehene Öffnung der Mühle wurde schon abgesagt, wahrscheinlich wird das Mühlenmuseum das ganze Jahr über nicht öffnen. „Aber das Mühlenfest wollen wir dennoch feiern“, so Meyer-Rongelraths. „Nur eben ein Mühlenfest ohne Mühle.“ Dies soll am 6. Juni auf dem Gelände rund um den Galerieholländer stattfinden. Geplant ist unter anderem ein großer Flohmarkt, aber auch Musik und weitere Aktionen soll es geben.

Geöffnet hat mittlerweile auch die Manningaburg wieder für Besucher. Die Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr; mittwochs und freitags von 10 bis 14 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Montags ist Ruhetag. „Dank der Unterstützung der Gemeinde können wir diese Öffnungszeiten anbieten“, sagt Meyer-Rongelraths. An diesem Sonntag, 15. Mai, wird anlässlich des Internationalen Museumstages die Burg bereits ab 11 Uhr geöffnet – bei freiem Eintritt. Bereits an diesem Freitag, 13. Mai, lesen ostfriesischen Autoren Silke Arends und Lübbert R. Haneborger ab 19.30 Uhr in der Burg Texte aus ihrem Krimi-Sammelband „13 Mythen – 13 Verbrechen“. Karten für den Leseabend gibt es für 10 Euro beim Heimatverein Krummhörn. Um Anmeldung bei Susanne Rongelraths unter Telefon 04923/910114 oder per E-Mail an rongel.friesen@t-online.de wird gebeten.

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