Tourismus in der Krummhörn Zu Lande, aber nicht zu Wasser?
In der Krummhörn gibt es an den Kanälen viele öffentliche Bootsanleger. Dennoch ist Bootstourismus noch ein Nischenthema. Warum eigentlich?
Krummhörn - Mit viel ehrenamtlichem Engagement hat die Visquarder Seniorengruppe zusammen mit der Ortswehr jüngst einen kleinen „Dorfplatz“ in bester Lage fertiggestellt: genau dort, wo sich Greetsieler Tief und Visquarder Ring treffe, ganz idyllisch am Bootsanleger.
Was und warum
Darum geht es: In Visquard wurde der Platz am Bootsanleger hübsch gemacht.
Vor allem interessant für: Bootjefahrer
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie es um den Bootstourismus in der Krummhörn bestellt ist. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Zur Einweihung gab es Bootstouren für die Kinder des Ortes. Dort, wo früher die Kähne hielten, mit denen Waren in die Dörfer der Gemeinde Krummhörn gebracht wurden. Die Warenkähne gibt es nicht mehr, dafür sind „Bootjefahrer“ überall in Ostfriesland unterwegs. Doch auch in der Krummhörn?
Kein Paddel- und Pedal in der Krummhörn
Natürlich, denn Anlegestellen gibt es genügend. „Neben dem neuen Bootsanleger in Visquard gibt es Hafensteganlagen in Pilsum, Greetsiel und Grimersum, zudem Kanuanleger in Campen, Upleward, Pewsum, Manslagt, Eilsum und Grimersum“, teilt die Krummhörner Tourismus-Gesellschaft auf Anfrage mit.
Eigentlich gute Voraussetzungen, dennoch sei der Bootstourismus „momentan eine touristische Nische in der Krummhörn, die generell touristisches Potenzial besitzt, um ausgebaut zu werden“, so die Fachleute weiter. Dazu müsste man, so lässt sich die Antwort weiter zusammenfassen, aber erstmal mit allen reden, die beim Thema Wasserwege etwas mitzureden haben und dann schauen, was möglich wäre. „Wichtig wäre ein Strategieplan für den Wassertourismus in der Krummhörn, mit konkreter Zielbenennung.“ Konkrete Pläne gibt es aber offenbar nicht, einen solchen Strategieplan zu erstellen.
Verwunderlich ist es allerdings tatsächlich, dass es beispielsweise keine Paddel- und Pedal-Stationen in der Krummhörn gibt. Dabei sei dies touristisch „sicher ganz spannend, zumal man sowohl nach Emden wie nach Norden und ans Große Meer Anknüpfungspunkte hätte“, so die Touristiker. Allerdings wäre es „mit einer Station in der Krummhörn nicht getan, da diese Stationen eigentlich erst dann gute Entwicklungsmöglichkeiten haben, wenn sie in einem Netz von Stationen eingebunden sind“. Ungefähr alle sechs Kilometer müsste eine Station kommen, damit vom Boot regelmäßig auf das Fahrrad gewechselt werden kann. „Der Strategieplan für den Wassertourismus müsste also nicht nur Ziele benennen, sondern diese auch mit Prioritäten versehen, damit hier auf Sicht ein weiterer touristischer Schwerpunkt entstehen kann“, so die Touristiker abschließend.