Wochenglosse  Lockruf des Geraniums: Sag mir, wer die Blumen kauft

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Eine Kolumne von Karin Lüppen
| 21.05.2022 10:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Endlich gibt es wieder Garten- und Blumenmärkte unter freiem Himmel. Das wurde Zeit, denn die Storschnabelsammlung ruft nach Vollendung. Eine Glosse.

Derzeit erfreuen zahlreiche Blumen- und Pflanzenmärkte das Herz der Gartenfreunde. Zwei Jahre lang waren sie genötigt, ihre Moneten in Gartencentern und Gärtnereien für Stauden, Sommerblumen und Sträucher auf den Kopf zu hauen. Viel schöner ist es allerdings, diese unter freiem Himmel zu kaufen oder zu tauschen. Ein Pflanzenmarkt hat den Vorteil, dass man ausschließlich auf andere Hobbygärtner trifft und seinen Smalltalk nicht an Leute vergeudet, die nur wegen einer vergoldeten Schlauchkupplung in den Gartenmarkt gekommen sind und von Grünzeug keine Ahnung haben.

Noch ein Vorteil: Man muss nichts kaufen, tut es aber. Ein Pflanzenmarkt ist wie die Kleinteileabteilung bei Ikea – man kommt nie mit leeren Händen nach Hause. Klar, man hat schon 48 Sorten Storchschnabel in die Beete gequetscht, aber – hey! Die USA hatten bis 1959 auch nur 49 Staaten und nahmen dann Hawaii, immerhin eine Art Blumeninsel, mit. Irgendwo wird schon Platz sein. Notfalls gräbt man was anderes aus und verschenkt es. Gärtner sind schließlich freundlich. Man hat noch nicht gehört, dass jemand das Nachbargrundstück annektiert, in einer feindseligen Attacke Thujas und Rhodos entfernt hat, um durch Landnahme mehr Raum für die Storchschnabelsammlung zu erobern.

Die Autorin erreichen Sie unter k.lueppen@zgo.de

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