Wochenglosse  Es fährt ein Zug nach Irgendwo – Bahnfahren mit Christian

| | 04.06.2022 09:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Mit dem Neun-Euro-Ticket kostet Bahnfahren fast gar nix. Wird das jetzt der neue Trend? Oder fahren Deutsche lieber zum Hamsterkauf an die Tanke? Eine Glosse.

Alle Deutschen, so wird uns prophezeit, steigen an diesem Wochenende in irgendeinen Zug und fahren irgendwo hin. Weil: Kost ja fast gar nix! Nur neun Euro, quer und längs durch die Republik, bloß 28 Mal umsteigen, schon ist man in Berchtesgaden. Leider wurde zum gleichen Datum der Spritpreis so krass gesenkt, dass die Hälfte der Nation gerne spontan zum Hamsterkauf an die Tanke düsen möchte. Was also tun? Mit dem Bus und einem großen Kanister in Omas Hackenporsche zur Tanke zu fahren, ist eine Granatenidee, könnte aber anstrengend werden.

Der Deutsche, ein Bahnskeptiker

Grundsätzlich ist der Deutsche ein Bahnskeptiker. Er misstraut unserem Transportunternehmen Nr. 1 noch mehr als der Bundesregierung oder Christian Drosten. Jeder Deutsche, gerade wenn er so gut wie nie mit dem Zug fährt, weiß darüber so gut Bescheid wie über die optimale Führung einer Fußballbundesligamannschaft oder die Abkürzung zum Supermarkt.

Die Hauptargumente gegen die Bahn: zu laut, zu verspätet, zu voll und kost ja viel zu viel! Ausgerechnet die Bundesregierung hat dieses letzte und schlagkräftigste Argument mit dem Neun-Euro-Ticket atomisiert. Wenn jetzt auf dem Abenteuertrip zum S-Bahnhof Wächterhof, einem der meistdemolierten Bahnhöfe Deutschlands, noch Christian Drosten neben einem sitzt, wird es endgültig mysteriös.

Die Autorin erreichen Sie unter k.lueppen@zgo.de

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