Fahrkarte für Jugendliche DGB-Sekretär erstaunt über Diskussion zum Azubiticket
Die Diskussion über ein günstiges Ticket für junge Menschen im Landkreis Leer hält Oliver Hublitz (DGB) für unnötig. Vor allem über eine Partei wundert er sich.
Leer - Über die neu entfachte Diskussion über das Schüler- und Azubiticket im Landkreis Leer staunt Oliver Hublitz, Gewerkschaftsekretär des DGB. „Darüber reden wir seit drei Jahren“, sagt er, eigentlich seien alle Fragen dazu geklärt. Das sieht die CDU im Kreistag offenbar anders.
Deren Mitglied Gitta Connemann hatte im Schulausschuss kritisiert, dass der Landkreis Leer allen Schülern, auch in der Oberstufe, die 30 Euro pro Monat für das Nahverkehrsticket zahlen will. Eigentlich ist der Landkreis Leer nicht verpflichtet, die Fahrtkosten zur Schule ab der Klasse 11 zu übernehmen. Auszubildende dagegen sollen die Fahrkarte, die im gesamten VEJ-Gebiet gelten würde, selbst zahlen.
Azubiticket steht im Koalitionsvertrag
Das sei von Anfang an so geplant gewesen, sagt Hublitz. Nicht nur über alle Kammern und Arbeitnehmervertretungen sei das so auf Landesebene abgestimmt gewesen. „Die Parteien haben das so beschlossen, auch die CDU auf ihrem Parteitag“, sagt er. Hublitz ist beratendes Mitglied im Schulausschuss, sei bei der Sitzung jedoch verhindert gewesen. Er teilt die Kritik der CDU nicht.
Es sei ursprünglich darum gegangen, ein Gegenstück zum Semesterticket für Studierende zu schaffen, so der Gewerkschafter. Es sei klar gewesen, dass es das nicht völlig kostenfrei geben könne. „Man hat sich darauf verständigt, dass die Auszubildenden einen kleinen Beitrag, also einen Euro pro Tag, zahlen sollen“, so Hublitz. So sei es im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU vorgesehen. Die Schüler seien erst später vom Land Niedersachsen mit eingebracht worden. Das ändert für Hublitz nichts daran, dass die Auszubildenden ihren Beitrag selbst zahlen. Er sei sehr erstaunt über die Wendung der CDU auf Kreisebene: „Es ist interessant, dass sie das wahlkampftechnisch für sich nutzen will.“
Im Kreis Aurich gab es keine Diskussion
Der Schulausschuss hatte keine Empfehlung zu dem Schüler- und Azubiticket, für dessen Finanzierung der Landkreis im Haushalt immerhin mehr als vier Millionen Euro einplant, gegeben. Vielmehr sollte die CDU ihre Vorstellungen einbringen, bevor zuerst der nichtöffentlich tagende Kreisausschuss und danach der Kreistag darüber beraten.
Im Landkreis Aurich hat der Kreistag dem Schüler- und Azubiticket zu den gleichen Bedingungen, wie sie in Leer vorgesehen sind, bereits zugestimmt. Eine Diskussion gab es dort nicht. Alle Kreise und kreisfreien Städte im VEJ-Gebiet müssen den Plänen zustimmen, sonst kommt das vergünstigte Monatsticket nicht zustande. Es soll zum neuen Schuljahr eingeführt werden.
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