Radfahrer in Angst Korso soll an Radweg von Riepe nach Oldersum erinnern
Am Sonntag wollen sich Fahrradfahrer gemeinsam auf den Weg von Oldersum nach Simonswolde machen. Bislang ist diese Strecke die reinste Mutprobe.
Oldersum/Simonswolde - Es regnet, der Asphalt glänzt. Ein Auto rauscht vorbei, zieht eine Gischtfahne hinter sich her. Wer hier mit dem Fahrrad fährt, wird nicht nur geduscht – viele haben Angst, hier unterwegs zu sein, sagt Inga Damm. Sie gehört zu einer Gruppe, die einen Fahrradkorso von Oldersum nach Simonswolde organisiert hat. Damit soll an den eigentlich schon beschlossenen Fahrradweg an der Landesstraße 1 erinnert werden.
Derzeit gibt es keinen eigenen Weg für Fahrradfahrer oder gar Fußgänger. „Zuletzt gab es die Auskunft, dass der Bau eingeplant ist“, sagt Jens de Vries, Ortsbürgermeister von Oldersum. Demnach würde der Fahrradweg an der L1 im Jahr 2027 fertig werden. „Die Voraussetzung ist aber immer, dass die Mittel in Hannover bewilligt werden“, sagt er. Deshalb wurden auch die Landtagsabgeordneten zu der Aktion am 12. Juni eingeladen.
Auf welche Seite kommt der Radweg?
Auf Nachfrage bestätigt Frank Buchholz, Leiter der Landesstraßenbaubehörde in Aurich, dass mit der Planung für den Radweg an der L1 bereits begonnen wurde. Nächster Schritt ist demnach, dass ein Ingenieur-Büro mit der weiteren Ausarbeitung beauftragt wird. Dabei wird es laut Buchholz unter anderem um die Frage gehen, auf welcher Seite der Straße der Radweg gebaut werden soll.
Das ist offenbar nicht ganz unwichtig. Denn voraussichtlich müssen Landeigentümer dazu Teile ihrer Grundstücke abgeben. „Am Anfang sind meistens fast alle für ein solches Projekt“, beschreibt Buchholz die Erfahrung seiner Behörde. Geht es dann ins Detail, könne es durchaus Widerspruch geben. Das würde dann wohl das Planfeststellungsverfahren in die Länge ziehen, so Buchholz. Dieses Verfahren soll Ende 2024 von der Behörde beantragt werden, es werde mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Geht alles gut, dann könnte mit dem Bau des Radweges Ende 2026 begonnen werden, aber wohl nicht vorher, schätzt Buchholz.
Gleiche Situation an der Kreisstraße
Bei der Aktion am Sonntag soll es nicht allein um den fehlenden Radweg an der L1 gehen, sondern auch an der Kreisstraße 111 nach Simonswolde. „Darüber wird auch schon seit vielen Jahren geredet“, sagt Hinrich Päben, Ortsbürgermeister von Simonswolde. Der Ort ist das Ziel des Fahrradkorsos. Treffpunkt ist am Sonntag um 10.30 Uhr beim Bikertreff in Oldersum.
Wer aus Riepe daran teilnehmen will, muss zuerst nach Oldersum radeln. „Manche trauen sich nicht mal das“, bedauert Inga Damm. Deshalb gibt es einen Treffpunkt für Teilnehmer aus Riepe, und zwar um 10 Uhr beim Netto. Von dort sollen die Radfahrer von der Feuerwehr nach Oldersum geleitet werden. Dort ist dann um 11 Uhr die Abfahrt in Richtung Simonswolde geplant.
Eine Pause ist von 11.45 bis 12 Uhr auf dem Dorfplatz in Simonswolde geplant. Dort können weitere Radfahrer dazustoßen. Von dort aus geht es weiter zum Sportplatz nach Riepe. Nach Hause fährt dann jeder individuell. Zu den Organisatoren gehören neben Inga Damm aus Riepsterhammrich und Volker Degner aus Riepe die Ortsräte Oldersum und Simonswolde. Sie hoffen auf eine rege Beteiligung, um dem Anliegen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Damit in ein paar Jahren alle angstfrei an der L1 entlangradeln können.
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