Wochenglosse Der Alte raucht noch – bis zum letzten Kolben
Das Ende der Welt, wie wir sie kennen: Die EU hat das Ende des Verbrennungsmotors beschlossen. Besser, wir nehmen uns ein Beispiel an Kuba. Eine Glosse
Die EU hat in dieser Woche das Ende des Verbrennungsmotors in Automobilen und Krafträdern besiegelt. Ab 2035 sollen keine Neufahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr in Umlauf gebracht werden. Für Deutschland bedeutet das mehr oder weniger das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Noch kann man Menschen mit einem Elektroauto verspotten, aber bald wird man nirgendwo mehr eine freie Steckdose finden. Abends wird in ganzen Straßenzügen das Licht ausgehen, wenn sämtliche Autos gleichzeitig an die Ladeboxen gehängt werden.
Es läuft und läuft und qualmt
Natürlich kann man sein altes Ottomotormobil weiterfahren bis zum Sanktnimmerleinstag. Das soll einem erstmal jemand verbieten! In Kuba geht das ja auch, da machen sogar die Touristen Fotos von den vorsintflutlichen Chaisen, die dort noch herumgurken – oder nur als Deko dienen, weil es dank Embargos keine Ersatzteile mehr gibt.
Besser, man fängt jetzt schon an, sein rauchendes Auto zu hegen und zu pflegen, damit es bis über das Jahr 2035 hinaus noch läuft und läuft und qualmt. Voraussetzung ist natürlich, dass man es dafür schont. Am besten, man kauft noch schnell ein schickes SUV und stellt es in die Garage, als Reserve. Bis man es braucht, fährt man mit Muttis Kleinwagen. Nützt ja nix.
Die Autorin erreichen Sie unter k.lueppen@zgo.de