Ostfriesland-Auswahl gegen Insel-Auswahl  Für manche endete das „Länderspiel“ erst am Morgen

| | 12.06.2022 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine schöne Kulisse und Atmosphäre herrschte am Samstagnachmittag im Dünenkessel auf Juist.
Eine schöne Kulisse und Atmosphäre herrschte am Samstagnachmittag im Dünenkessel auf Juist.
Artikel teilen:

Auf Juist fand ein von Kai Schoolmann organisiertes „Länderspiel“ statt. Die Ostfriesland-Auswahl besiegte eine Insel-Formation 10:4. Auch die „dritte Halbzeit“ war intensiv.

Juist - Die wichtigste Nachricht verkündete Kai Schoolmann am Ende seines Inselspiel-Fazits: „Ich habe alle wieder heile mit aufs Festland bekommen“, sagte der Fußball-Liebhaber aus Emden am Sonntagmittag mit einem Grinsen. Beim „Länderspiel“ zwischen einer Ostfriesland-Auswahl und einer Insel-Auswahl Juist/Norderney auf Juist standen tags zuvor nicht nur die sportlichen 90 Minuten im Fokus – auch die „dritte Halbzeit“ war für viele nach dem „Gaudi“-Spiel, das Ostfriesland 10:4 gewann, ein großer Spaß. Um 7 Uhr am Sonntagmorgen begann die rund halbstündige Kutsch-Fahrt von der Jugendherberge zur Fähre, die um 7.45 Uhr ablegte – um kurz nach 9 Uhr kam das Team wieder in Norddeich an. „Alle waren pünktlich bei der Kutsche, viele haben ganz wenig geschlafen – ein, zwei auch gar nicht.“

Vor dem freundschaftlichen Kräftemessen traten die Ostfriesland-Auswahl (links) und die Insel-Formation noch zu einem Gruppenbild an. Foto: Erdmann
Vor dem freundschaftlichen Kräftemessen traten die Ostfriesland-Auswahl (links) und die Insel-Formation noch zu einem Gruppenbild an. Foto: Erdmann

Manche Akteure der Ostfriesland-Auswahl fuhren auch am Samstagabend noch mit der Fähre zurück. Finn Rosenboom wollte dort eigentlich auch Platz nehmen. Der Spieler des Bezirksligisten TuS Esens blieb aber doch spontan die Nacht auf der Insel. Er war mit 21 Jahren der jüngste Akteur und trat für seinen verletzten Bruder Lasse (Werder Bremen U23) an. Er steuerte auch drei Treffer bei. Die Ostfriesen-Formation mit den Ex-Profis Frank Löning und Christian Alder hatte klare Kadervorteile – auf der Seite der Insel-Auswahl fehlten die Borkumer Kicker wegen eines Aufstiegsspieles und die Juister hatten lange gar kein Spiel mehr bestritten. „Hat trotzdem Spaß gemacht“, sagte Norderneys Deniz Cömertpay.

400 Zuschauer im Dünnenkessel

Zur Pause stand es 6:0, die zweite Halbzeit endete dann 4:4. Ex-Osnabrück-Kicker Thomas Reichenberger konnte wegen einer Schambeinentzündung nicht für die Insulaner auflaufen, reiste aber dennoch an. „Er hat uns betreut und ist ein total netter Kerl“, schwärmte Cömertpay. Auf Seiten der Ostfriesen-Formation fehlten kurzfristig noch Ex-Bundesliga-Spieler Jens Wemmer und Verteidiger-Legende Holger Willms. Student Wemmer schrieb Klausuren – Landwirt Willms musste ernten.

Im Dünenenkessel auf Juist wurde lange nicht gespielt. Der TSV hat keine Mannschaft mehr, die am Spielbetrieb teilnimmt. Foto: Erdmann
Im Dünenenkessel auf Juist wurde lange nicht gespielt. Der TSV hat keine Mannschaft mehr, die am Spielbetrieb teilnimmt. Foto: Erdmann

Mit „seiner Ernte“ war Organisator Kai Schoolmann zufrieden. Rund 400 Zuschauer verfolgten das erste Spiel seit langer Zeit im Dünenkessel. Mancher Fan war sehr weit gereist, um als Groundhopper den besonderen Spielort Juist in seine Sammlung mit aufnehmen zu können. Aber auch einige Insulaner und Urlauber verfolgten die Partie. „Es herrschte eine tolle Atmosphäre“, sagte Schoolmann, der im Oktober mit dem „Länderspiel“ zwischen Ostfriesland und früheren DDR-Kickern mit Ostfriesland-Bezug für Aufsehen gesorgt hatte. 1000 Zuschauer und viele Medien begleiteten das Spiel im Ostfrieslandstadion, aus dem sich die Idee mit dem Inselspiel ergab.

Party endete in der „Spelunke“

Das manche große Namen, die zunächst eingeplant waren, doch nicht kommen konnten, trübte nicht die Stimmung, die nicht nur beim Spiel locker war. Nach der Fährüberfahrt am Samstagmorgen kehrten die Teams noch zum gemeinsamen Mittagessen ein, ehe um 15.40 Uhr die Partie wegen einer Schlange am Kassenhäuschen zehn Minuten später begann. Da den Insulanern ein Torwart fehlte, hütete Holger Janssen vom Festland spontan das Tor.

Spieldaten

Ostfriesland-Auswahl: Jens Looger, Holger Janssen, Matthias Voss; Helge Janssen, Frank Löning, Christian Alder, Matthias Rosenfeld, Ralf Backhaus, Ingo Ukena, Roland Klaue, Sven Adam, Stefan Eeten, Bernd Grotlüschen, Ralf Rosenboom, Finn Rosenboom, Maik Eeten.

Insel-Auswahl: Brian Heinz, Ronald Sahm, Fynn Schwips, Patryk Kowalczuk, Jens Günther, Renke Fischer, Simon Holtkamp, Marco Harms, Lukas Eilts, Jens Harms, Deniz Cömertpay, Jens Heistermann, Nils Visser, Gero Schönrock.

Tore: 0:1 B. Grotlüschen, 0:2, 0:3 Rosenboom, 0:4 Klaue, 0:5 Adam, 0:6 Rosenboom, 1:6 Eilts, 1:7 Ukena, 2:7 Holtkamp, 3:7 Eilts, 3:8 Ukena, 3:9 Alder, 4:9 Cömertpay, 4:10 Voss (Foulelfmeter).

Er war einer von drei Keepern der Ostfriesen-Auswahl. Sein Sohn Helge (SV Großefehn) schenkte ihm keinen Treffer ein, dafür aber sein Torwart-Kollege Matthias Voss (Trainer TuS Hinte). Er beendete mit einem Elfmetertor zum 10:4 den Torreigen. Danach begann am Sportplatz die „dritte Halbzeit“, die sich nach ein paar Stunden Live-Musik am Kurplatz Richtung „Spelunke“ verlagerte und für einige „Nationalspieler“ erst kurz vor der Kutschfahrt zur Fähre endete.

Ähnliche Artikel