Runde Sache  Seine zehnte LP bescherte Marco Heyl eine neue Erfahrung

| | 16.06.2022 15:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Marco Heyl hat seine aktuelle LP vorgestellt. Neben ihm eine Auswahl seiner vorigen Alben. Foto: Lüppen
Marco Heyl hat seine aktuelle LP vorgestellt. Neben ihm eine Auswahl seiner vorigen Alben. Foto: Lüppen
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Eigentlich hatte der Musiker aus Neermoor schon einige Routine beim Aufnehmen seines neuen Albums. Und doch war bei „Sons of Kronos“ einiges ganz anders.

Neermoor - Oft ist es so, dass es gerade die Projekte sind, bei denen nicht alles rund läuft, die einem besonders ans Herz wachsen. Marco Heyl ging es genauso: Er hat kürzlich seine zehnte Langspielplatte veröffentlicht. Eigentlich hatte er über die Jahre viel Erfahrung gesammelt – aber dann lief vieles ganz anders als bei den vorherigen Alben.

Was und warum

Darum geht es: Der Neermoorer Marco Heyl hat bei der Produktion seines neuen Albums einiges erlebt.

Vor allem interessant für: Musikhörer, besonders Freunde von progressiver Musik

Deshalb berichten wir: Seit vielen Jahren lässt Marco Heyl seine Musik auf Vinyl pressen. Das ist ungewöhnlich.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Jetzt hält er die LP in den Händen und freut sich: „Das Cover ist klasse geworden und die Qualität der Pressung ist wirklich gut.“ Er habe von Leuten, die das Album „Sons of Kronos“ schon gehört haben und die Vorgänger kennen, die Rückmeldung bekommen, dass es wohl seine bisher beste Platte sei. „Die könnten recht haben“, sagt er vorsichtig. Zu Beginn hatte er nur den Wunsch, wieder ein Konzeptalbum zu machen, und die vage Idee, „etwas Düsteres“ zu versuchen. Ein echter Kontrast zu dem vorigen Album „The Days of Lucy“, das eher positive Stimmung verbreitet hat. Bei der Suche nach einem Motiv stieß er auf Hades, den Gott der Unterwelt. „Ich kenne mich mit griechischer Mythologie nicht aus“, gibt Heyl zu. Aber dass Poseidon, Hades und Zeus die Söhne des Kronos sind, habe ihn gefesselt.

Dunkle Seite der Götter

Diese drei Brüder seien bekannter als der Vater und sehr unterschiedlich. „Aber alle drei haben eine düstere Seite“, findet Heyl. Es gibt auf dem Album keinen Titel, der einen der drei Namen aufgreift. Er habe die Spannung zwischen den Söhnen und ihrem Vater in der Musik verarbeitet und mit eigenem Gefühl verbunden. „Trotzdem sollte die Musik so sein, dass man sie gerne hört und nicht depressiv wirkt.“ Die Stücke sind zum Teil rockiger als seine früheren Alben.

Mit den fertigen Stücken sollte es ins Studio gehen. Aber erst warf ihn eine Grippe zurück, dann stellte er fest, dass alles deutlich teurer werden würde als bei seinen anderen Platten. „Dann kommen einem Zweifel, ob es wirklich sein muss“, gibt Heyl zu, der beruflich Musiklehrer ist. Doch dann kam doch eines zum anderen: Das Cover wurde erneut von Uli Bohmann aus Oldenburg gestaltet, und Heyl nahm mit Daniel Holtz in dessen Studio die Musik auf.

Auf der Suche nach einem Presswerk

Nur das Presswerk Pallas in Delmenhorst erteilte Heyl eine Absage. Dabei habe er alle seine Platten dort herstellen lassen, er fühlt sich als Stammkunde. „Aber da war nichts zu machen“, sagt er. Das Unternehmen sei derart ausgebucht, dass man seine Kleinauflage nicht annehmen wollte. Also musste der Neermoorer sich auf die Suche nach einem Ersatz machen.

Für ihn war klar, dass die LP in Deutschland hergestellt werden sollte. Er fragte sich durch und stieß so auf ZIS Media in Freiburg (Baden-Württemberg). Aber anders als bei Pallas bekam er keine Probepressung. „Zum ersten Mal musste ich mich blind darauf verlassen“, sagt Heyl. Es hätte auch daneben gehen können. Ging es aber nicht: In weinrotes Vinyl gepresst, liegt die Platte ganz eben auf dem Teller. „Es sollte eben doch so sein“, sagt er und lächelt.

An der LP „Sons of Kronos“, die wie gewohnt unter dem Namen M.H.‘s Psychedelic Ground erschienen ist, hat Heyl selbst alle Instrumente gespielt, nur am Schlagzeug saß Daniel Holtz. Für die Grafikbearbeitung war Steffen Holtz zuständig. Das Album kostet 25 Euro und ist direkt bei Marco Heyl erhältlich (Tel. 04954 / 894196).

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