Wochenglosse Mal ganz nüchtern gesehen: Schiri, wo steht dein Pils?
Bei der WM in Katar soll es kein Bier in den Stadien geben. Wie soll das gehen? Erste Fans sollen schon Weinkrämpfe haben. Eine Glosse
Bier und Fußball, das gehört zusammen wie Daisy und Donald, AC und DC oder Heim und Herd. Nun das: Bei der Weltmeisterschaft im Emirat Katar soll der Bierausschank in den Stadien unterbunden werden. Einige Fans, die schon die Reise zu den Spielen gebucht haben, sollen bereits Weinkrämpfe haben bei der Vorstellung, ein Spiel der deutschen Nationalelf nüchtern anschauen zu müssen.
Aber die Regeln in dem Wüstenstaat sind gnadenlos. Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten. Wird man betrunken erwischt, gilt man als Verbrecher. Dass in Katar nicht zimperlich mit der eigenen Bevölkerung umgegangen wird, hat die Fifa als etwas härtere Art der Folklore abgehakt, aber dem europäischen Fußballzuschauer den Bierhahn zudrehen? Wo kommen wir da hin?
Acht Schläge bis zum Bier
Man hört davon, dass als Zugeständnis ein Biertresen an einem entlegenen Golfplatz aufgestellt werden soll. Mit acht Schlägen zum ersten Halben – das ist mal ein Handycap. Ach, was soll’s. Wenigstens bleiben die Zuschauer im Stadion in der Lage, im Vollbesitz ihrer Muttersprache frische Stadiongesänge anzustimmen. Selbstverständlich mit zeitkritischem Textbezug: „Zieht den Scheichs die Badeschlappen aus“; „O Bier, o Bier, o Bier“, „Schiri, wir wissen wo dein Pils steht“ sowie den alten Schlager: „Es gibt kein Bier in Katar“.
Die Autorin erreichen Sie unter k.lueppen@zgo.de