Bericht der Stadt Emden  170 Kinder haben keinen Kita-Platz bekommen

| | 23.06.2022 18:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Kinnerhuus Middenmang am Stadtwald in Harsweg soll nach Angaben der Stadt ab Oktober mit 45 Krippen- und 18 Kita-Plätzen eröffnen. Foto: F. Doden
Das Kinnerhuus Middenmang am Stadtwald in Harsweg soll nach Angaben der Stadt ab Oktober mit 45 Krippen- und 18 Kita-Plätzen eröffnen. Foto: F. Doden
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Vor allem in Barenburg und Borssum gibt es einen Mangel an Plätzen. Notgruppen sollen helfen. Aber zufrieden ist die Stadt mit den aktuellen Zahlen noch nicht.

Emden - Für das kommende Kindergartenjahr stehen 170 Kinder in Emden ohne einen Platz da. Das geht aus den Zahlen eines aktuellen Sachstandsberichts der Stadt hervor. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr - seinerzeit lag sie bei 221 - gesunken. Das sei zwar erfreulich, aber: „Damit können wir immer noch nicht zufrieden sein“, sagte Renate Bonn-Sommer vom zuständigen Fachbereich der Stadt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Was und warum

Darum geht es: Nach Abschluss des Anmeldeverfahrens für Kita- und Krippenplätze sind 170 Kinder ohne einen Platz. Welche Möglichkeiten ergeben sich noch für sie?

Vor allem interessant für: Eltern von Kindern im Kita- und Krippenalter sowie Erzieher

Deshalb berichten wir: Das Anmeldeverfahren für Kita-, Krippen und Hortplätze ist abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es weniger Kinder ohne einen Platz.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de

Im Anmeldezeitraum vom 1. bis 31. März haben Eltern für 917 Kinder einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz angemeldet. 667 Betreuungsverträge konnten seitdem geschlossen werden. Für weitere 22 Kinder sind nach Angaben von Bonn-Sommer bereits feste Plätze reserviert, 170 Jungen und Mädchen stehen auf einer Warteliste.

Abarbeitung der Warteliste hat Priorität

Nach Ende des offiziellen Anmeldezeitraumes sind darüber hinaus 58 Kinder noch einmal neu über das Onlineportal angemeldet worden. Darüber, wie es mit ihnen weitergeht, ist noch nicht entschieden. Zunächst geht es nun mit der Abarbeitung der Warteliste weiter. Vor allem Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung werden dabei besonders berücksichtigt. Was aber schon jetzt klar ist: Für sie wird es - wenn überhaupt - keine Wunschplätze geben. Eltern müssen sich auf längere Anfahrtswege oder aber andere Betreuungszeiten als die gewünschten einstellen.

Vor allem in Barenburg und in den östlichen Stadtteilen Borssum, Hilmarsum, Jarssum, Widdelswehr und Petkum ist der Bedarf besonders hoch. Relativ gut versorgt scheinen hingegen die Stadtteile Wybelsum, Twixlum und Larrelt zu sein. Dort fehlen kaum Kita- oder Krippenplätze.

Gute Aussichten für Krippenplätze

Vor allem bei den Krippenplätzen können Eltern jedoch noch guter Dinge sein, im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch einen Platz zu bekommen. Es gibt 80 Restplätze. Demgegenüber steht eine Zahl von 69 Kindern auf der Warteliste. Bei den Plätzen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sieht das anders aus. Nach Abschluss des gesamten Vergabeverfahrens werden voraussichtlich 84 Kinder ohne einen Platz dastehen. Das heißt, dass Plätze im Krippenbereich übrig wären - aber nur theoretisch. Denn auch Kinder ukrainischer Flüchtlinge sollen noch untergebracht werden, sodass die freien Plätze schnell vergeben sein werden. Um zu ermitteln, wie hoch der Bedarf an Plätzen für Kinder aus dem Kriegsgebiet ist, habe die Stadt nach dem zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossenen Anmeldeverfahren zunächst einmal alle Anmeldungen gesondert gesammelt.

Derzeit gibt es zwölf Kinder aus der Ukraine, die einen Krippenplatz benötigen, 26 Kinder brauchen einen Kindergartenplatz, darunter sind sechs Vorschulkinder, die vorrangig berücksichtigt werden sollen. Für die Kinder der Warteliste sowie die nachgemeldeten Kinder aus der Ukraine sollen nun provisorische Ersatzgruppen geschaffen werden. In den Räumen des Gemeindehauses der Neuen Kirche an der Roten Mühle sollen 20 zusätzliche Plätze entstehen. Betreut werden die Jungen und Mädchen dort unter anderem auch von einer Erzieherin, die aus der Ukraine stammt, sowie einer weiteren Erzieherin, die neben Deutsch auch Russisch spricht.

Perspektiven für Notgruppen

Im Herbst soll zudem in Barenburg im Gemeindehaus St. Walburga eine ähnliche Gruppe entstehen als Außenstelle der Kita Barenburg in Trägerschaft der Stadt. Renate Bonn-Sommer hofft, dass diese „Notgruppen“ im Laufe des Kita-Jahres obsolet werden, sobald neue Kitas und Gruppen entstehen. Ein Wunsch der Stadt ist es, dass die Nachmittagsgruppe in der Kita Borssum reaktiviert werden kann.

Diese konnte zuletzt aus Personalgründen nicht mehr angeboten werden. Schon im Herbst dieses Jahres sollen außerdem 25 weitere Plätze im Kindergarten „Up Padd“ in Larrelt entstehen. Das Kinnerhuus Middenmang am Stadtwald soll im Oktober 2022 mit 45 Krippen- und 18 Kita-Plätzen eröffnen. Der Grüne Baum kann voraussichtlich ab Juni 2023 15 Krippen- und 21 Kitaplätze am neuen Standort in Barenburg anbieten.

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