Jüdische Geschichte Fundament der Synagoge ist in Weener noch sichtbar
Eigentlich sind die archäologischen Grabungen auf dem ehemaligen Synagogengelände in der Westerstraße längst abgeschlossen. Warum ist die Grabungsstelle gesperrt und noch nicht verfüllt?
Weener - Archäologiestudenten aus Göttingen hatten im Frühjahr bei einer sogenannten Lehrgrabung in Weener Funde aus der ehemaligen jüdischen Synagoge entdeckt. Geleitet wurde die Grabung von Dr. Immo Heske vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Die zweiwöchigen Grabungen sind schon seit Wochen abgeschlossen, doch die Grabungsstelle ist immer noch abgesperrt und noch nicht wieder verfüllt.
„Das Fundament der Synagoge wurde ganz bewusst noch nicht zugeschüttet. Wir wollten die Möglichkeit offenhalten für den Fall, dass die Archäologen, dort noch einmal genauer hinschauen wollen“, sagte Bürgermeister Heiko Abbas auf Nachfrage. Bei den Grabungen wurden unter anderem drei kleine Mumeln, ein Teelöffel, sowie Glasteile eines Gefäßes und eines Leuchters entdeckt. Die Archäologen gehen davon aus, dass diese Funde aus dem Inneren der früheren Synagoge stammen, die in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde.
Die Grabungsarbeiten waren erforderlich, weil die Stadt Weener Westerstraße 32 ein größes Bauprojekt realisieren will. Dort soll die Stadtbücherei ihr neues Domizil bekommen. Hinter der ehemaligen jüdischen Schule und dem Rabbinerhaus soll außerdem ein Erweiterungsbau auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge entstehen. Neben einem Bürgertreff soll hier auch eine Dauerausstellung über das frühere jüdische Leben in Weener eingerichtet werden – eine Art Gedenkstätte. Dort sollen dann auch die Funde ausgestellt werden, die die Studenten bei der Lehrgrabung zu Tage gefördert wurden.