Parlament in Bunde soll entstehen  Junge Leute sollen mitbestimmen können

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Von Vera Vogt
| 29.06.2022 09:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Junge Leute sollen in Bunde mitgestalten können. Foto: Pixabay
Junge Leute sollen in Bunde mitgestalten können. Foto: Pixabay
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Junge Leute wissen am besten, was sie von der Politik brauchen. In Bunde sollen sie nun die Chance bekommen, mitzubestimmen. Zuerst steht aber eine Wahl an.

Bunde - Gehört werden, mitbestimmen und einen Platz zum Treffen: Kinder und Jugendliche haben ihre eigenen Ansprüche an die Politik vor ihrer Haustür. In Bunde will man ihnen deshalb bald die Chance geben, sich schon in jungem Alter politisch zu engagieren: Ein Jugendgemeinderat ist auf dem Weg. Der bis jetzt noch einzige Gemeinderat in Bunde hat das in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Es steht auch schon fest, wie die Wahlen ablaufen sollen: Vom 5. bis zum 11. November können alle Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ihre Vertreterinnen und Vertreter wählen – wer wählen will, muss allerdings drei Monate in Bunde gewohnt haben. Der offizielle Wahltag ist der 11. November. Allerdings soll die Wahl online stattfinden. „Das ist die Variante, mit der wir die jungen Leute sicherlich am besten erreichen können“, sagte Bürgermeister Uwe Sap. Was aber altbekannt ist: Jeder, der wählen darf, bekomme eine Karte, mit der darauf aufmerksam gemacht werde. „Darauf sind die Zugangsdaten für die Wahl.“ So lasse sich sicherstellen, dass jeder nur eine Stimme abgeben könne.

Politikerinnen und Politiker von morgen

Dem Bunder Jugendgemeinderat sollen sieben Kandidat*innen angehören“ – das steht fest. „Wir hoffen, dass mindestens acht Kinder und Jugendliche kandidieren, damit es eine richtige Wahl ist“, so Sap. „Es wäre schön, wenn wir Bewerber und Bewerberinnen aus allen Ortsteilen hätten.“ So höre man die Wünsche direkt von vor Ort.

Aber es soll nicht darum gehen, dass Jugendliche und Kinder Ideen für die Schublade entwickeln. „Es gibt für sie ein eigenes Budget“, so Sap. Außerdem gibt es einen Sitz als beratendes Mitglied im Jugend-, Sozial- und Sportausschuss. Dort kann der- oder diejenige Anträge stellen. Jugendplätze, Bänke, Angebote, Hilfen: Alles, was den jungen Leuten in Bunde fehlt, können sie einbringen. Darüber wird diskutiert und abgestimmt. Ein sehr wichtiger positiver Nebeneffekt: „So werden die Politikerinnen und Politiker von morgen ausgebildet“, sagt Sap.

Klappt das mit dem Jugendparlament?

Klappt das? In Emden sollte im vergangenen Jahr ein Jugendparlament (Jupa) gewählt werden. Das kränkelte aber an der Mitgliederzahl. Weil sich nicht genug Jugendliche beworben hatten, musste das erste Jupa als Start-Up die politische Arbeit aufnehmen. Inhaltlich hatten sich die Mitglieder unter anderem mit den Themen Wärme-Isolierung der Schulgebäude, schwimmender Weihnachtsmarkt, Ausgleichsflächen, Satzungsfragen, der Rodung des Wäldchens „Janssens Tuun“ sowie mit der Rolle Emdens als Fahrradstadt beschäftigt und dazu Arbeitsgruppen gegründet.

In der Gemeinde Hinte arbeitet das Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) an der Umsetzung eines Jugendplatzes – und die Politik hat für die Aufnahme der Planungen den Weg freigemacht. Es könnte auf dem Platz beispielsweise eine Tischtennisplatte, eine Torwand und einen Basketballkorb geben. So schilderte es der 14-jährige Leon Redenius, ein Mitglied des Kijupas, im Mai. Der Platz solle ohne Beaufsichtigung für die Jugendlichen zur Verfügung stehen. Voraussetzung sei aber, dass sich alle an die vor Ort aushängenden Regeln halten.

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