Hilfsprojekt gegen Armut in Kenia Kleine Engel aus Kenia können jetzt beruflich durchstarten
Der Rheiderländer Verein „Little Angel“ hat mit Spenden schon vielen Waisen und Kindern aus armen Familien in Kenia eine Schulbildung finanziert. Jetzt unterstützt der Verein neue Projekte.
Rheiderland - Wenn Anja Friedrich in Mombasa aus dem Flieger steigt, ist es für sie ein bisschen wie nach Hause zur Familie zu kommen. Gemeinsam mit Freunden hat die gebürtige Tichelwarferin 2011 den Verein „Little Angel“ (Kleiner Engel) gegründet. Mit Hilfe von Spendern aus dem gesamten Landkreis Leer hat der Verein seitdem vielen seiner kleinen Schützlinge aus dem „Little Angel“-Kinderheim in Likoni – ein Vorort der kenianischen Metropole Mombasa – ermöglicht, einen Weg aus der Armutsspirale zu finden.
Was und warum
Darum geht es: Der Verein „Little Angel“ hat in Kenia seit 2011 vielen Waisenkindern eine Schul- und Berufsbildung ermöglicht. Jetzt gibt es ein weiteres Projekt.
Vor allem interessant für: Menschen, die sich für Armutsbekämpfung interessieren und wissen wollen, was mit Spendengeldern passiert.
Deshalb berichten wir: Anja Friedrich, Mitbegründerin des Vereins, hat uns von ihrem erfreulichen Besuch in Kenia berichtet. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
„Zwei von ihnen werden demnächst sogar ihr Studium abschließen. Das ist für mich ein Wow-Gefühl“, sagt die 49-Jährige gerührt. „Ich bin stolz auf meine Jungs.“ Als ihr Engagement in Likoni begann, sei Makari acht Jahre alt gewesen. Er zählte zu den ersten Waisen und den Kindern, die im Heim aufgenommen wurden, weil ihre Familien kein Geld hatten, sie zu ernähren. Ebenso wie Ali, der marines Ingenieurwesen studiert. „Die beiden werden ihren Weg machen“, sagt Anja Friedrich. Für sie ist die Entwicklung der beiden 19-Jährigen ein Beispiel dafür, das Bildung der Schlüssel für den Weg aus der Armut ist.
Etwas an die Gesellschaft zurückgeben
Und das will der Verein weiteren jungen Leuten ermöglichen. Im Mai reiste Anja Friedrich mit ihrer Vereinsfreundin Sandra Voogd aus Leer nach Likoni, um sich über den Erfolg des neuen Projektes „Future for young girls“ zu informieren. „Gestartet werden konnte es, nachdem Spender auf uns zugekommen waren, die speziell ein Projekt für junge Frauen unterstützen wollten“, erzählt Anja Friedrich. „So konnte vier Mädels eine Ausbildung ermöglicht werden in den Bereichen soziale Arbeit, Informations- und Kommunikationstechnologie, international Business und als Friseurin.“ Die jungen Frauen hätten trotz ihrer guten Schulnoten keine Chance gehabt, eine Ausbildung zu machen, weil diese in Kenia mit monatlichen Kosten zwischen 20 und 60 Euro verbunden ist. „Besonders beeindruckt hat mich Caren, die das College besucht und Sozialarbeiterin werden möchte“, erzählt Friedrich. Die 19-Jährige möchte etwas an die Gesellschaft zurückgeben und selbst dazu beitragen, dass sich etwas an der Perspektivlosigkeit ändern kann.
Der Verein „Little Angel“ hilft aber auch spontan. „Die Lebensmittelpreise sind aufgrund des Ukraine-Krieges in Kenia stark gestiegen“, berichtet Anja Friedrich. In Kenia wird viel Frittiertes gegessen. „Der Preis für Speiseöl hat sich verdreifacht.“ Viele Familien, die vorher schon kaum über die Runden gekommen seien, könnten sich kaum noch das tägliche Essen leisten.
„Viele Kinder kommen nach einem langen Fußmarsch ohne Frühstück um 7 Uhr in der Schule an.“ Durch eine größere Spende kann zumindest das Frühstück für das Jahr 2022 mit Obst, Eiern und Milch aufgewertet werden, damit den Kindern etwas Nährstoffreiches angeboten werden kann. Das kostenlose Schulessen gebe es erst um 10.30 Uhr. Der kenianische Maismehl-Lieferant hat am Anfang des Ukraine-Krieges seine kostenlose Wochenlieferung für die Schule aus finanziellen Gründen eingestellt. „Wir müssen nun sehen, wie der Verein das auffangen kann, da Ugali (Maismehl) eines der Hauptnahrungsmittel zum Mittag für 150 Schüler darstellt.“