Wochenglosse  Raus aus der Kneipe – Von der Tafel an das Whiteboard

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Eine Kolumne von Karin Lüppen
| 02.07.2022 08:03 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Um zusätzliche Lehrkräfte für Niedersachsen akquirieren zu können, wendet Kultusminister Tonne das Prinzip Mobilfunkvertrag an. Auf seine Art. Eine Glosse

Neue Lehrer will das Land: Kultusminister Grant-Henrik Tonne hat ein Programm aufgelegt, damit die Schulen in Niedersachsen ihre Kollegien auffüllen können. Sagenhaft, dass der Minister nicht nur 730 zusätzliche Stellen locker macht, sondern lehrwilligen Pädagogen obendrein eine Prämie in Aussicht stellt. 400 Euro im Monat bringt der Gehaltszuschlag!

Natürlich nicht für alle, man muss es beim Lehrergehalt ja nicht gleich übertreiben wie in Bremen oder NRW. Aber Haupt-, Real- und Förderschullehrkräfte sollen auf jeden Fall 300 Euro bekommen. Tonne stellt sich das vor, wie beim Mobilfunkvertrag mit dem Tophandy: Er zahlt 24 Monate etwas mehr, danach den Grundtarif, darf die Lehrerinnen und Lehrer aber behalten. Auf jeden Fall reizvoll, eine Stelle anzutreten, bei der es absehbar nicht mehr, sondern weniger Gehalt gibt.

Neue Kenntnisse im Unterricht

Daher glaubt der Kultusminister, mit Seiteneinsteigern den Fachkräftemangel an Schulen ausgleichen zu können. Wie Lehrer geht, weiß man doch ungefähr aus der eigenen Schulzeit. Keine Bange, man muss nicht mehr freihändig auf dem Overheadprojektor Diagramme zeichnen. Schaffen sogar die, die mal irgendwas mit Medien studiert haben. Früher mussten überschüssige Akademiker aus Not kellnern und Taxi fahren, in Niedersachsen läuft es jetzt eben umgekehrt.

Die Autorin erreichen Sie unter k.lueppen@zgo.de

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