Krummhörner Schulen und Kitas Hoffen auf Dialog und Transparenz
Nur wenige Grundschulen und Kitas äußern sich zur Bedarfsanalyse in der Krummhörn. Hoffnung auf Verbesserungen gibt es dennoch.
Krummhörn - Im Herbst soll sie fertig sein, die Bedarfsanalyse zur Kita- und Grundschullandschaft in der Krummhörn. Wie es um die Probleme der Grundschule Jennelt bestellt ist, ist weitläufig bekannt. Doch wie sieht es eigentlich bei den anderen Schulen und Kitas aus?
In der Gemeinde gibt es insgesamt elf Kindertagesstätten und zusätzlich den Sprachheilkindergarten Pewsum, schreibt die Gemeinde auf ihrer Internetseite. Hinzu kommen die vier Grundschulen in Greetsiel, Jennelt, Loquard und Pewsum. Die IGS Krummhörn-Hinte ist in der Trägerschaft des Landkreises und von der Bedarfsanalyse nicht betroffen.
Unsicherheit auch wegen des Landkreises
Das Problem: Die Schulen und Kitas in Trägerschaft der Gemeinde sind gehalten, nicht auf Presseanfragen zu reagieren beziehungsweise an die Trägerin zu verweisen. Das ist insofern problematisch als dass es in unserer Anfrage vor allem um Sanierungen und mögliche Zukunftsängste ging.
Dennoch haben einige wenige Einrichtungen reagiert. So zum Beispiel die Kita Woquard, die 1996 erbaut wurde. „Der Bedarf an Sanierung besteht von unserer Seite schon seit längerer Zeit“, so Kita-Leiterin Gisela Heise-Haak. Gespräche mit der Gemeinde habe es auch schon gegeben, aber „leider sind im Moment alle Maßnahmen von der Seite der Kommune auf Eis gelegt, weil es keinen neuen Vertrag mit dem Landkreis Aurich gibt“. Anfang des Jahres überraschte Aurichs Landrat Olaf Meinen (parteilos) mit der Ansage, dass der Landkreis die Kitas von den Gemeinden übernehmen wolle.
Verschiedene Faktoren müssen eine Rolle spielen
Losgelöst von der Sanierung hält Heise-Haak die Bedarfsanalyse aber für eine gute Idee. „Ich denke, dass es vor dem Hintergrund der Kinderzahlen Bedarf an mehr Betreuung von Kindern gibt, im Krippenbereich und bei den Betreuungszeiten.“ Tatsächlich ist die Zahl der zu betreuenden Kinder ein Aspekt, der untersucht werden soll. Gerade Jutta Lerche-Schaudinn, die ehemalige Leiterin der Grundschule Jennelt, hatte in den vergangenen Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass die Vorausberechnungen der Schülerzahlen mit Vorsicht zu genießen seien.
Die Bedarfsanalyse, das betont die Gemeindeverwaltung und allen voran Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) immer wieder, sei auch nur eine Entscheidungshilfe. Selbst wenn beispielsweise die Schließung von Einrichtungen empfohlen werde, müsste die Politik dieser Empfehlung nicht folgen. So spielen auch Aspekte wie die Wohnortsnähe eine Rolle. Das betonte nicht nur Lerche-Schaudinn in der Vergangenheit, sondern auch Heise-Haak spricht das Thema an. „Eine Verbesserung könnte sein, dass die Kinder ortsnah in die Kindergärten gehen und nicht viele Kilometer fahren müssen“, so die Schulleiterin.
Um ebenso auf die jeweiligen Besonderheiten der Einrichtungen vor Ort einzugehen, sollen auch Lehrer und Elternvertreter im Rahmen der Analyse gehört werden. „Ich hoffe und gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit mit Vertreter/innen der Schulen im Herbst erfolgt“, sagt hierzu Ivonne Behnke, Leiterin der Ubbo-Emmius-Schule Greetsiel. „Der Dialog und die Transparenz sind mir sehr wichtig, damit alle Aspekte in die Planungen rund um die Bildungseinrichtungen in der Gemeinde einbezogen werden können“, so die Schulleiterin.