European Medical School Medizin-Studiengang in Oldenburg gesichert
Die Stadt Oldenburg hat dem Land Niedersachsen ein Grundstück verkauft. Dort sollen Gebäude für die Uni-Medizin entstehen – und so steht es um die Finanzierung.
Oldenburg/Ostfriesland - Um die Universitätsmedizin im Nordwesten auszubauen, hat die Stadt Oldenburg dem Land Niedersachsen vergangene Woche für 4,5 Millionen Euro ein Grundstück im städtischen Technologiepark verkauft: Auf dem rund 22.500 Quadratmeter großen Areal sollen dort Gebäude für die „European Medical School“ entstehen, einem Kooperationsprojekt der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und der Universität Groningen in den Niederlanden. Geplant sind nach Auskunft der Uni Oldenburg Labor-, Lehr- und Bürogebäude. Auch ostfriesische Landkreise und Städte hatten in die neue Mediziner-Ausbildung investiert, deren Fortbestand in den vergangenen Jahren aufgrund von Finanzierungsproblemen immer wieder zu scheitern drohte. Zunächst scheinen die aber Geschichte zu sein.
„Wir nehmen hier eine große Summe Geld in die Hand. Damit übernimmt das Land auch in finanzieller Hinsicht Verantwortung und leistet einen Beitrag zur perspektivischen Entwicklung der Universitätsmedizin vor Ort und der Stadt Oldenburg“, so Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). Geplant sind drei Bauabschnitte, für den ersten ist der Planungsauftrag bereits erteilt. In diesem Schritt sollen auf 4000 Quadratmetern Flächen für die Anatomie entstehen – für 61,5 Millionen Euro, die laut Uni und Land schon bereitstehen. „Als Baubeginn ist die zweite Jahreshälfte 2024 vorgesehen“, so die Uni-Pressestelle. Im zweiten Abschnitt sollen Labore und Büros für die medizinische Forschung entstehen, im dritten ein Lehrgebäude für Hörsäle sowie Seminar- und Praktikumsräume.
Uni-Medizin „sehr wichtig für Ostfriesland“
Die Stadt Oldenburg hatte das Areal an der Straße Im Technologiepark bereits seit 2018 als Fläche für die Entwicklung der Universitätsmedizin freigehalten. „Ich bin sehr froh, dass sich diese Weitsicht jetzt auszahlt und die Planungen nun Realität werden können“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD). Uni-Dekan Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang sagte: „Wir sind der Stadt Oldenburg für die kontinuierliche Unterstützung der Universitätsmedizin sehr dankbar. Das Bereithalten eines Grundstücks für den dringend erforderlichen Neubau ist nur ein wichtiges Beispiel für dieses Engagement.“ Auch künftig werde man diese Unterstützung brauchen, um sich als dritter universitätsmedizinischer Standort in Niedersachsen „adäquat weiterentwickeln zu können“.
Der Leeraner Landrat Matthias Groote nennt die „European Medical School“ sehr wichtig für Ostfriesland. „Deshalb ist dieser Schritt ein gutes Signal, und ich freue mich darüber, zumal sich die Landkreise ja an der Ausbildung beteiligen“, schreibt er auf Anfrage der Redaktion. Es solle aber auch klar sein, dass die Zahl der Studienplätze nach und nach erhöht werden müsse. „Wir brauchen Ärzte für unsere Krankenhäuser, damit wir den Menschen, die auf dem Land leben, weiterhin eine gute medizinische Versorgung bieten können“, so Groote.