Flaggenstreit geht weiter  Vorm Rathaus weht jetzt das Moormerländer Wappen

| | 05.08.2022 13:16 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bleibt die Flagge der Gemeinde am Mast hängen? Das steht noch nicht fest. Foto: Lüppen
Bleibt die Flagge der Gemeinde am Mast hängen? Das steht noch nicht fest. Foto: Lüppen
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Seit dem Weinfest vor einer Woche flattert die offizielle Flagge der Gemeinde Moormerland im Wind. Unklar ist, ob sie da bleibt – es sind nicht alle zufrieden.

Warsingsfehn - Der seltsame Flaggenstreit in der Gemeinde Moormerland ist noch nicht zu Ende. Dabei weht tatsächlich seit einer Woche eine Flagge vom Mast vor dem Rathaus in Warsingsfehn. Aber Torsten Bruns von der Wählergemeinschaft Moormerländer Löwen, der als erster eine Beflaggung mit ostfriesischen Farben gefordert hatte, ist damit nicht zufrieden.

Was und warum

Darum geht es: Im Flaggenstreit in Moormerland ist die nächste Runde eröffnet.

Vor allem interessant für: Ostfriesen und Moormerländer und alle, die sich mit Ostfriesland identifizieren

Deshalb berichten wir: Vor dem Rathaus wurde jetzt die Moormerländer Flagge gehisst.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Bürgermeister Hendrik Schulz hatte die Flagge am Freitag voriger Woche anlässlich des Weinfestes hissen lassen. Seitdem hänge sie nun vor dem Rathaus. „Ich finde, mehr Identifikation mit Moormerland geht nicht“, sagt er. Es handele sich um die in der Satzung der Gemeinde festgeschriebenen Farben: das Wappen der Gemeinde auf Schwarz-Rot-Blau, den ostfriesischen Flaggenfarben.

Identifikation mit der Gemeinde

Nach Schulz’ Meinung sei diese Flagge weit besser geeignet, als die von Bruns beantragte Ostfriesland-Flagge, die auf Schwarz-Rot-Blau das Wappen des ostfriesischen Grafenhauses zeigt. „Ich glaube, dass Moormerländer sich mit unserem Wappen besser identifizieren können als mit dem der Familie Cirksena“, so der Bürgermeister.

Der Verein „Jungfräiske Mäinskup“ hatte diese Ostfriesland-Flagge im Juli illegal aufgehängt. Die Freude daran währte nicht lange. Foto: privat/Archiv
Der Verein „Jungfräiske Mäinskup“ hatte diese Ostfriesland-Flagge im Juli illegal aufgehängt. Die Freude daran währte nicht lange. Foto: privat/Archiv

Doch Bruns bleibt bei seiner Forderung nach der Ostfriesland-Flagge. „Ich begrüße zwar das Schwarz-Rot-Blau, aber es ist noch nicht im Sinne meines Antrags“, sagt er auf Anfrage. Der war zuletzt auch von der CDU-Fraktion im Gemeinderat unterstützt worden. Wenn es rechtlich nicht möglich sei, die Ostfriesland-Flagge mit dem Grafenwappen vorm Rathaus zu hissen, solle örtlichen Vereinen je ein Exemplar zur Verfügung gestellt werden.

Dieter Baumann als Vorsitzender der CDU-Fraktion ist mit der Moormerland-Flagge zufrieden und hält die Angelegenheit für erledigt. "Man sollte das buchstäblich nicht zu hoch hängen. Er freue sich über die schnelle und unbürokratische Lösung.

Anfang Juli hatten Aktivisten vom Verein „Jungfräiske Mäinskup“ in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Ostfriesland-Flagge vorm Rathaus gehisst, die rasch wieder entfernt wurde. Doch ist der Flaggenstreit nun wirklich erledigt? Vielleicht nicht.

Antrag wird neu gestellt

Denn Bruns hat unterdessen seinen Antrag geändert und neu gestellt. Um das strittige Cirksen-Wappen zu vermeiden, könne „nur die Trikolore“, also allein eine Flagge mit den Farben Schwarz-Rot-Blau gehisst werden. Das sei ähnlich wie mit der deutschen Flagge – Schwarz-Rot-Gold – und der Niedersachsen-Flagge, die auf diesen Farben das Niedersachsen-Ross zeigt. „Die ostfriesische Trikolore hätte einen anderen rechtlichen Hintergrund als das Grafenwappen“, glaubt Bruns, aber trotzdem mehr Wirkung als die Moormerland-Flagge.

Schulz bestätigt, dass der geänderte Antrag vorliegt. Dieser werde aber erst im kommenden Jahr beraten. Der Grund: „Er enthält keine signifikante Änderung gegenüber dem ersten Antrag.“ Dieser sei vom zuständigen Fachausschuss abgelehnt worden. Deshalb könne der neue Antrag erst im nächsten Jahr wieder auf die Tagesordnung kommen.

Flagge lag im Schrank

Ohnehin ist nicht klar, ob die Moormerland-Flagge noch lange Zeit im Wind flattern wird. „Wir entscheiden kommende Woche, wie wir verfahren wollen“, kündigte der Bürgermeister an. Anlass sei zunächst das Weinfest gewesen. Wo kommt die Flagge überhaupt so plötzlich her? „Die lag hier im Schrank“, sagt Schulz. In jüngster Zeit sei sie „eher selten“ gehisst worden.

Er könne sich durchaus vorstellen, sie jeweils zu Anlässen wie der bevorstehenden 50-Jahr-Feier der Gemeinde, der Ehrung der Kulturschaffenden oder der Fehntjer Meile hochzuziehen. Man darf gespannt bleiben, wie es in der Flaggenfrage weitergeht.

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