Escherweg in Pewsum Nach Jahren endlich Bewohner im Krummhörner Neubaugebiet
Im Neubaugebiet „Escherweg“ in Pewsum sind die ersten Bewohner eingezogen. In direkter Nähe zu Woquard entsteht hier eine ganz neue Nachbarschaft.
Pewsum - Im November 2015 wurde die vorbereitende Planung auf den Weg gebracht, jetzt kann der erste Einzug gemeldet werden: Ins Pewsumer Baugebiet „Escherweg“ kehrt Leben ein. In der Nacht zu Sonnabend übernachteten die ersten neuen „Escherweger“ in ihren neuen vier Wänden.
Was und warum
Darum geht es: Brigitte Prell und ihr Sohn Julien sind die ersten „Escherweger“, die ins Pewsumer Neubaugebiet ziehen.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die Bauland- und Wohnungsentwicklung in der Krummhörn interessieren.
Deshalb berichten wir: Wir wurden von einer Freundin von Brigitte Prell auf den Einzug aufmerksam gemacht. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Brigitte Prell ist die erste, die zusammen mit ihrem Sohn Julien das Neubaugebiet mit Leben füllt. „Ich habe aber schon viele meiner künftigen Nachbarn kennengelernt“, sagt die 57-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung – zwischen Umzugskarton und während nebenan noch die Küche aufgebaut wird.
Von der Muttertagstour zum Eigenheim
Es ist Freitagvormittag, im Neubaugebiet herrscht reges Treiben. Fahrzeuge und Mitarbeiter verschiedener Baufirmen sind unterwegs. Man kann dem Neubaugebiet förmlich bei der Geburt zusehen: Noch nicht auf allen der rund 50 Grundstücke wurde mit dem Bau begonnen, andere Häuser sind in unterschiedlichen Stadien des Werdens. Auch bei Brigitte Prell sieht noch viel nach Baustelle aus. Dennoch freuen sich Mutter und Sohn. Sieben oder acht Jahre sei es her, so Prell, da saß sie mit Freundinnen in der Bushaltestelle an der nahegelegenen L2. „Wir waren auf Muttertagstour.“ Da habe sie das erste Mal vom geplanten Neubaugebiet „Escherweg“ gehört. Schon damals wollte sie gerne nach Pewsum ziehen, raus aus Hamswehrum, wo man sich immer ins Auto setzen muss, wenn man „irgendetwas erledigen muss“.
Doch es dauerte, bis aus dem Wunsch Realität wurde. Erst im vergangenen Jahr habe sie die Nachricht bekommen, dass sie ein Grundstück bekommt. „Ich hatte mich zwar für ein anderes beworben, aber ich freue mich trotzdem, jetzt endlich hier ein neues Heim zu haben“, so Prell. Vermarktet wurde das Baugebiet durch die Niedersächsische Landgesellschaft NLG. Als dann alles in die Wege geleitet und auch ein Bauunternehmen gefunden war, ging „alles ganz schnell“, sagt Prell. Die Firma „Lejo Haus und Bau“ aus Pewsum habe sie „wirklich toll begleitet“. Ein Lob, welches bei Prell noch einen ganz besonderen Hintergrund hat: „Eigentlich sollte ich erst im August die ersten Sachen rüberbringen können“, sagt Prell. Aber dann war das Dank der fleißigen Handwerker schon im Juli möglich. „Pünktlich zu meinem Geburtstag!“ Und nun folgte nur ein paar wenige Wochen später die erste Nacht im „Escherweg“.
Die Entstehung der Nachbarschaft von Anfang an erleben
Prell freut sich, dass sie im Neubaugebiet ein neues Eigenheim nach ihren Wünschen bauen konnte. Wie hoch der Bedarf an Wohnraum ist, hat die Neu-Pewsumerin durch den Neubau auch gemerkt, denn: Bestandteil des Hauses ist auch eine Einliegerwohnung. „Da gab es wirklich sehr viele Anfragen“, sagt sie. „Ich glaube, in der Krummhörn fehlt wirklich bezahlbarer Mietwohnraum.“ Auch die Mietwohnung, in der sie in Hamswehrum wohnte, sei „gleich schon wieder weg“ gewesen. „Die meisten Wohnungen laufen über Mundpropaganda“, weiß auch Thorben Visher. Der 34-Jährige spricht da auch aus Erfahrung, denn er ist der Mieter der Einliegerwohnung von Prell. Und von der Wohnung erfuhr er, weil er einer der Nachbarn seiner jetzigen Vermieterin in Hamswehrum war. „So hat sich das ergeben“, sagt er. Visher zieht mit seinem achtjährigen Sohn Fynn nach „Escherweg“. Auch er hat sich vor allem wegen der besseren Erreichbarkeiten von Schule, Einkaufsmöglichkeiten und Ärzten für den Umzug nach Pewsum entschieden.
Sowohl Visher als auch Prell freuen sich aber noch aus einem ganz anderen Grund über den Umzug: „Hier können wir von Anfang an beim Aufbau der Nachbarschaft mit dabei sein“, freut sich Visher. Und Prell hat schon die ersten angehenden Hausbesitzer zum Kaffee eingeladen. „Wenn ich da bin, ist die Kaffeemaschine eigentlich immer an“, sagt sie und muss lachen. Das sind ja gute Voraussetzungen für eine gute Nachbarschaft.
Baugebiete sind Dauerthema in der Krummhörn
Während für die neuen Bewohner im „Escherweg“ der Traum vom Eigenheim in der Krummhörn schon in Erfüllung gegangen ist, warten andere noch oder suchen. Denn nicht nur bezahlbarer Mietwohnraum ist in der Flächengemeinde begehrt, sondern auch Bauplätze sind Mangelware. Das liegt auch daran, dass nur in Greetsiel und Pewsum neue, größere Baugebiete überhaupt ausgewiesen werden können. In den übrigen Dörfern der Krummhörn ist dies nicht möglich.
Dennoch werden immer wieder auch gemeindeeigene Grundstücke ausgeschrieben. Zuletzt bewarb die Verwaltung gemeindeeigene Grundstücke in Freepsum, Campen, Loquard und Manslagt. „Die Erschließungsarbeiten in Freepsum und Campen sind bereits abgeschlossen, die Erschließungsarbeiten in Loquard und Manslagt laufen derzeit noch“, heißt es mit Stand Ende Juli auf der Internetseite der Gemeinde.
In den Endspurt geht unterdessen die Bewerbungsfrist für die letzten Dauerwohn-Grundstücke im Greetsieler Neubaugebiet Grachten II. Sie endet am 15. August.