Ostfriese startet bei der Leichtathletik-EM Diskuswerfer Henrik Janssen steht in München im EM-Finale
Der aus Norden stammende Diskuswerfer Henrik Janssen hat sich bei der EM in München für den Endkampf qualifiziert. Auch dort rechnet sich der 24-Jährige etwas aus.
München - Zur besten Sendezeit am Freitagabend tritt Henrik Janssen nun auf ganz großer Bühne an. Der ostfriesische Diskuswerfer hat sich am frühen Mittwochnachmittag mit einer Weite von 62,60 Meter im Münchener Olympiastadion für das Europameisterschaftsfinale der besten Zwölf qualifiziert. 50 Jahre nach den Olympischen Spielen finden in München momentan neun verschiedene Europameisterschaften statt, auch die der Leichtathleten. Am Freitag überträgt das ZDF live.
„Auch wenn ich gerne noch etwas weiter geworfen hätte, bin ich zufrieden. Ich habe mein Ziel, das Finale zu erreichen, geschafft“, sagte der gebürtige Norder, der Ostfriesland 2015 Richtung Sportinternat in Magdeburg verließ, im Gespräch mit unserer Zeitung.
Weltmeister wirft am weitesten
Der 24-Jährige trat in der zweiten Qualifikationsgruppe an. Das Reglement sah so aus: Wer die Weite von 66 Meter übertraf, zog direkt in den Finalkampf ein. Das schaffte in der ersten Gruppe nur Weltmeister Kristjan Ceh, der Slowene warf den Diskus 69,06 Meter weit. Die Janssen-Gruppe erwies sich als die stärkere, dort schaffte dies noch Olympiasieger Daniel Stahl. Der Schwede kam auf 66,39 Meter. Etwas weiter flog der Diskus des Litauers Andrius Gudzius (66,70 Meter). Die anderen neun Finalplätze wurden an die Werfer mit den weitesten Würfen unterhalb der 66-Meter-Marke vergeben.
Henrik Janssen genügten dabei 62,60 Meter, damit landete er die siebtbeste Weite. Die gelang ihm im zweiten Versuch um 13.57 Uhr. Zehn Minuten zuvor landete der Diskus bei 58,56 Meter. Der letzte und dritte Versuch um 14.06 Uhr war ungültig, übergetreten. Doch der 24-Jährige brauchte sich nicht zu ärgern. Der Diskus landete ohnehin nur bei um die 55 Meter – und die Final-Qualifikation war zu diesem Zeitpunkt auch schon sicher.
Hoffen auf die Top acht
Und was ist nun am Freitagabend möglich? „Mein Ziel ist es, am Ende sechs Würfe zu haben“, sagt der Ostfriese. Dafür müsste der Deutsche Vizemeister und WM-Teilnehmer nach drei Versuchen unter den Top acht sein. „Die ersten fünf sind schon sehr stark. Dahinter könnte ich mit einem guten Tag in den Kampf um die Plätze mit einsteigen.“ In diesem Jahr verbesserte Janssen seine Bestweite auf 66,25 Meter.
Beim Blick auf die Wetterprognosen für Freitagabend rechnet er nicht mit Top-Weiten des Feldes. „Es soll – stand jetzt – auch gewittern.“ Er hofft, dass es trocken bleibt. Auch, damit das Olympiastadion wieder gut gefüllt ist. Den magischen Mittwochabend mit vier deutschen Medaillen (zweimal Gold) und begeisternden 50.000 Zuschauern verfolgte er im Hotelzimmer vor dem TV. „Natürlich hätte ich auch gerne auf der Tribüne mitgefiebert. Das wäre aber keine gute Vorbereitung für meinen Wettkampf gewesen.“
Nach seiner erfolgreichen Qualifikation ging es mit dem Shuttlebus ins Hotel. Dann wollte sich Henrik Janssen noch mit seiner Ehefrau und ein paar Magdeburger Freunden zum Essen treffen, die allesamt auf der Tribüne mitgefiebert hatten. Freitagabend werden sie auch dabei sein. Dann wird die Bühne für ihren Henrik noch um ein Vielfaches größer, zumal er es als einziger Deutscher ins Finale geschafft hat.
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