Heimspiel Kickers Emden  Norderstedt-Torwart Huxsohl vermittelt auch Schönheits-OPs

| | 19.08.2022 16:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bis auf ein einjähriges Stipendium in den USA spielt Lars Huxsohl seit 2016 für Eintracht Norderstedt. Seine Familie lebt noch in Jemgum. Foto: Imago
Bis auf ein einjähriges Stipendium in den USA spielt Lars Huxsohl seit 2016 für Eintracht Norderstedt. Seine Familie lebt noch in Jemgum. Foto: Imago
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Kickers Emden trifft auf Eintracht Norderstedt und den Jemgumer Torwart Lars Huxsohl. Der ist beruflich auch im Bereich von Haartransplantationen tätig.

Emden/Norderstedt - Das dritte Regionalliga-Heimspiel des BSV Kickers Emden ist für einen Gästespieler von Eintracht Norderstedt ein ganz besonderes. „Ich glaube, es saßen noch nie so viele Familienmitglieder von mir bei einem Spiel auf der Tribüne“, sagt Eintracht-Torwart Lars Huxsohl, der aus Jemgum stammt. Von dort machen sich Sonntag zahlreiche Huxsohl-Fans auf den Weg ins Ostfrieslandstadion. Ein paar Kumpels sogar per Rad und Fähre (Ditzum nach Petkum). Denn so nah vor der Haustür spielt ihr Lars sonst nie.

Lars Huxsohl ist Stammkeeper bei Eintracht Norderstedt und lebt seit einigen Jahren in Hamburg. Foto: Imago
Lars Huxsohl ist Stammkeeper bei Eintracht Norderstedt und lebt seit einigen Jahren in Hamburg. Foto: Imago

Auch wenn die Eintracht in den ersten vier Regionalliga-Partien erst drei Punkte sammelte, treten die Gäste auch aus Sicht von Lars Huxsohl Sonntag um 14 Uhr als Favorit beim punktlosen Schlusslicht an. „Bei unseren drei Unentschieden waren wir dreimal die bessere Mannschaft. Wir spielen seit einigen Jahren in der Regionalliga und haben auch ambitionierte Saisonziele, die wir uns intern gesetzt haben.“ Der Aufstieg wird es nicht sein – Platz 14 oder 11 allerdings auch nicht.

Vermittlung von Haartransplantationen

Die Norderstedter reisen bereits Samstag nach Ostfriesland und übernachten im Hotel. „Das machen wir eher selten, da wir in Hamburg eine gute Lage haben und dadurch viele kürzere Anreisen haben.“ Er selbst wird ein paar Stunden vor seinen Teamkollegen mit dem Zug aufbrechen, da er seine Familie in Jemgum besuchen möchte und am Abend wieder zur Mannschaft stoßen wird. „Ich war leider schon vier Monate nicht mehr da, es wird Zeit“, erzählt der 1,88 Meter große Torwart. „Ich hatte viel um die Ohren.“

Der frühere Jugendspieler vom SV Ems Jemgum, Germania Leer und SV Meppen verdient seinen Lebensunterhalt auf mehreren Feldern. Neben dem Job als semiprofessioneller Fußballer ist er in einer Projektarbeit für ein externes Airbus-Unternehmen und in einem ungewöhnlichen Job aktiv. „Ich vermittel Schönheits-OPs in die Türkei, meistens Haartransplantationen und kümmere mich um das Organisatorische. Ich arbeite mit mehreren Kliniken in der Türkei zusammen.“

Training mit Rene Adler

Nach seinem abgeschlossenen BWL-Studium sei er eher zufällig an diesen Job gekommen, nachdem er sich vor drei Jahren selbst einer Haartransplantation unterzogen hat. Nun macht er über die Sozialen Medien in Deutschland Werbung, tritt als Vermittler auf und erreicht auch einige Fußballer. „Ein Kicker vom SC Freiburg war auch schon unter den Kunden, auch Spieler aus der 3. Liga und Regionalliga.“

Nach ersten Herren-Jahren als Ersatztorwart beim SV Meppen spielt er seit 2016 in Norderstedt, das geografisch zu Schleswig-Holstein, aber wegen der Nähe zum Hamburger Fußball-Verband gehört. „Das Hamburger Ortsschild ist nur ein paar hundert Meter entfernt. Ich und die meisten Spieler leben auch in Hamburg.“ Viermal die Woche wird um 18 Uhr trainiert, einmal zusätzlich vormittags. Lars Huxsohl steuerte Donnerstag eine besondere Einheit ein. „Ich habe mit Rene Adler auf dem HSV-Trainingsplatz trainiert, er machte sich für ein Benefizspiel fit.“ Der Ex-Nationaltorwart steht bei einem Spiel zu Ehren von Michael Schumacher am 24. August in Frankfurt mit Dirk Nowitzki, Sebastian Vettel oder Mats Hummels auf dem Feld.

Emmerling: „Nicht in Panik verfallen“

Huxsohl spielt Sonntag erstmals im Emder Ostfrieslandstadion, kennt auf Emder Seite einige wenige Spieler noch von früheren Talentfördermaßnahmen. „Und Stefan Emmerling habe ich auch mal ein paar Tage kennengelernt.“ Als der Kickers-Trainer beim 1. FC Köln II tätig war, absolvierte der Ostfriese Probetrainings bei den Kölnern.

Apropos Emmerling: Der Emder Aufstiegstrainer weiß nach vier Startpleiten um die Notwendigkeit von Punkten, strahlt aber trotzdem Ruhe aus. „Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern, das ist klar. Das wissen wir auch“, sagt der 56-Jährige. „Aber ich werde bei dieser langen Saison nach vier Spielen nicht in Panik verfallen. Solche Phasen habe ich als Trainer auch schon öfters erlebt. Man will sie nicht, aber sie gehören auch mal dazu.“

Die Emder Fußballer hoffen nach vier Startpleiten nun auf ein Erfolgserlebnis. Foto: Doden
Die Emder Fußballer hoffen nach vier Startpleiten nun auf ein Erfolgserlebnis. Foto: Doden

Ob Stammtorwart Jannik Wetzel nach Rückenproblemen wieder ins Emder Tor zurückkehren kann oder wie am Mittwoch in Jeddeloh (0:4) wieder Joachim Groenewold zwischen den Pfosten stehen wird, steht noch nicht fest. Fragezeichen stehen auch hinter den Einsätzen bei den zuletzt verletzt fehlenden Heiko Visser und Ramon Issa, Stijn Hensema (krank) fällt definitiv aus. Änderungen in der Startelf seien auch aufgrund der Englischen Woche möglich. Der umworbene Amerikaner Adeyemi Ayodele gehört nicht dazu. Seine Verpflichtung ist noch nicht abgeschlossen.

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