Poppinga‘s Alte Bäckerei Immobilie in Greetsiel – Frist läuft am 20. September ab
Zunächst noch bis zum 20. September können Interessenten sich für den Kauf von „Poppinga‘s Alte Bäckerei“ in Greetsiel bewerben. Die traditionsreiche Teestube wird ab 600.000 Euro angeboten.
Greetsiel - Jüngst gab die Gemeinde Krummhörn bekannt, dass die Teestube „Poppinga‘s Alte Bäckerei“ verkauft werden soll. Damit setzt die Verwaltung einen politischen Beschluss aus dem Jahr 2020 um.
Als Reaktion auf den Artikel meldeten sich verschiedene Leser bei uns, die den geplanten Verkauf des Gebäudes bedauern. Oft wurde dabei vorgebracht, dass die Gemeinde damit eine Chance vertut, unter eigener Regie etwas für die Einheimischen zu tun.
Einer von diesen Menschen ist der ehemalige FBL-Ratsherr und vormaliger Bürgermeisterkandidat Henning Paulsen-Jacobs. In einem Brief hat er sich nun an Rat und Verwaltung gewandt. Paulsen-Jacobs regt an, dass man ein ähnliches Konstrukt schafft wie bei der grünen Mühle in Greetsiel. Das bedeutet: Das Gebäude wird für einen symbolischen Preis an einen gemeinnützigen Verein verkauft. „Ein gemeinnütziger Verein kann sowohl öffentliche Fördermittel einwerben als auch private Spenden einsammeln“, so Paulsen-Jacobs. Die Gemeinde müsste sich so weder um die Nutzung kümmern noch „die erforderlichen Investitionen stemmen“
Gemeinde und Politik wollen Sanierung nicht leisten
Die notwendigen Investitionen sind einer der Gründe, warum die Gemeinde das Gebäude veräußern will. „Ausschlaggebend für den angestrebten Verkauf sind notwendige Sanierungsmaßnahmen, die man nicht leisten will“, so Gemeindesprecher Fritz Harders auf Nachfrage. Der Beschluss zum Verkauf sei im November vor nunmehr fast zwei Jahren einstimmig im Verwaltungsausschuss getroffen worden. Ein VErkauf an einen Verein, den es allerdings noch nicht gibt, würde dem politischen Beschluss „nicht entgegenstehen“, betont Paulsen-Jacobs.
Das nun ausgeschriebene Angebot basiere auf einer Kaufpreisermittlung eines Maklers. Die Gemeinde ist Eigentümerin des historischen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Das Mindestgebot beträgt 600.000 Euro. Interessensbekundungen können noch bis zum 20. September abgegeben werden, so die Gemeinde.
Höhe der Sanierungskosten unbekannt
Interessenten müssen ihrem Kaufangebot ein Konzept zur künftigen Nutzung beifügen. Eventuelle Um-, Aus- und Sanierungsarbeiten sowohl im Innen- als auch Außenbereich müssten zudem mit der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Aurich abgestimmt werden. „Eine aktuelle Kostenermittlung für eine Sanierung des historischen Gebäudes liegt nicht vor“, so die Gemeinde. Dem schließt sich auch Rainer Müller-Gummels, Sprecher des Landkreises Aurich, an: „Kostenschätzungen für Vorhaben Dritter sind zum einen nicht unsere Aufgabe und wären – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Preissteigerungen im Baubereich – nur spekulativ.“ Auch zu baurechtlichen Voraussetzungen könne man sich pauschal nicht äußern. „Hierfür wären genauere Informationen über mögliche Planungen erforderlich.“
Maßgabe für den Verkauf, dem dann aber noch der Krummhörner Gemeinderat zustimmen muss, ist, dass das Gebäude der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich sein muss, ergänzt Harders. Als reines Wohnhaus kann es entsprechend nicht genutzt werden. Leser schlugen gegenüber dieser Zeitung vor, dass man in den bekannten Räumlichkeiten auch einen Treffpunkt von und für die Fischer des Ortes einrichten könne. Die Gemeinde könnte laut Harders den Verkauf jederzeit stoppen.
Entgegen anders lautender Berichte aus der Vergangenheit betont der Gemeindesprecher nun zudem, dass die bisherige Teestube nicht zwangsläufig barrierefrei umgebaut werden muss – trotz der öffentlichen Zugänglichkeit. Er erinnert an den Denkmalschutz des jahrhundertealten Hauses. Die Fortführung der gastronomischen Tradition und die damit verbundene Neuerteilung einer Konzession sei ebenfalls nicht vorgeschrieben, allerdings wünschenswert.
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