Jufa in Greetsiel Die Stille ums Hotel
Still ist es um das geplante Jugend- und Familienhotel in Greetsiel geworden. Die Gemeinde will an den Plänen festhalten und kündigt weitere Gespräche an.
Greetsiel - Viel wurde in den vergangenen Monaten über Greetsiel und die zukünftige Entwicklung diskutiert. Sei es die geplante Neugestaltung des Marktplatzes, sei es die Zahl der Ferienwohnungen oder die Schaffung eines „Masterplans Greetsiel“. Worüber man hingegen nichts gehört hat: das geplante Jugend- und Familienhotel. Dies sollte auf dem Gelände des ehemaligen Bauamtes für Küstenschutz nahe Deich und Badesee entstehen. Von acht Millionen Euro Investitionskosten war vor der Corona-Pandemie die Rede. Bis zu 100 Betten sollte der Neubau beherbergen.
Was und warum
Darum geht es: Beim geplanten Jugend- und Familienhotel in Greetsiel muss die Gemeinde grundlegende Gespräche erneut führen.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die touristische Entwicklung Greetsiels interessieren
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie es um das groß angekündigte Projekt Jufa-Hotel bestellt ist. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Ein Rückblick: Ende 2017 gab der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Krummhörn grünes Licht für die „Konzeptentwicklung zum Bau des Jugend- und Familienhotels“, berichtete diese Zeitung. Anfang 2018 war dann klar, dass die österreichische Firma Jufa, die eine Kette von Hotels betreibt, das Hotel realisieren und betreiben soll.
Gespräche, Gespräche, Gespräche
„Wir wollen in Norddeutschland expandieren. Greetsiel ist dafür ein sehr guter Standort“, hieß es damals seitens des Unternehmens. 2019 meldete die Gemeindeverwaltung dann, dass auch ein Investor aus der Region für das Projekt gefunden wurde. Intensive Gespräche werden geführt, heißt es eigentlich seit 2018 regelmäßig auf Nachfrage.
Zwischenzeitlich war sogar schon von einem Baubeginn im Jahr 2020 die Rede. Doch dann kam Corona. Die Pläne verschoben sich weiter. Lange hegte der damalige Bürgermeister der Krummhörn, Frank Baumann, die Hoffnung, dass das Projekt bald beginnen könne. Noch 2021 äußerte sich Baumann gegenüber dieser Zeitung, dass das Vorhaben in diesem Jahr „richtig Fahrt aufnehmen“ werde.
Gemeinde will an Plänen festhalten
Doch daraus wurde nichts. „Corona mag für Verzögerungen einiger Projekte eine Ausrede sein, die Jufa-Pläne wurden durch die Pandemie aber tatsächlich komplett ausgebremst“, so Krummhörns Gemeindesprecher Fritz Harders aktuell auf Nachfrage. Dies sei so weit gegangen, dass Baumanns Nachfolgerin Hilke Looden (parteilos) im vergangenen Frühjahr erneut „grundlegende Gespräche“ führen musste. Zwar seien die Gespräche schon im Vorfeld „weit gediehen“ gewesen, aber die Zwangspause habe alles durcheinandergeworfen.
Die Gemeinde Krummhörn habe aber „weiterhin sehr großes Interesse daran, dass das Unternehmen JuFa ein Jugend- und Familienhotel in Greetsiel betreibt“, betont Harders. Looden stehe dahingehend in Kontakt sowohl mit der österreichischen Unternehmensführung als auch mit dem potenziellen Investor und mit Landrat Olaf Meinen. „Der Landkreis Aurich hat der Bürgermeisterin wiederholt versichert, das Projekt zu unterstützen“, so Harders. Betreiber und Investor hätten ebenfalls zugesichert, an den Plänen festhalten zu wollen. Für den Herbst seien weitere Gespräche angesetzt, so Harders.
Anfragen dieser Zeitung an die Firma Jufa bleiben seit Monaten unbeantwortet.