Versammlung in der Kirche  Mehr Druck zum Erhalt der Jennelter Grundschule

| | 12.09.2022 12:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die ehemalige Schulleiterin der Grundschule Jennelt, Jutta Lerche-Schaudinn (von rechts) will eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Schule gründen. In Johannes Booken und Silke Janßen hat sie erste Mitstreiter gefunden. Foto: Hock
Die ehemalige Schulleiterin der Grundschule Jennelt, Jutta Lerche-Schaudinn (von rechts) will eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Schule gründen. In Johannes Booken und Silke Janßen hat sie erste Mitstreiter gefunden. Foto: Hock
Artikel teilen:

In der kommenden Woche soll eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Grundschule Jennelt gegründet werden. Mit dabei ist auch die ehemalige Schulleiterin Jutta Lerche-Schaudinn.

Jennelt/Krummhörn - Die Grundschule Jennelt hat einen neuen Schulleiter, aber die Vorgängerin kann und will sich noch nicht von ihrer Schule verabschieden. Wie bereits zu ihrem Eintritt in den Ruhestand verkündet, macht sich Jutta Lerche-Schaudinn jetzt daran, eine Bürgerinitiative zu gründen. Das Ziel: den Grundschulstandort in Jennelt zu erhalten.

Was und warum

Darum geht es: Am 13. September will sich die „Bürgerinitiative für den Erhalt des Grundschulstandortes in Jennelt“ gründen. Es werden noch Mitstreiter gesucht.

Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die Bildungslandschaft in der Krummhörn interessieren.

Deshalb berichten wir: Im Bildungsausschuss der Krummhörn war auch die Grundschule Jennelt Thema. Im Publikum saß unter anderem die ehemalige Schulleiterin, die sich weiter für den Erhalt des Standortes einsetzen will.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Wie die frühere Schulleiterin am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung betonte, habe die beschlossene Bedarfsanalyse zur Kita- und Grundschullandschaft in der Krummhörn zusätzliche Unsicherheit nach Jennelt gebracht. Denn, so ist Lerche-Schaudinn überzeugt: Sei es zuvor nur um Neubau oder Sanierung der Grundschule gegangen, stehe jetzt auch eine Schließung im Raum.

Erste Daten für Analyse sind erhoben, Bereisung im Oktober

Eine Einschätzung, die in der Wahrnehmung sowohl der ehemaligen Schulleiterin als auch in der besorgter Eltern auch durch zurückhaltende Äußerungen der Politik bestärkt wird. Zuletzt hatte sich nur die SPD im Gemeinderat offensiv für einen Erhalt aller Grundschulstandorte in der Krummhörn ausgesprochen. Am Donnerstag betonte aber auch Heiko Ringena, Freie Bürgerliste Krummhörn (FBL), im Bildungsausschuss, dass auch seine Partei für einen Erhalt des Standortes sei. Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) hatte stets betont, dass man ergebnisoffen an die Bedarfsanalyse herangehe. Gleichzeitig betonte sie immer wieder, dass die Ergebnisse von der Politik als Entscheidungshilfe herangezogen werden können, aber keinen bindenden Charakter haben.

Doch das wird nichts daran ändern, dass Lerche-Schaudinn am kommenden Dienstag, 13. September, „möglichst viele Mitstreiter“ in der Jennelter Kirche an der Knyphausenstraße 5 begrüßen möchte. „Im Förderverein habe ich schon Mitstreiter gefunden“, sagt sie. Dazu gehören auch Johannes Booken und Silke Janßen. Booken, 26 Jahre alt, wollte am Donnerstag auch vom Ausschuss wissen, wann denn mit Ergebnissen der Bedarfsanalyse zu rechnen sei. Die Daten, so die Antwort der Gemeinde, seien mittlerweile erhoben. Als nächstes stünden die Bereisungen der Standorte zusammen mit dem Ersteller der Analyse, der Firma Biregio, an. Diese sollen im Oktober stattfinden. Da auch noch Workshops durchgeführt werden sollen, ist mit konkreten Ergebnissen also wahrscheinlich erst zum Ende des Jahres zu rechnen, wenn nicht sogar erst im Frühjahr 2023.

„Die Gemeinde soll wissen, dass wir da sind und auch Druck machen“

Die in der Gründung befindliche Bürgerinitiative möchte derweil als Sprachrohr derjenigen dienen, die sich für einen Erhalt des Grundschulstandortes in Jennelt einsetzen. „Die Gemeinde soll wissen, dass wir da sind und auch Druck machen“, sagt Booken. Der 26-Jährige hat vor wenigen Jahren in Jennelt gebaut und ist mit seiner Frau in den Ort gezogen. „Eben auch, weil uns das Angebot vor Ort mit Kita und Grundschule überzeugt hat“, sagt er gegenüber dieser Zeitung.

Auf dem Flyer, der zur Gründungsversammlung einlädt, wird die Grundschule als „wegweisendes Zentrum pädagogischer Arbeit“ bezeichnet. Begründet wird die Forderung nach dem Erhalt des Standorts unter anderem mit der pädagogischen und inklusiven Ausrichtung der Schule. Aber auch die Bedeutung für das Miteinander im Dorf wird betont.

Ähnliche Artikel