Immobilie in Pewsum Verwaltung pachtet ehemalige OLB
Ab dem 1. Dezember mietet die Krummhörner Verwaltung die ehemalige OLB-Filiale in Pewsum an. Der Grund: akuter Raummangel.
Pewsum - Das Rathaus in Pewsum bekommt eine Außenstelle. Das bestätigte am Freitag Gemeindesprecher Fritz Harders gegenüber dieser Zeitung. Ab dem 1. Dezember dieses Jahres mietet die Gemeinde dafür die Räume der ehemaligen OLB-Filiale in der Burgstraße in direkter Nachbarschaft zum Rathaus an. Die Entscheidung wurde ohne Mitwirkung durch die Politik getroffen.
Was und warum
Darum geht es: Im Rathaus der Gemeinde Krummhörn gibt es für die Mitarbeiter zu wenig Platz.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die Entwicklung der Gemeinde(verwaltung) Krummhörn interessieren.
Deshalb berichten wir: Wie jetzt bekannt wurde, hat die Verwaltung den Mietvertrag für die ehemalige OLB-Filiale in pewsum unterzeichnet. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Die Politik sei darüber aber informiert worden, so Harders. Der Mietvertrag sei zunächst über zehn Jahre geschlossen worden, es gebe aber die Option, dies auch vorher wieder zu beenden. Der Grund für die Anmietung: „Das neue Rathaus ist schon zu klein gebaut worden“, so Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) im August gegenüber dieser Zeitung. 2012 wurde beschlossen, das niedergebrannte Burghotel im Ortskern zu kaufen und auf dessen und einem benachbarten Gärtnereigrundstück ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten. Der Denkmalschutz, so Looden, habe eine größere Lösung damals aber verhindert. Das würde sich jetzt zunehmend bemerkbar machen. Die 35 zur Verfügung stehenden Büros im Rathaus würden angesichts weiterer Einstellungen nicht ausreichen.
Verwaltung bestätigt Miete von 25.000 Euro pro Jahr nicht
Die ehemalige OLB-Filiale, die im März geschlossen wurde, hat eine Nutzfläche von rund 180 Quadratmetern. Wie viele Büros dort entstehen sollen oder können, darüber konnte Harders am Freitag keine Auskunft geben. „Der Innenraum lässt sich unterschiedlich gestalten.“
Zur Höhe der Mietkosten will sich die Verwaltung auf Nachfrage nicht äußern. Medienberichten zufolge soll sich die Miete auf 1800 Euro zuzüglich 300 Euro an Nebenkosten pro Monat belaufen. Das wären, Steigerungen bei den Energiekosten nicht einberechnet, 25.200 Euro pro Jahr – und eine Viertelmillion bei einer Laufzeit von zehn Jahren.
Politik wurde in Entscheidung nicht einbezogen
Bezahlt werden soll die Miete aus dem Topf für „laufende Geschäfte der Verwaltung“, so Harders. „Ein Geschäft der laufenden Verwaltung ist im deutschen Kommunalrecht die Bezeichnung für eine Routineangelegenheit, die für die betreffende Selbstverwaltungskörperschaft sachlich, politisch und insbesondere finanziell nicht von grundsätzlicher Bedeutung ist“, heißt es in einer gängigen Definition. Welchen finanziellen Rahmen Teile dieser laufenden Geschäfte nicht übersteigen dürfen, ohne dass die Politik entscheiden muss, ist in vielen Städten und Gemeinden festgelegt. Die Gemeinde Hinte hat beispielsweise festgelegt, dass Mietverträge nur bis zu einer Jahressumme von 10.000 Euro ohne Beteiligung der Politik abgeschlossen werden dürfen. In der Stadt Emden verläuft die Grenze bei 25.000 Euro Jahressumme.
In der Krummhörn gibt es eine genaue Festlegung über die finanziellen Grenzen der laufenden Geschäfte der Verwaltung nicht. Darauf beruft sich auch die Verwaltung. Rechtlich habe man sich nicht weiter dahingehend versichert.
Umzug der Touristiker könnte helfen
Andere Möglichkeiten, die akute Raumnot zu beheben, sehe man nicht, so Harders. Theoretisch könnte ein Umzug einiger Mitarbeiter der Krummhörn-Touristik, darunter der Geschäftsführer der GmbH, wieder Büroräume frei machen. Aber die Idee, sämtliche Touristiker in Greetsiel anzusiedeln, sei bisher eben nur das: eine Idee. „Da gibt es nichts Konkretes“, so Harders.
Entsprechend habe die Verwaltung auch noch keine konkreten Objekte in Greetsiel unter die Lupe genommen, ob man hier noch Räume für die Touristiker schaffen könnte. „Wir halten zwar die Ohren offen, mehr aber nicht“ so Harders. Im Rathaus selbst stehen aktuell rund 35 Büros zur Verfügung, von denen weniger als zehn von zwei Personen genutzt werden können. Beschäftigt sind im Verwaltungssitz allerdings 45 Menschen, inklusive Teilzeitkräfte – Auszubildende nicht eingerechnet. Wie lange die nun angemieteten Räume den Platzmangel beheben, könne Harders nicht sagen. „Das wäre Kaffeesatzleserei.“ Denn wie sich die Mitarbeiterzahl in den kommenden Jahren entwickele, sei nicht vorauszusagen.
Wie die Politik auf den, wenngleich anscheinend legitimen, Alleingang bei der Anmietung der ehemaligen OLB-Filiale reagiert, ist noch offen. Aus Politikkreisen ist zu hören, dass man sich zumindest eine frühzeitigere Information gewünscht hätte. Vereinzelt gab es auch Bedenken, dass die jetzt besiegelte Nachnutzung nicht zur Attraktivitätssteigerung des Ortskerns beitragen würde. Manch Stimme wünsche sich eher einen Frequenzbringer. „Wie man dazu steht, mag jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Harders. „Aber es ist schade, wenn dabei die Entwicklung der vergangenen Jahre einfach unter den Tisch fällt.“ Von der Brandruine mitten im Ortskern bis jetzt habe sich schließlich „wirklich viel getan.“