Schließung der Filialen  Protest gegen Sparkassen-Schließung aus Jemgum

|
Von Vera Vogt
| 30.09.2022 12:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Sparkasse wird für ihre Schließungen kritisiert. Foto: Ortgies
Die Sparkasse wird für ihre Schließungen kritisiert. Foto: Ortgies
Artikel teilen:

Fatales Signal und Einsparungen auf dem Rücken der Kleinsten: In Jemgum will man die Schließung der Sparkassen-Filiale nicht hinnehmen.

Jemgum - Energisch protestierte man am Donnerstag in Jemgum. Dass die Sparkassen-Filiale in Jemgum bis Ende März 2023 geschlossen wird, will man nicht hinnehmen. „Wir fordern Vorstand und Verwaltungsrat der Sparkasse auf, einen anderen Weg für Einsparungen zu wählen, der die Lasten solidarisch auf alle Schultern verteilt“, heißt es in einer Stellungnahme des Rates. Eine Schließung an einzelnen Tagen der Woche wäre gegebenenfalls verkraftbar, eine vollständige Schließung für ein halbes Jahr sei inakzeptabel. Man fordert die politisch Verantwortlichen im Landkreis auf, ihren Einfluss zu nutzen, „um ein Umdenken bei der Sparkasse herbeizuführen“, hieß es weiter.

Dabei entlud sich die Wut parteiübergreifend am meisten über die Entscheidung des Verwaltungsrat der Sparkasse: Da dieser mit politischen Akteuren der Kreisebene besetzt sei, könne man nicht verstehen, wie dort grünes Licht für die Schließungen gegeben werden konnte.

Hinweis auf das Sparkassen-Gesetz

In der Sitzung kam noch ein Punkt auf, den man der Stellungnahme des Rates hinzufügte. Die Entscheidung der Sparkasse widerspreche fundamental Paragraf 4 des Niedersächsischen Sparkassengesetzes, nach dem die Sparkassen verpflichtet sei, ihre Leistungen „in der Fläche sicherzustellen.“

Wörtlich steht im Gesetzt, dass es die Aufgabe der Sparkasse ist, eine „angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise und insbesondere des Mittelstands mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen in der Fläche sicherzustellen.“ Die Ratsmitglieder haben von den Bürgern genau das Gegenteil gehört: Bei allem Verständnis für Einsparungen stelle man fest, dass von der Schließung der Filiale, die in der Gemeinde zur Grundversorgung gehöre, insbesondere ältere Menschen stark betroffen seien.

Massives Problem für Privatleute und Betriebe

Die Schließung der Filiale betreffe aber auch viele andere Privatkunden, die über keinen Online-Zugang verfügen oder aufgrund von Mobiltätseinschränkungen kaum die Möglichkeit hätten, für Bankgeschäfte nach Leer oder Weener zu fahren, heißt es weiter.

Für die kleinen Betriebe und Gewerbetreibenden sei das Vorhaben ebenfalls ein massives Problem, der Gewerbeverein Jemgums wird so zitiert: „ein tiefer Einschnitt in unseren täglichen Geschäftsablauf“, verbunden mit erheblichen Nachteilen. Der Rat lehne es ab, dass notwendige Einsparungen der Sparkasse auf dem Rücken der kleinsten und strukturell mehrfach benachteiligten Gemeinde des Landkreises erzielt werden sollen. „Die Einstellung des Filialbetriebs ist eine erhebliche alltägliche Schwächung des ländlichen Lebens und überdies ein fatales Signal für weitere Streichungen und Einschränkungen anderer Dienstleister.“ Denn, dass die Filiale im Frühjahr wieder geöffnet wird, bezweifelt man in Jemgum.

Ähnliche Artikel