Stellplatz ohne „E“  Fahrradboxen in Greetsiel: Für Strom fehlte das Geld

| | 10.10.2022 11:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der Okko-tom-Brook-Straße, direkt am Parkplatz, wird der erste von zwei größeren Fahrradstellplätzen gebaut. Foto: Wagenaar
An der Okko-tom-Brook-Straße, direkt am Parkplatz, wird der erste von zwei größeren Fahrradstellplätzen gebaut. Foto: Wagenaar
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In Greetsiel werden die neuen Fahrradstellplätze aktuell aufgebaut. Die Überdachungen sind dabei nicht das einzige, was fehlt.

Krummhörn - Eigentlich sollte es schon zur Fahrradsaison so weit sein, jetzt ist es doch Herbst geworden: In Greetsiel werden aktuell die „Fahrradboxen“, teilüberdachte Abstellplätze für Fahrräder, aufgebaut. Lieferschwierigkeiten hatten, so Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos), für die Verzögerung gesorgt.

Was und warum

Darum geht es: Die Anfang des Jahres angekündigten neuen Radstellplätze in Greetsiel werden jetzt gebaut.

Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die Entwicklung Greetsiels interessieren.

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie der Stand bei den Stellplätzen ist, die eigentlich schon zur Hauptsaison zur Verfügung stehen sollten.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Nun haben die Arbeiten begonnen und liegen aktuell auch im Zeitplan. Also, zumindest grob. Denn: „Der genaue Liefertermin der bestellten Fahrradüberstände ist noch nicht bekannt“, so Looden. Aber das Drumherum werde schon gebaut.

Kosten: 165.000 Euro netto

Pro neuem Stellplatz rechnet die Gemeinde mit ungefähr drei Wochen Bauzeit. Die ersten sollen in dieser Woche an der Okko-tom-Brook-Straße fertiggestellt werden. Für die weiteren neuen Stellplatz am Nationalparkhaus sollen die Arbeiten Mitte Oktober beginnen. „Ende November“, so Looden, hofft man, mit sämtlichen Arbeiten durch zu sein, Überstände eingeschlossen. Die Kosten für das gesamte Vorhaben belaufen sich auf rund 165.000 Euro netto.

Gerade während des ersten Corona-Jahres wurde die Gemeinde Krummhörn aufgrund des veränderten Besucherverhaltens vor Herausforderungen gestellt. Nicht nur kamen mehr Wohnmobilisten, die Stellflächen brauchten, auch kamen mehr Menschen mit dem Rad. Die Gemeinde sah sich gezwungen, zu reagieren.

Keine Leitungen für, geschweige denn Ladesäulen

So wurden für Wohnmobilisten zunächst provisorische, später dann feste neue Stellplätze geschaffen. Um die abgestellten Fahrräder, die den Ortskern von Greetsiel an manchen Tagen regelrecht verstopften, Herr zu werden, improvisierte die Gemeinde zunächst ebenfalls. Sogenannte „Hamburger Gitter“, größere Absperrgitter, wurden unter anderem am Hafen aufgestellt. Hier sollten die Radler ihre Drahtesel abstellen.

Der Platz soll noch überdacht werden. Infrastruktur für E-Bikes ist aber nicht vorgesehen. Foto: Wagenaar
Der Platz soll noch überdacht werden. Infrastruktur für E-Bikes ist aber nicht vorgesehen. Foto: Wagenaar

Schön fürs Auge war diese Lösung nicht. Deswegen plante man zwei größere Abstellbereiche. Rund 200 Fahrradstellplätze sollen so geschaffen werden, hieß es Anfang des Jahres auf der Jahrespressekonferenz der Gemeinde. Dabei setzt die Gemeinde aber voll auf Muskelkraft. Nicht beim Bau der Stellplätze, sondern bei den Fahrrädern: Für eine Ladesäule für E-Fahrräder oder gar für das vorbereitende Verlegen entsprechender Leitungen sei kein Geld dagewesen und das sei auch nicht geplant gewesen, so die Bürgermeisterin gegenüber dieser Zeitung.

Sowohl für die neuen Wohnmobilstellplätze als auch für die neuen Radplätze mussten Parkplätze für normale Autos wegfallen. Zumindest in Bezug auf die Wohnmobilstellplätze sorgte dies jüngst für Kritik in der Politik. Da die Einnahmen durch Parkgebühren bislang hinter den Erwartungen für das Jahr zurückbleiben, wurde angeregt, ein paar der Wohnmobilstellplätze wieder zu normalen Parkplätzen zu machen. Die Zahl der Wohnmobile habe ja auch wieder abgenommen.

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