Ortsentwicklung Hinter Kirchgang – jetzt kommen die Archäologen
Der Boden im Hinter Kirchgang wird probeweise durch Archäologen untersucht. Von den Ergebnissen hängt ab, wie es mit dem Bauprojekt, bei dem auch Wohnungen entstehen sollen, weitergeht.
Hinte - Es geht nur schleppend voran beim Hinter Kirchgang. Eigentlich soll zwischen Burg und Kirche ein neues Quartier entstehen. Ein Schmuckstück für den Ortskern, wie bereits vor nunmehr zwei Jahren bekannt wurde. 2020 hatte das Emder Planungsbüro Nexxia eine Ausschreibung der Gemeinde gewonnen.
Was und warum
Darum geht es: Im November soll feststehen, wie es mit dem Bauprojekt im Hinter Kirchgang weitergeht.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die Quartiersentwicklung in Hinte interessieren.
Deshalb berichten wir: Hintes Bürgermeister hatte angekündigt, dass es ein Treffen der Beteiligten gibt. Wir haben nachgefragt, was das Ergebnis ist. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Der Gewinner-Entwurf schlug neben 18 barrierefreien Wohnungen auch die Möglichkeit vor, in einem Flügel eines größeren Neubaus gewerbliche Nutzung unterzubringen, „die beispielsweise als Café oder Restaurant ausgestaltet sein könnte“. Der Neubau soll zweigeschossig sein und sich u-förmig „vom Hinter Kirchgang, entlang der Brückstraße und ein Stück entlang der Osterhuser Straße“ ziehen.
Was steckt in der Wurt?
Doch getan hat sich seitdem nicht viel. Ein jüngst stattgefundenes Treffen der beteiligten Akteure scheint nun aber etwas Bewegung in die Sache zu bringen. Das aktuelle Grundproblem: Auf dem vorgesehenen Baugrundstück, das auf einer Wurt liegt, sind mehr Erdarbeiten nötig als ursprünglich geplant. „Es muss wohl gerammt werden“, erklärt Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) auf Nachfrage. Das bedeutet aber auch, dass der Baugrund stärker gestört wird als geplant. Der Boden ist allerdings ein Bodendenkmal, deswegen sind die Archäologen gefragt.
„Es werden jetzt bald Probeschürfungen durchgeführt“, so Redenius. Dabei wird der Boden in Anwesenheit eines Grabungstechnikers vorsichtig geöffnet und nach möglichen Funden Ausschau gehalten. Da es sich beim Hinter Kirchgang um den Platz genau zwischen Kirche und Burg handelt, gibt es die Vermutung, dass in der Wurt noch Reste der früheren Infrastruktur zu finden sind, „die zur Wirtschaft der Burg dazugehörte.“ Das erklärte Dr. Sonja König, Archäologin bei der Ostfriesischen Landschaft, im Juli auf Nachfrage.
An Projekt soll weiter festgehalten werden
Die nun offenbar notwendigen Rammarbeiten könnten diese Reste zerstören. Deswegen die Probeschürfungen an drei unterschiedlichen Stellen. „Mit den Ergebnissen können wir hoffentlich im November rechnen“, so Redenius.
An dem Projekt, so betont der Bürgermeister, wollen Gemeinde und Investor aber weiterhin festhalten. Allerdings bleibe jetzt abzuwarten, welche Ergebnisse die Probeschürfungen liefern.