Neue Kindergärten Lebenshilfe treibt Planung für Kita in Warsingsfehn voran
Sobald die Baugenehmigung vorliegt, kann es mit dem Bau neben der Grundschule Warsingsfehn-West losgehen. Die Gemeinde Moormerland hat gleichzeitig ebenfalls Pläne.
Moormerland - Viele Eltern warten schon seit über zwei Jahren auf den neuen Filius-Kindergarten der Lebenshilfe neben der Grundschule Warsingsfehn-West. Für sie gibt es jetzt Hoffnung: Denn nachdem Bedenken gegen das Projekt im Gemeinderat ausgeräumt wurden, kann es im Prinzip losgehen.
Was und warum
Darum geht es: Mit dem Bau des Filius-Kindergartens kann es im Prinzip losgehen. Aber so schnell geht es nicht.
Vor allem interessant für: Eltern mit Kindergartenkindern in Warsingsfehn
Deshalb berichten wir: Der Neubau war lange Zeit umstritten. Wir wollen wissen, wie es jetzt weitergeht. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Aber so schnell geht es dann doch nicht. Denn alles hängt davon ab, wann der Landkreis Leer die Baugenehmigung erteilt. Der Bauantrag sei gestellt worden, sagt Lebenshilfe-Sprecher Dr. Lübbert Haneborger. Es würden derzeit noch „kleinere Rückfragen“ mit dem Architekten geregelt. Die Lebenshilfe arbeitet laut Haneborger „eng und gut mit der Genehmigungsbehörde zusammen“, aber wann die Genehmigung vorliege und mit den Arbeiten begonnen werde, könne er noch nicht sagen.
Integratives Angebot
Eine ähnliche Auskunft gibt Bürgermeister Hendrik Schulz. Er verweist darauf, dass im Bauamt des Landkreises derzeit Personalmangel herrscht. Momentan wird die Lücke in Warsingsfehn durch den Kindergarten „Kleiner Leuchtturm“ geschlossen. Dieser wurde als Übergangslösung in Containern zwischen der Sporthalle der IGS und dem Jugendhaus eingerichtet und wird vom Sozialwerk der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Moormerland betrieben.
Der neue Filius-Kindergarten, der ein integratives Konzept zur gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen verfolgt, war anfangs umstritten. Dabei ging es nicht um inhaltliche Fragen, sondern um den Standort bei der Schule. Während die Gemeinde sowie einzelne Ratsfraktionen diesen für ideal hielten, weil im Zusammenspiel zwischen der Filius-Krippe der Lebenshilfe auf der anderen Straßenseite, dem neuen Kindergarten und der Grundschule West eine Art „Campus“ entstünde, kritisierten andere Fraktionen sowie Anwohner die Verkehrssituation.
Einbahnregelung brachte Einigung
Erst im Sommer dieses Jahres konnte eine Lösung gefunden werden, mit der sich alle Seiten im Gemeinderat einverstanden erklärten. Es wurde eine neue Regelung für die Zufahrt zum Kindergarten gefunden. Durch eine Einbahnregelung von der Edzardstraße aus kann die Zufahrt einspurig bleiben. So können auf der Rückseite 15 Parkplätze und neben dem Gebäude weitere acht Parkplätze angelegt werden. Außerdem ist ein Fuß- und Radweg zur Grundschule vorgesehen.
Die Lebenshilfe muss ihre Pläne für das Gebäude deshalb nicht ändern, sagt Haneborger. Am Entwurf seien keine Änderungen erforderlich, und das pädagogische Konzept sei nie infrage gestellt worden. Nachdem die erforderliche Änderung des Bebauungsplans das Verfahren durchlaufen hatte, erfolgte kürzlich der Satzungsbeschluss – somit kann bei Vorliegen der Baugenehmigung angefangen werden.
Bleibt noch die aktuelle Lage im Bausektor sowie Rohstoffknappheit. „Wir gehen von einer Bauzeit von neun bis zehn Monaten ab Vorlage der Baugenehmigung aus, aufgrund der aktuellen Lage ist dies jedoch spekulativ“, so der Lebenshilfesprecher.
Gemeinde will in Jheringsfehn bauen
Derzeit verfolgt die Gemeinde eigene Baupläne, und zwar beim Kindergarten Jheringsfehn. Um die hohe Nachfrage nach Kindergartenplätzen in dem Ortsteil zu decken, soll der kommunale Kindergarten erweitert werden. Seit den Sommerferien steht dort ein Container, in dem eine zusätzliche Kindergartengruppe die Lücke schließt.
„Wir haben das Ziel, die Erweiterung zum Kindergartenjahr 2023/24 umzusetzen“, sagt Bürgermeister Schulz. Die Pläne seien soweit gediehen, dass sie zur Beratung in die politischen Gremien gehen können. Am Kindergarten in Jheringsfehn kann das eigene Grundstück genutzt werden, um einen weiteren Gruppenraum bauen zu können.
Noch vor den Sommerferien hatte die Gemeinde Moormerland eine Lücke im Kindergartenangebot von 75 Plätzen gehabt. Es hatte sich eine Elterngruppe gebildet, die sich Sorgen darum machte, ob ihre Kinder rechtzeitig einen Platz bekommen, zum Beispiel nach dem Wechsel aus der Krippe. Die Gemeinde hatte daraufhin vorsorglich Container bestellt, die nun in Jheringsfehn und in Neermoor genutzt werden können. Eine weitere Gruppe wurde vom Sozialwerk in Veenhusen eingerichtet – damit konnten alle Eltern versorgt werden.