Beteiligung von Jugendlichen  Hat das Kijupa in Hinte eine Zukunft?

| | 02.11.2022 12:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Leon Redenius (vorne, zweiter von links) ist der einzige, der vom aktuellen Kinder- und Jugendparlament in Hinte noch übrig ist. In diesem Jahr ist es nicht gelungen, genügend Kandidaten zu finden. Foto: Archiv
Leon Redenius (vorne, zweiter von links) ist der einzige, der vom aktuellen Kinder- und Jugendparlament in Hinte noch übrig ist. In diesem Jahr ist es nicht gelungen, genügend Kandidaten zu finden. Foto: Archiv
Artikel teilen:

Bis mindestens nächstes Jahr wird es in Hinte kein offizielles Kinder- und Jugendparlament geben. Die Gemeinde will die Jugend dennoch einbinden, vor allem bei einem Thema.

Hinte - Die Gemeinde Hinte hat, ebenso wie die Stadt Emden und anders als die Gemeinde Krummhörn, ein sogenanntes Kinder- und Jugendparlament, kurz: Kijupa. Oder zumindest hatte, denn die Zukunft dieses Organs von und für Jugendliche ist ungewiss.

Das Problem: Die laut Satzung notwendige Zahl von zehn Bewerberinnen und Bewerbern konnte nicht erreicht werden. „Wir werden die kommenden zwölf Monate ohne Kijupa sein“, so Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos).

Trotz Werbeaktionen zu wenig Resonanz

Die Gemeinde, die das Kijupa eingerichtet hat und für die Organisation zuständig ist, habe „alle Register gezogen“, um genügend Bewerber zwischen 14 und 18 Jahren zu finden. So wurden im Juni und September alle Wahlberechtigten Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde direkt angeschrieben. Sowohl mit der Bitte, zur Kijupa-Wahl zu gehen als auch, sich aufzustellen. Auch habe es Werbeaktionen auf Facebook und bei Instagram gegeben, zudem wurden die Parteien, Schulen, Feuerwehren und Vereine angeschrieben. Aber es habe nicht gereicht.

Woran das mangelnde Interesse der Jugendlichen liegt, kann der Bürgermeister nur vermuten. Vielleicht hätten die Jugendlichen genügend andere Sachen zu tun, vielleicht müsse aber auch die Satzung beispielsweise bei der Altersgrenze angepasst werden. „Wir haben sehr engagierte Jugendliche, die schon dabei waren und sich jetzt auch wieder aufstellen lassen“, so Redenius. Aber eben nicht genug, auch weil viele Aktive wegen Beendigung der Schule und Überschreiten der Altersgrenze herausfallen.

Jugendplatz soll vorangetrieben werden

Aufgeben will der Bürgermeister das Kijupa aber nicht. Die Gemeinde nehme das Kinder- und Jugendparlament ernst, wie Redenius bereits in der Vergangenheit mehrfach betonte. „Ich finde es wichtig, dass auch die Jugend eine Stimme hat.“ Das Gremium hat eine Satzung und ein Budget von 1000 Euro zur Verfügung. „Die Kandidaten, die sich bislang zur Wahl gestellt haben, werden wir auf andere Art und Weise einbinden“, verspricht der Bürgermeister. Im kommenden Jahr wolle man wieder probieren, ein gewähltes Kijupa zu finden. „Wir werden bis dahin überprüfen, wie wir das schaffen können.“ Man wolle sich beispielsweise die Satzung „nochmal gemeinsam mit der Politik“ ansehen, „explizit im Hinblick auf Anzahl und Altersgrenze der Kandidaten“.

Zur Wiederwahl aufgestellt hatte sich auch Leon Redenius. „Ich finde es schade, dass wir nicht genügend Bewerber gefunden haben“, sagt der 14-Jährige aus Suurhusen. „Ich hätte gerne mit einem offiziellen Kijupa weitergemacht.“ Aber er geht davon aus, dass zumindest er und die weiteren vier Kandidaten, alles „Neulinge“, so gut es geht weiter mit eingebunden werden.

Das betrifft vor allem den geplanten Jugendplatz. Die Idee kam ursprünglich aus dem Kijupa und hat es mittlerweile bis zum politischen Umsetzungsbeschluss geschafft. „Die Gemeinde setzt das um, aber ich gehe davon aus, dass wir mitgestalten dürfen“, sagt Leon Redenius. Das bestätigt der Bürgermeister: Leon Redenius und die weiteren Kandidaten sollen konkret „insbesondere im Rahmen der Planung und Umsetzung eines Jugendplatzes, für den ein Förderbescheid vorliegt“ einbezogen werden. Der Jugendplatz solle einfach ein Platz sein, gerne mit Unterstand, an dem sich Jugendliche treffen können. „Gerne mit Basketballkorb oder Tischtennisplatte“, sagt Leon Redenius.

Ähnliche Artikel