Tiertafel in Bunde „Futterkorb“ unterstützt Tierbesitzer mit kleinem Budget
In Bunde wurde jetzt der „Futterkorb“ für bedürftige Tierbesitzer gegründet. Am ersten Ausgabetag erlebten die Initiatoren allerdings eine Überraschung.
Bunde - Seit Oktober gibt es in Bunde einen „Futterkorb“. Bedürftige Herrchen und Frauchen von Hunden und Katzen können hier Futter für ihre Tiere bekommen. Die Initiatorinnen wollen mit dem Angebot Rheiderländer ansprechen, denen finanziell schwerfällt, Futter für ihre Tiere zu kaufen.
Was und warum
Darum geht es: In Bunde hat sich der Futterkorb gegründet.
Vor allem interessant für: bedürftige Tierbesitzer und Menschen, die mit Futter- oder Sachspenden unterstützen möchten.
Deshalb berichten wir: Wir wollten nach dem ersten Ausgabetermin wissen, wie das Angebot angenommen wird. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
„Wir haben schon von den Tafeln für Menschen gehört, dass es einen großen Bedarf an Tierfutter gibt“, sagt Silvia Engels. Das war für die Bunderin Anstoß, den „Futterkorb“ zu initiieren. Unterstützung fand sie bei acht anderen Frauen aus dem Rheiderland und dem Emsland, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement für den Tierschutz kennen.
Angebot muss sich herumsprechen
Die Mitglieder der Gruppe sammelten Spenden. „Futter, aber auch Zubehör wie nicht mehr benötigte Leinen, Körbchen und Halsbänder“, erzählt die Initiatorin. Spenden erhielten die Frauen aber auch vom Raiffeisenmarkt in Möhlenwarf und dem Kiebitzmarkt in Bunde. Ein bisschen enttäuscht waren die Frauen schon. Denn die Resonanz auf den ersten Ausgabetermin im Familienzentrum war gering. „Es kamen insgesamt nur vier Tierhalter aus Wymeer und Weener“, sagt Silvia Engels. Sie und ihre Mitstreiterinnen hatten mit Flyern, der Tageszeitung und den Sozialen Medien für ihre Aktion zu werben. „Vielleicht muss sich das Angebot erst herumsprechen“, so Engels.
Darauf lässt jedenfalls die Resonanz hoffen, die es im Norder Raum auf solch ein Angebot gibt. Die Aktiven Tierfreunde in Großheide betreiben ihre „Tiertafel“ schon seit acht Jahren. „Einmal im Monat ist Ausgabe. Da kommen im Durchschnitt immer so ungefähr 40 Leute“, sagt Sonja Lindemann, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Die Tierbesitzer erhalten eine Futtermenge, die eine Woche lang für die Versorgung ihrer Hunde oder Katzen reicht. Das so eingesparte Geld könnten Herrchen und Frauchen für außergewöhnliche Ausgaben für ihre Tiere zurücklegen.
Tiertafel als erste Anlaufstelle
Die Tiertafel sei aber auch noch aus einem anderen Grund wichtig. „Dadurch, dass wir Kontakt zu bedürftigen Tierbesitzern bekommen, werden wir auch zur Anlaufstelle, wenn die Leute Probleme haben die Kastration oder die medizinische Behandlung zu bezahlen“, erklärt Sonja Lindemann. Die Resonanz sei so groß gewesen, dass der Verein anfangs Futter zukaufen musste, um an den monatlichen Ausgabetagen alle Kunden versorgen zu können. „Mittlerweile bekommen wir aber auch größere Spenden von Futtermärkten.“
Bei den Ausgabetagen des Brotkorb Rheiderland, der Ausgabestellen in Bunde, Möhlenwarf, Jemgum und Weener betreibt, wird ab und zu auch Tierfutter ausgegeben – und dankbar angenommen. Volker Kraft: „Für viele Menschen, die nicht viele Geld haben und auf sich allein gestellt sind, sind ihre Haustiere sehr wichtig“, weiß Kraft. Das treffe nicht nur auf Ältere zu, sondern auch auf jüngere Menschen, die alleine leben. Die Gründung des „Futterkorbs“ könne er daher nur begrüßen.
Spendenboxen füllen sich langsamer
Andrea Pastoor vom Verein Streunerkatzen Rheiderland sieht in dem neuen Angebot in Bunde ebenfalls eine gute Initiative. Sie betrachtet den „Futterkorb“ nicht als Konkurrenz zu den Spendenboxen in den Supermärkten im Rheiderland, in denen Tierfreunde Nassfutter, Trockenfutter oder besondere Leckerlies für die Tiere im Tierheim Stapelmoor und bei den Verein Streunerkatzen abgeben können. Seit viele Leute aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten den Gürtel enger schnallen müssen, seien Spendenboxen in den Supermärkten nicht mehr ganz so üppig gefüllt wie sonst üblich.
Der nächste Ausgabetermin des „Futterkorbs“ in Bunde steht schon fest. Am Sonnabend, 19. November, wird im Familienzentrum Bunde in der Zeit von 11 bis 13 Uhr wieder Futter abgegeben. Einen Euro pro Person müssen die Tierbesitzer bezahlen. Sie dürfen Futter für maximal drei Tiere mitnehmen. „Bei einigen Tiertafeln müssen die Leute ihre Bedürftigkeit nachweisen“, sagt Silvia Engels. So streng wie manch eine Tiertafel wollen sie und ihre Mitstreiterinnen die Ausgabe nicht organisieren. Wie regelmäßig die Ausgabetage angeboten werden können, hänge laut Silvia Engels vom Zulauf der Futter- und Sachspenden ab.