Das schwere Los der Ostfrieslandligisten Bezirksliga ist für die Aufsteiger oft eine Nummer zu groß
Moordorf und Suurhusen stehen abgeschlagen am Tabellenende. Damit bestätigen die Teams ungewollt einen Trend der vergangenen Jahre. Ein Trainer sagt, was ihm noch Hoffnung macht.
Ostfriesland - Wer aus der Fußball-Ostfrieslandliga in die Bezirksliga aufsteigt, der steigt oft direkt oder eine Saison später wieder ab. Das zeigt ein Blick in die Statistik. Von den 24 Bezirksliga-Aufsteigern seit der Ostfrieslandliga-Einführung 2013 haben sich im Grunde nur sechs dauerhaft etabliert, der SV Hage muss den Nachweis noch nachhaltig erbringen. Und bei den drei diesjährigen Neulingen Concordia Suurhusen, Ostfrisia Moordorf und SV Jheringsfehn/Stikelkamp bestätigt sich der Eindruck der vergangenen Jahre, dass die Bezirksliga für die Aufsteiger eine schwere – und für einige eine kaum lösbare Aufgabe ist.
Concordia Suurhusen und Ostfrisia Moordorf warten nach 13 bzw. zwölf Spielen noch immer auf den ersten Sieg. Suurhusen ist mit zwei Punkten Letzter, Moordorf mit drei Zählern Vorletzter. Nur der SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel hat zuletzt fleißig gepunktet und mit nun 14 Zählern aus 15 Spielen den Anschluss hergestellt. Mit einem Sieg im Kellerduell gegen den SV Hage am Samstag (15 Uhr) könnte der erstmals in der Bezirksliga spielende Dorfklub sogar die Abstiegsränge verlassen.
Moordorf stieg einst freiwillig ab
Von solchen Aussichten sind die Mitaufsteiger weit entfernt. „Für uns geht es erstmal darum, den ersten Sieg zu landen“, sagt Moordorf-Trainer Dennis Debelts. Bei den Spielen in Larrelt mit dem gegnerischen Ausgleich in der Nachspielzeit und dem unglücklichen 2:3 bei Germania Leer schnupperte Ostfrisia bereits am ersten Sieg, in vielen anderen Partien waren die Ergebnisse auch knapp – nur beim 1:6 in Großefehn kam man etwas unter die Räder. „Wir sind nicht so weit weg. Aber es muss für einen Aufsteiger eben auch alles passen, dass man dann Spiele gewinnt und punktet. Das war bei uns leider nur selten der Fall“, sagt Debelts und spielt dabei besonders auf das große Verletzungspech seines Teams an.
Die Moordorfer sind ein Paradebeispiel für den schweren Übergang von der Ostfriesland- in die Bezirksliga, entwickelten sich in den vergangenen Jahren zur Fahrstuhlmannschaft. In der ersten „Corona-Saison“ 2019/2020 sammelte Ostfrisia bis zum Abbruch acht Punkte in 17 Spielen, war Letzter und hätte wegen der Aussetzung des Abstiegs die Klasse gehalten. Doch Ostfrisia ging freiwillig in die Ostfrieslandliga, um einen Neuaufbau zu starten. „Das war auch die richtige Entscheidung“, sagt Debelts.
Larrelt bewies das Gegenteil
Seine Frau berichtete ihm nach dem 1:6 in Großefehn von einem Zuschauergespräch, das sie mitbekommen hatte. „Da meinte jemand: ,Moordorf ist für die Ostfrieslandliga zu stark und für die Bezirksliga vielleicht zu schwach.“
Die Moordorfer wollen unbedingt den Nachweis erbringen, dass sie es in der Bezirksliga schaffen können. Auch wenn die Aufgabe bei vier Absteigern diese Saison besonders schwer ist. „Wir haben noch sieben Spiele bis zum Winter. Da wollen wir noch das Bestmögliche rausholen und dann schauen, was in der Rückserie noch möglich ist. Nach viel Regen muss auch endlich mal wieder die Sonne scheinen.“
Zu den wenigen Aufsteigern, die sich etabliert hatten, gehört ganz besonders Larrelt. Die Sportfreunde waren 2014 auch der allererste Ostfrieslandligameister und halten mit 79 von 90 möglichen Punkten bis heute den Punkterekord. Das viele Jahre von Bernd Nessen und seit 2019 von Marten Sandmann trainierte Team hat sich sogar zum Spitzenteam entwickelt.