Zwei Brände in einer Nacht Brandstifter in der Gemeinde Apen unterwegs?
Die Feuerwehr musste in der Nacht in Augustfehn und Vreschen-Bokel zwei Brände löschen. Carports standen in Flammen. In jüngster Zeit häufen sich derartige Vorfälle.
Apen - Für die Freiwilligen der Feuerwehr Bokel-Augustfehn war es eine unruhige Nacht: Sie wurden zu zwei Bränden gerufen. In beiden Fällen war ein Carport betroffen. Beim ersten Einsatz hielt sich der Schaden noch in Grenzen. Beim zweiten war das aber nicht der Fall.
Die Polizei ermittelt. Denn es sind nicht die ersten Vorfälle dieser Art. In Augustfehn und umzu gab es in den vergangenen Wochen mehrere Brände teils ungeklärter Ursache. Bei einem Scheunenbrand in Hengstforde konnte Brandstiftung nachgewiesen werden.
Feuer an der Hauptstraße
Gegen 2.35 Uhr wurden die Einsatzkräfte das erste Mal alarmiert: In einer Stichstraße der Hauptstraße, mitten im Ortskern, brannte der Carport eines Wohnhauses. Auch ein Lagerplatz für Brennholz war laut Polizei betroffen, zudem wurde ein Holzzaun beschädigt.
Der Bewohner des Hauses konnte mit einem Wasserschlauch das Feuer bekämpfen, bevor größerer Schaden entstand. Unterstützung bekam er von der Feuerwehr. Der Brand war schnell gelöscht.
Die Höhe des Sachschadens wurde von einem Sprecher der Polizei in Westerstede vorsichtig auf „mehrere Tausend Euro“ geschätzt.
Bewohner schliefen noch
Keine zwei Stunden später, gegen 5.39 Uhr, wurde der zweite Brand gemeldet. An der Salzgasse in Vreschen-Bokel, das ist eine schmale Nebenstraße der Hauptstraße, stand ein weiterer Carport in Flammen. Hier war das Feuer schon auf die angrenzende Scheune übergesprungen. Eine Augustfehnerin, die zu der Zeit schon unterwegs war, hatte das Feuer bemerkt und gemeldet.
Im direkt an die Scheune angebauten Wohnhaus schliefen zu dem Zeitpunkt noch die Bewohner, wie der Feuerwehrsprecher berichtet. Die Einsatzkräfte hatten Glück: Die Tür zum Haus war unverschlossen, sie konnten direkt hinein und den Bewohner wecken. In der Zwischenzeit war auch dessen Tochter wach geworden. Beide konnten das Haus wohlbehalten verlassen. Dem 57-Jährigen und der 19-Jährigen ist nichts passiert. Auch ihre Wohnräume wurden nicht beschädigt. Die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Brandes verhindern.
Oldtimer wurde zerstört
Völlig zerstört wurde allerdings ein Oldtimer, ein Setra-Bus des Jahrgangs 1968. Komplett restauriert und zu einem schmucken Wohnmobil ausgebaut, dürfte er nicht mehr zu ersetzen sein.
Ein eingebauter 80-Liter-Gastank stellte ein besonderes Risiko dar: Wäre er explodiert, wäre der Schaden wohl um einiges größer geworden. Zur Höhe des Sachschadens gab es noch keine Angaben. Allein der Wert des Oldtimers wurde auf rund 30.000 Euro geschätzt.
Gegen 8 Uhr beendete ein Teil der Einsatzkräfte die Arbeit. Vor Ort wurden noch Nachlöscharbeiten in der Scheune vorgenommen.
Die Polizei ermittelt
Zwei Carport-Brände in einer Nacht: Nicht nur die Feuerwehrleute zeigten sich davon beunruhigt. Das sei schon auffällig, so ein Polizist vor Ort. Man gehe nicht davon aus, dass es in beiden Fällen zu Selbstentzündungen gekommen sei. Ermittlungen wurden aufgenommen. Nach Angaben des Polizeisprechers in Westerstede werde man sich in dem Zusammenhang auch die weiteren Brände noch einmal genau ansehen, die es seit dem Frühjahr in Augustfehn und der Umgebung gegeben hat und bei denen Brandstiftung nachgewiesen wurde beziehungsweise die Brandursache ungeklärt geblieben ist.
Für die Ermittlungen hofft die Polizei auf Zeugen, die Hinweise zu den beiden Bränden liefern können. Sie werden gebeten, sich unter Telefon 04488/833115 zu melden.
Nach Auskunft der Feuerwehr waren 65 Kräfte der Wehren Bokel-Augustfehn, Apen, Nordloh-Tange sowie aus Elmendorf mit der Drehleiter vor Ort. Hinzu kamen Rettungsdienst, Polizei, EWE. Dass die Straße so schmal ist, stellte sie vor besondere Herausforderungen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung wurde der Ausbruch des ersten Brandes auf „gegen 4 Uhr“ terminiert. Das wurde nach neueren Informationen korrigiert.