Wiesmoor-Connection Porschebesitzer will Rademacher-Jeltens Familie verklagen
Auf Christian Rademacher-Jelten kommt wohl eine Zivilklage zu: Der Besitzer des in den Niederlanden geschrotteten Porsche will von ihm oder seiner Familie Geld sehen.
Wiesmoor/Schleswig-Holstein - Es war der 17. Juni dieses Jahres, als ein Porsche mit deutschem – und eigentlich von einem anderen Auto stammenden – Kennzeichen über die A 28 in der Nähe des niederländischen Zwolle raste. Der Mann am Steuer, der später von der Polizei gestoppt werden sollte, hatte rund 65.000 Euro Bargeld dabei. Es stammte mutmaßlich aus Drogengeschäften der Wiesmoor-Connection. Ex-Bürgermeisterkandidat Christian Rademacher-Jelten und sein Kollege Dave sind des Betrugs angeklagt – weil sie sich den Porsche geliehen, nicht zurückgegeben und an den Bosnier weitergegeben haben sollen. Doch auf Rademacher-Jelten soll nun noch mehr als ein Strafprozess zukommen – denn der Porsche-Eigentümer will ihn auch vor einem Zivilgericht verklagen.
„Die Klage ist aktuell in der Vorbereitung“, sagt der Mann aus Schleswig-Holstein. Er stehe mit seinem Rechtsanwalt dazu in engem Kontakt. Ein Gutachter hatte dem ehemals Vertrauten von Rademacher-Jelten einen Schaden in Höhe von rund 40.000 Euro bescheinigt, den er nun ersetzt haben möchte. „Ich will gegen die ganze Familie klagen, Rademacher-Jelten ist ja im Gefängnis“, sagt der Mann am Telefon. Der Anwalt des Inhaftierten hatte durchblicken lassen, dass sich sein Mandant erst mit der Angelegenheit beschäftigen wolle, wenn er das Gefängnis verlassen habe – was aber noch einige Zeit dauern dürfte. Kann sich der Schleswig-Holsteiner das Geld nicht vom Unfallverursacher – dem Bosnier – zurückholen? „Nein, die Polizei gibt mir keine Anschrift“, sagt der Mann.
Und noch ein Ärgernis beschäftigt den Mann, der Rademacher-Jelten einst vertraute: „Ich habe ohne Ende Strafzettel aus den Niederlanden bekommen.“ Immer wieder habe es in der Zeit, in der er seinem Bekannten den Wagen überlassen hatte, Behördenpost von jenseits der Grenze gegeben – beispielsweise wegen Tempo- oder Parkverstößen. „Jetzt habe ich sogar Post von einem Gericht bekommen“, sagt der Mann der Redaktion. Er solle insgesamt 3600 Euro an angesammeltem Bußgeld überweisen. Auch darüber würde er gern mit dem tatsächlichen Verursacher der Strafzettel sprechen – nur kommt er an den eben nicht ran. Ändern dürfte sich das, sobald der Prozess am Landgericht startet: Der Bosnier wird aller Voraussicht nach auf der Anklagebank sitzen – und der Schleswig-Holstein auf dem Zeugenstuhl.
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