Freizeit in der Gemeinde Rekordverdächtig viele Spielplätze in der Krummhörn
Die Krummhörn hat nur ein Viertel der Einwohner von Emden, aber fast genauso viele Spielplätze. Geld zum Erhalt ist rar.
Krummhörn - Die Stadt Emden hat 59 Spielplätze, reine Bolz-Plätze nicht mitgezählt. Die Krummhörn hat 56 Spielplätze, reine Bolzplätze nicht mitgezählt. Hinzu kommen sowohl in der Stadt als auch in der Gemeinde die Spielplätze, die zu Schulen gehören. Vergleicht man beide Zahlen, wird schnell deutlich: Die Krummhörn ist, in Bezug auf die Einwohnerzahl, bei Spielplätzen sehr gut aufgestellt. Denn Emden hat 50.000 Einwohner, die Krummhörn nur knapp 12.000.
Allerdings: Geld zur Instandhaltung der Spielplätze steht nur wenig zur Verfügung. Im zuständigen Fachausschuss war von „knapp 70“ Spielplätzen die Rede. Selbst wenn man diese Zahl jetzt etwas nach unten korrigiert: Bei 5000 Euro pro Jahr an Budget bleibt so oder so für den einzelnen Spielplatz nur wenig übrig.
Freepsumer wollen Unterstützung
Das ist vor allem dann ein Problem, wenn es um den Ersatz von Spielgeräten geht. Die jüngste Jahreshauptinspektion hat beispielsweise dafür gesorgt, dass der Spielturm in Freepsum nicht mehr genutzt werden kann.14.000 Euro würde eine Ersatzbeschaffung – wie die Dorfgemeinschaft sie haben möchte – kosten. 7000 Euro davon wollen die Freepsumer selbst aufbringen. 1000 Euro seien schon zusammengekommen. Ortsvorsteher Johannes Voß sucht gerade nach weiteren Unterstützern.
Die Diskussion im Fachausschuss hatte gezeigt, dass das Budget für die große Zahl an Spielplätzen nicht ausreicht. Auf Nachfrage dieser Zeitung hat die Verwaltung nun eine Auflistung geschickt, wo es überall solche Flächen in der Gemeinde gibt.
Allein Pewsum hat acht Spielplätze
Spitzenreiter ist Pewsum. Hier gibt es, Schulspielplätze nicht mitgerechnet, neun öffentliche Spielplätze und einen Bolzplatz. Platz 2 belegt Greetsiel mit fünf Spielplätzen, außerdem gibt es hier noch den großen Abenteuerspielplatz der Touristik GmbH. Die weiteren Plätze:
- Campen: 2
- Canum: 2
- Eilsum: 3
- Freepsum: 3
- Grimersum: 3
- Groothusen: 3, außerdem einen Bolzplatz
- Hamswehrum: 1
- Jennelt: 5
- Loquard: 4
- Manslagt: 3
- Pilsum: 3, außerdem einen Bolzplatz
- Rysum: 1
- Upleward: 1, außerdem den Abenteuerspielplatz am Trockenstrand
- Uttum: 2
- Visquard: 2
- Woltzeten: 2
- Woquard: 2, außerdem einen Bolzplatz.
Der Arbeitsaufwand für die Instandhaltung ist hoch: „Sichtkontrollen durch Mitarbeiter des Bauhofes finden regelmäßig bei der laufenden Pflege der Anlagen statt“, so die Gemeinde auf Nachfrage. Bisher seien auch die „großen“ Jahresinspektionen der Spielplätze durch eigens geschulte Bauhof-Mitarbeiter durchgeführt worden. Dies habe sich geändert. Die Kosten von rund 6000 Euro für die nun von extern durchgeführte Hauptinspektion seien dabei nicht in den 5000 Euro im Haushalt enthalten.
80 Seiten Prüfbericht
Bei der Inspektion seien größere Mängel auf zwei Spielplätzen entdeckt worden. Neben dem Spielturm in Freepsum auch auf einem Spielplatz in Grimersum. Genaueres zu den Kosten, die durch den Prüfbericht auf die Gemeinde zukommen, sofern denn alles behoben wird, teilt die Verwaltung nicht mit. „Die Bestandsaufnahme umfasst mehr als 80 Seiten und ist noch nicht endgültig ausgewertet.“
Dass ein neuer Spielturm den Aufwand wert ist, steht für Voß unterdessen außer Frage. „Jeweils einmal in der Woche treffen sich hier eine Kinderkrabbeltruppe aus Jennelt, Groothusen, Hinte und Larrelt“, sagt er. Der Spielplatz werde also nicht nur von den Freepsumern genutzt. Jedoch: Die kompletten 14.000 Euro können die Bewohner des kleinen Ortes nicht aufbringen. Deswegen hatten sie sich an die Gemeinde gewandt.
Antrag verschoben
Insgesamt 7000 Euro, so der Antrag, soll die Gemeinde übernehmen, verteilt auf zwei Jahre. Das würde, so die Bedenken der Krummhörner Verwaltung, das Zwei-Jahres-Budget von 10.000 Euro zu stark binden. Eine Entscheidung darüber steht allerdings immer noch aus. Eigentlich sollte diese Woche der nicht-öffentliche Verwaltungsausschuss dazu etwas entscheiden.
Aber Heiko Ringena (FBL), der den Antrag auf Unterstützung mit einbracht hatte, hat die Entscheidung erst einmal verschieben lassen. „Wir wollen uns erst weiter Gedanken über die mögliche Finanzierung machen“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.