Diamantene Hochzeit Im Kino brach das Eis
Karl und Juliane Acker feiern an diesem Mittwoch ihre Diamantene Hochzeit. Ihr Kennenlernen hing mit zwei Umzügen und dem Kino zusammen.
Emden - 60 Jahre Ehe und der Grundstein war eine Frage: „Wollen wir nicht mal ins Kino gehen?“ So sind sich Karl und Juliane Acker aus Emden näher gekommen. An diesem Mittwoch feiern sie ihre Diamantene Hochzeit. Sie waren ursprünglich Nachbarn und sind nun ein Ehepaar, das eine Familie gegründet hat und viel herumgereist ist. Inzwischen sind sie nicht nur Oma und Opa, sondern schon Urgroßeltern.
Karl Acker kam 1948 als Sieben-jähriger aus Sanderbusch nach Emden. Er kann sich noch gut an den ersten Kontaktversuch erinnern: „1958 Jahr zog meine jetzige Frau von Suurhusen nach Emden, schräg gegenüber von mir.“ Juliane Acker, geborene Müller, war damals 15. War es Schicksal, dass er und Juliane Acker ausgerechnet in der gleichen Straße landeten?
Ein Jahr später lud er sie ins Kino ein und beide kamen sich näher. An den Film von damals kann sich das Paar nicht mehr erinnern. Vielleicht hatten beide auch nur Augen füreinander. Die Jahre vergingen bis zur Hochzeit im Jahr 1961. Karl Acker war Maler und sie machte eine Lehre im Bereich Hauswirtschaft. „Meine Frau kann wirklich sehr gut kochen“, sagt der heute 81-Jährige. Das half der 79-Jährigen auch als Hausfrau und bei der Erziehung der drei Kinder.
Hier wird viel getanzt und viel gereist
Bei der Hochzeitsfeier 1962 stand nicht viel Geld zur Verfügung. Trotzdem konnte man sich zusammen doch einen schönen Beginn ins gemeinsame Leben ermöglichen. Hin und wieder tanzen die beiden noch gemeinsam – wie in alten Zeiten. „Früher haben wir jeden Sonntagmorgen Deutschlandfunk gehört und dazu getanzt“, erinnert sich Karl Acker. Ob er auch zu diesem Ehejubiläum seine Frau zum Tanz auffordert? Eine klare Antwort lässt sich Karl Acker nicht entlocken, aber es scheint im Bereich des Möglichen zu sein. Denn: Für die Diamantene Hochzeit ist ein Lokal reserviert und man erwartet 25 bis 30 Gäste. Darunter Angehörige, Freunde und Nachbarn.
Das Paar reist viel umher – früher mehr, heute eher weniger. „Mit den drei Kindern haben wir auf Campingplätzen gezeltet und uns später ein Wohnmobil gekauft“, sagt Juliane Acker. Ungefähr 30 Jahre hatten sie das Fahrzeug. Damit fuhren beide nach Wien, Tschechien, Hamburg oder in den Schwarzwald. Mittlerweile ist das Wohnmobil zwar verkauft, aber die gemeinsamen Erlebnisse sind auch noch heute in den Köpfen des Ehepaars präsent: Noch immer schwärmen sie über den Verwandtschaftsbesuch in Amerika, die Goldene Hochzeit am Mittelmeer mit der Familie oder „mit einem Schnellboot von Neapel nach Capri“. Vor allem Karl Acker wird die Bootreise nicht so schnell vergessen.
Immer noch aktiv
Der 81-Jährige ist Vorsitzender des Emder Schiffsmodellbau-Clubs. Er bastelt er an seinen Modellschiffen oder an der Elektronik der dazugehörigen Fernbedienungen. „Immer wenn es mir in den Sinn kommt, gehe ich in meine Werkstatt.“ Diese ist im Keller des Mehrfamilienhauses, in dem das Paar lebt.
Sowohl Juliane Acker als auch ihr Mann sind im Vorstand des Sozialverbandes Emden tätig. Dieser Verband hilft Menschen, deren Rente nicht ausreicht. Man organisiert Ausflüge, um zumindest ein wenig die Sorgen zu nehmen. „Ich habe beispielsweise zuletzt eine Reise ins Sauerland mit 53 Personen geplant“, sagt der 81-Jährige.
Auf die Ewigkeit
In den 60 Ehejahren gab es zwischen den Ackers auch mal Streit. „Meinungsverschiedenheiten hat jeder Mal“, sagt die 79-Jährige. Wichtig sei es, nicht nach dem ersten „bösen Wort direkt die Koffer zu packen und abzuhauen“. Die beiden haben auch nach Streitigkeiten immer wieder schnell zueinandergefunden.
„Wir hoffen, dass wir noch lange zusammenbleiben. Schließlich ist noch ein bisschen was geplant“, verkünden beide. Im nächsten Jahr soll es wieder auf Reisen gehen. Wohin ist zwar noch nicht ganz klar, aber ein Hotel oder eine Ferienwohnung im Schwarzwald hört sich für beide nach einem guten Urlaubsziel an.