Wohnen in der Krummhörn  Kommt die große Rückgabewelle bei Bauplätzen?

| | 23.11.2022 15:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Erschließungsarbeiten in Greetsiel, hier ein Bild aus dem Sommer, laufen schon länger. Foto: Wagenaar/Archiv
Die Erschließungsarbeiten in Greetsiel, hier ein Bild aus dem Sommer, laufen schon länger. Foto: Wagenaar/Archiv
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Es ist ein Problem, welches immer weiter die Runde macht: Bauplätze werden wieder zurückgegeben oder Interessenten machen einen Rückzieher, weil die Baupreise steigen. Betrifft das auch die Krummhörn?

Krummhörn - In einem Großteil der Krummhörn ist es kaum möglich, neue Baugebiete auszuweisen. In allen Dörfern, mit Ausnahme von Greetsiel und Pewsum, muss daher auf Lückenbebauung und kleine Lösungen gesetzt werden.

Das hat auch Auswirkungen auf die Neubaugebiete, die im Verwaltungssitz Pewsum und im Fischerdorf Greetsiel ausgewiesen werden können. Erfahrungsgemäß gibt es deutlich mehr Bewerber als Grundstücke. Aber ist das auch angesichts steigender Baupreise und steigender Zinsen so?

Escherweg: „größter Teil schon verkauft“

Aktuell sind zwei größere Baugebiete in der Mache oder bereits im Verkauf: das Gebiet „Escherweg“ in Pewsum und „Grachten II“ in Greetsiel. Beim Greetsieler Baugebiet gibt es vergünstigte Grundstücke, die Einheimischen vorbehalten sind sowie einen Teil des Gebietes, der für Auswärtige Hausbauer, aber auch für eine Mischbebauung mit Ferienwohnung vorgesehen sind. „Im Baugebiet Pewsum ‚Escherweg’ ist der größte Teil bereits verkauft.

Für die letzten Bauplätze liegen uns entsprechende Reservierungen vor“, so Jacobus Penning, Leiter der Geschäftsstelle Aurich der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG). Die NLG ist hier für die Vermarktung und Vergabe der Bauplätze zuständig. Das Baugebiet „Escherweg“ war lange in Planung und die Politik diskutiert vereinzelt schon über eine Erweiterung. Allerdings gibt es hier seitens der Gemeindeverwaltung Vorbehalte. Man befürchtet unter anderem eine zu hohe Verkehrsbelastung in Richtung Emden. Im August dieses Jahres, rund sieben Jahre nachdem die ersten Planungen auf den Weg gebracht wurden, konnten die ersten Bewohner ins Gebiet einziehen. Rund 60 Bauplätze gibt es im Escherweg.

Grachten II: Mehr als die Hälfte verkauft

Deutlich mehr Platz für Neubauten ist im Baugebiet „Grachten II“ in Greetsiel. Rund 110 Bauplätze sind es insgesamt, 40 davon vergünstigt für Einheimische. Die Vergabe dieser Einheimischen-Grundstücke erfolgte ausschließlich über die Gemeinde Krummhörn. Zur ersten Vergaberunde gab es hier einige Diskussionen, weil nicht nur junge Familien, wie zuvor vor allem kommuniziert wurde, den Zuschlag für einen Bauplatz bekommen haben.

Seit dem 15. August ist die zweite Vergaberunde für die Einheimischengrundstücke abgeschlossen. „Die entsprechenden Zuteilungen der Baugrundstücke wurden uns erst kürzlich übersandt“, so Penning. Mehr als die Hälfte der Bauplätze seien demnach bereits verkauft. „Ein weiteres Drittel wird zurzeit für die anstehende Beurkundung vorbereitet“, so Penning. Bei den nicht-vergünstigten Grundstücken „mit Zweitwohnsitzcharakter“, wie Penning es umschreibt, sei die Bewerberliste „reichlich gefüllt“. Aktuell würden hier keine weiteren Bewerber angenommen. Die Vermarktung der Grundstücke hat dabei noch gar nicht begonnen.

Wie viele haben zurückgezogen?

Haben Inflation und steigende Preise Auswirkungen auf die Baugebiete? Wenn es nach Penning geht, nicht. „In den beiden genannten Baugebieten gab es jeweils fünf Grundstücksrückgaben“, so der Geschäftsstellenleiter.

„Diese Größenordnung entspricht dem Durchschnitt der Bauplatzrückgaben in unseren Baugebieten in den letzten Jahren.“ Die so freigewordenen Plätze hätten ohne Probleme durch die Warteliste besetzt werden können. „Die Hintergründe für die Grundstücksrückgaben werden uns in der Regel nicht mitgeteilt“, so Penning.

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