Funktionär verstarb mit 78 Jahren Fußballer trauern um Bunder Legende „Hilli“ Hilbrands
33 Jahre war Hilbrands Fußballchef beim TV Bunde. Er rief einige Turniere ins Leben – so auch die Hallen-Kreismeisterschaften. Die 32. Auflage wird die erste ohne den beliebten Hallensprecher sein.
Leer/Bunde - Die Fußballszene und ganz besonders der TV Bunde trauern um Hilbrand Hilbrands, den alle nur „Hilli“ nannten. Das Rheiderländer Urgestein, das mit seiner Frau Angelika in Leer lebte, verstarb am Montag im Alter von 78 Jahren.
„,Hilli‘ war eine ganz besondere Persönlichkeit und jemand, der mit seiner Art, die Menschen begeistern konnte. Er hat sehr viel für den TV Bunde und für den Fußball getan“, sagt Wilhelm Timmer, 1. Vorsitzender des TV Bunde.
Ehrenvorsitzender der Fußballer
Seinen Heimatverein hat er geprägt wie kaum ein anderer. Von 1982 bis 2015 fungierte Hilbrands als Vorsitzender der Bunder Fußball-Abteilung, die stets zu den bestens geführten in Ostfriesland gehörte und noch immer gehört. Ihm gelang es auch, mit Schalke 04 und Werder Bremen in der 80er Jahren zwei Bundesligisten für Freundschaftsspiele ins Rheiderland zu holen.
Nach 33 Jahren als Fußballobmann gab „Hilli“ sein Amt 2015 ab, er wurde Ehrenvorsitzender der Fußball-Abteilung. „In all den 33 Jahren haben wir uns immer montags zu einer wöchentlichen Sitzung getroffen. Und wenn Montag ein Feiertag war, lud ,Hilli‘ eben für Dienstag ein“, erinnert sich Gerold van Hoorn, jahrzehntelanger Wegbegleiter des Unikats.
Wenn die Halle lachen musste
Die markante Stimme von Hilbrands hörte man als Stadionsprecher nicht nur auf dem Bunder Sportplatz, sondern auch immer bei den Leeraner Hallenfußball-Kreismeisterschaften. Sie hatte er – so wie später den Rheiderland-Pokal – Ende der 80er Jahre ins Leben gerufen. Er war Organisator und auch Hallensprecher bei dem längst etablierten und beliebten Turnier in den Weihnachtsferien. Vier Tage lang rollte der Ball in der BBS-Halle – vier Abende gab „Hilli“ als Fachmann und Chronist die Torschützen und Spielansagen durch.
Das Publikum hörte manchmal auch sogar etwas mehr. Denn es kam auch vor, dass Hilbrands nach einer Durchsage vergaß, das Mikrofon auszustellen – das Publikum hatte dann seinen Spaß. Die diesjährigen Meisterschaften werden nun die allerersten ohne ihn sein.
Er erhielt das Bundesverdienstkreuz
Aber auch abseits des Platzes war „Hilli“ Hilbrands engagiert. Er arbeitete beim Amtsgericht Leer und war dort von 1976 an Personalratsvorsitzender. Darüber hinaus saß er für die SPD-Fraktion von 1976 bis 1996 im Bunder Rat. Für seine großen Verdiente in vielen Bereichen erhielt der Rheiderländer im Jahr 2006 auch das Bundesverdienstkreuz am Bande, vom Fußball-Verband NFV wurden ihm auch einige Ehrungen zu teil.
Selbst beim Amtsgericht Leer und allen Leeraner Behörden hinterließ „Mister TV Bunde“, der bis vor wenigen Wochen noch Spiele der Ersten Mannschaft als Zuschauer verfolgte, sportliche Fußabdrücke. Das beliebte Behörden-Hallenfußballturnier hatte er 1992 mit ins Leben gerufen und bis zu seinem Ruhestand 2010 auch federführend organisiert. Es brachte allen Teilnehmern Spaß – und vielen wohltätigen Zwecken zehntausende Euro an Spenden.