Lage bei Geflüchteten  58 Ukrainer haben im Landkreis Leer eine Arbeit gefunden

| | 26.11.2022 17:46 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Um arbeiten zu können, lernen Geflüchtete zunächst die deutsche Sprache in einem Integrationskursus. Foto: Sven Hoppe/dpa
Um arbeiten zu können, lernen Geflüchtete zunächst die deutsche Sprache in einem Integrationskursus. Foto: Sven Hoppe/dpa
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In der BBS-Sporthalle in Leer sind derzeit nur wenige Geflüchtete. Aber der Winter in der Ukraine wird weitere Menschen aus dem Land treiben.

Leer - Derzeit halten sich nur 14 Geflüchtete in der Aufnahmeeinrichtung in der BBS-Sporthalle in Leer auf. Dafür sind 194 Menschen in der Jugendherberge auf Borkum sowie 68 Menschen in einem ehemaligen Hotel in Warsingsfehn untergebracht. Diese Zahlen teilte Landrat Matthias Groote in dieser Woche in einer Ausschusssitzung mit.

Demnach sind seit etwa drei Wochen vom Land keine weiteren Geflüchteten mehr zugewiesen worden. Laut Groote werden sie derzeit auf Bundesländer verteilt, die ihre Aufnahmequote im Unterschied zu Niedersachsen noch nicht erfüllt haben. Der Landrat geht aber davon aus, dass in Kürze wieder regelmäßig Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet im Landkreis Leer eintreffen werden.

Frauen auf der Flucht

„Die Bilder aus der Ukraine geben keinen Anlass zu glauben, dass dort der Frieden bevorsteht“, so Groote. In dem Land sei der Winter bitterkalt, Strom- und Gasversorgung in vielen Städten zusammengebrochen. Vor allem Frauen mit Kindern, so vermutet er, werden deshalb sich auf den Weg in den Westen machen. Die BBS-Halle hat Platz für rund 180 Menschen.

Insgesamt halten sich im Landkreis Leer 2062 Geflüchtete aus der Ukraine auf, davon sind 121 Drittstaatler. Sofern sie aus sicheren Herkunftsländern stammen, werden sie aufgefordert, dorthin zurückzukehren. 91 haben einen Zugang in Sozialleistungen, 30 erfüllten die Kriterien dafür nicht, so Groote. Darüberhinaus leben im Landkreis Leer derzeit 844 Asylbewerber.

230 Geflüchtete in Integrationskursen

58 Menschen aus der Ukraine haben bereits eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden oder werden eine solche in naher Zukunft aufnehmen. An Integrationskursen nehmen derzeit 230 erwerbsfähige Personen teil – dies ist eine Voraussetzung für eine Arbeitsaufnahme. Aber: 154 Erwachsene und 42 Kinder haben sich aus dem Leistungsbezug bereits wieder abgemeldet, sagte Groote. Der Grund dafür seien entweder die Aufnahme einer Arbeit, ein Umzug in einen anderen Landkreis oder die Rückkehr in die Ukraine.

Erfreut zeigte sich der Landrat, dass es in den Städten und Gemeinden durchweg gelungen sei, Wohnungen für die Geflüchteten zu finden. „Man ist erstaunt, dass auch größere Einheiten immer wieder dazukommen“, sagte er im Ausschuss für Gleichstellung Migration. Im März 2023 muss der Landkreis die Jugendherberge auf Borkum wieder räumen und ohne diese Aufnahmeeinrichtung auskommen. Pro Woche ist mit der Zuteilung von rund 50 Menschen zu rechnen.

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