Energiewende Alte Stromverbindung zwischen Emden und Conneforde ist jetzt abgebaut
Im Mai war die neue Höchstspannungsleitung vom Netzbetreiber Tennet in Betrieb genommen worden. Die alte Verbindung wurde bis jetzt zurückgebaut. Jetzt geht es an eine andere Sanierung.
Emden - Kurz vor dem Jahresende meldet der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Vollzug: Nach dem Abschluss der letzten Rückbauarbeiten an der alten 220-Kilovolt-Höchstspannungsleitung zwischen dem Borssumer Hammrich in Emden und Conneforde (Gemeinde Wiefelstede) Ende Oktober sind nun auch die Arbeits- und Lagerflächen sowie Zuwegungen zurückgebaut. Das teilt Tennet mit. 2019 war der Bau der neuen, 61 Kilometer langen 380-Kilovolt-Leitung zwischen Emden und Conneforde begonnen worden. Im Mai war die Verbindung offiziell in Betrieb genommen worden, die ein wichtiger Bestandteil in der Energiewende ist. Gewaltige Strommengen aus den Offshore-Windparks werden durch die Leitung ins Landesinnere transportiert.
Die letzten alten Masten unter anderem in Emden und Moormerland wurden abgebaut. Für die Demontage Anfang Oktober setzte Tennet auf die Dienste einer Helikopter-Crew aus der Schweiz. Die Spezialisten, die Erfahrungen aus der Bergrettung haben, flogen die Einzelteile an langen Seilen zu Sammelplätzen, wo sie weiter zerlegt und abtransportiert werden können. Nachdem alle tonnenschweren Stahlgittermasten zurückgebaut worden waren, wurden auch die Fundamente entfernt und die Grasnarbe geschlossen. Die Bestandsleitungen waren rund 50 Jahre alt. Innerhalb eines halben Jahres waren 147 Masten abgebaut worden.
Baustellen verschwinden noch nicht ganz
Auch wenn das Leitungsbauprojekt abgeschlossen ist, verschwinden die Baustellen noch nicht ganz aus dem Landschaftsbild zwischen Emden und Conneforde, teilt Tennet mit. Für das kommende Jahr seien Baufirmen mit der Sanierung der öffentlichen Wege und Straßen beauftragt, die während des Leitungsbaus durch schweres Gerät beansprucht worden waren.
Am Wykhoffweg in Borssum wird ebenfalls noch an der neuesten, dritten Konverterstation von Tennet gearbeitet. Mitte Oktober wurde bei der großen, grünen Halle Richtfest gefeiert. Bis zum Herbst kommenden Jahres soll die Station fertig sein. Die Umwandlungsstation in Borssum gehört zum Offshore-Netzanbindungsprojekt „Dolwin5“. Das verfügt laut Tennet über eine Übertragungskapazität von 900 Megawatt. Die zugehörige Offshore-Plattform „Dolwin Epsilon“ in der Nordsse wandelt den von Windkraftanlagen produzierten Drehstrom in Gleichstrom um.
Von dort aus führt ein 100 Kilometer langes Seekabel in südlicher Richtung vorbei an der Insel Borkum im Westen bis nach Hamswehrum in der Gemeinde Krummhörn. Von hier führt ein 30 Kilometer langes Landkabel bis zur Konverter-Station in Emden, wo der Strom wieder in Drehstrom umgewandelt und in das Höchstspannungsnetz an Land eingespeist wird. Damit sollen später bis zu einer Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden können. 2024 soll „Dolwin5“ in Betrieb genommen werden