Einkaufen nach Geschäftsschluss Wymeer soll bald einen digitalen Dorfladen bekommen
2019 hat der Dorfladen in Wymeer geschlossen. Schon bald soll es eine neue Einkaufsmöglichkeit im Ort geben – und die könnte sogar Vorreitermodell für andere ostfriesische Landgemeinden werden.
Rheiderland - Viele Bewohner im ländlichen Raum haben sich daran gewöhnt, ihre Wocheneinkäufe in den großen Supermärkten zu erledigen. Der alte Tante-Emma-Laden im Ort wurde vielerorts nur noch für Verlegenheitseinkäufe genutzt. Weil das für die Betreiber nicht wirtschaftlich war, haben viele ihre Läden dicht gemacht – wie 2019 auch Werner Rieken in Wymeer. Doch hier gibt es eine neue Entwicklung. In der Ortschaft soll bald ein neuer Dorfladen eröffnet werden. Ein ganz moderner noch dazu.
Was und warum
Darum geht es: In Wymeer soll es bald eine neue Einkaufsmöglichkeit geben und zwar eine ganz innovative.
Vor allem interessant für: Bewohner ländlicher Regionen, die sich Einkaufsmöglichkeiten in ihren Ortschaften wünschen.
Deshalb berichten wir: Im Wahlkampf hat der Bunder Bürgermeister Uwe Sap für einen digitalen Tante-Emma-Laden in Wymeer geworben. Was ist aus der Idee geworden? Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
„Das Thema ist für Wymeer angestoßen. Wir sind auf einen guten Weg und können in naher Zukunft in Zusammenarbeit mit der Firma Bünting das Projekt vorstellen“, teilte der Bunder Bürgermeister Uwe Sap auf Nachfrage mit. Die Idee „Tante Emma geht digital“ war für ihn 2021 im Wahlkampf ein wichtiges Thema. Denn insbesondere von den älteren, nicht mehr so mobilen Dorfbewohnern wurde die Einkaufsmöglichkeit in der Ortschaft schmerzlich vermisst. „Gemeinsam mit dem neuen Baugebiet in Wymeer ist ein digitaler Dorfladen eine echte Chance, die Nahversorgung in Boen und Wymeer sicherzustellen“, ist Sap überzeugt.
Flexible Öffnungszeiten
Wenn das Vorhaben wie geplant umgesetzt werden kann, soll der Laden laut Sap zunächst noch mit Personal, später aber komplett digital betrieben werden. In vielen digitalen Tante-Emma-Läden gibt es kein Bedienpersonal mehr, sondern nur Mitarbeiter, die für Warenkontrolle, die Belieferung zuständig sind und eine Reinigungskraft. Vorteil dieser Läden: Viele haben an allen Tagen in der Woche rund um die Uhr geöffnet. Bezahlt wird bargeldlos. Ähnlich soll es künftig auch in Wymeer laufen. Das kleine Dorf in der Gemeinde Bunde, das an die Niederlande angrenzt könnte dabei sogar zum Vorreitermodell für andere Landkommunen werden.
„Wir werden aktuell verstärkt von Gemeinden und Bürgerinitiativen nach Lösungen für digitale Dorfläden angesprochen“, berichtet Johannes Booken, Pressereferent bei Bünting. Es gebe inzwischen ein deutlich spürbares Kundeninteresse. „Wir haben alle Voraussetzungen geschaffen, um autonome, digitale Dorfläden zu eröffnen. Es kann also sofort losgehen, wenn wir den richtigen Standort gefunden haben“, so Booken.
Erfahrungen im städtischen Bereich
Wymeer wäre in Ostfriesland das erste Dorf mit solch einem Angebot. Die ersten digitalen Supermärkte hat Bünting an Standorten mit einem eher städtischen Umfeld eröffnet. „Seit über einem Jahr setzen wir die Technik in Emden und Norderney ein.“ Dort können Kunden in den späten Abendstunden nach Ladenschluss und vor Öffnung am frühen Morgen einkaufen – ohne, dass sich Personal im Laden aufhält.
Der Einkauf wird durch digitale Zugangs-, Artikelerfassungs- und Bezahlsysteme möglich. Für den Zutritt nutzen die Kunden ihre Bankkarte oder die Bünting Kundenkarte als App oder als Karte. Bezahlt werden die Einkäufe bargeldlos an den Self-Checkout-Kassen. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, so Booken. Nach den Worten des Pressereferenten kommt es während der erweiterten Öffnungszeiten nicht zu vermehrten Diebstählen. „Wir verzeichnen dort monatlich etwa zwei Diebstähle und das ist wirklich sehr, sehr geringe Zahl.“