Neues Konzept für Hinte Ein Platz für Wohnmobile
Wie kann man mehr Touristen in die Gemeinde Hinte holen? Studenten der Hochschule Emden-Leer haben ein Konzept für einen Wohnmobilstellplatz entwickelt. Kann dieses umgesetzt werden?
Hinte - In Hinte soll ein Wohnmobilstellplatz eröffnen, zumindest erstmal theoretisch. Sieben Studenten der Hochschule Emden-Leer haben sich mit diesem Projekt beschäftigt und hielten in einer Ausschusssitzung im Hinteraner Rathaus am Donnerstagabend ihre Präsentation. „Sie haben sich ein Semester lang viel Mühe gegeben“, sagte Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos). Die Studenten haben verschiedene Aspekte vorgetragen, welche die Gemeinde für die Eröffnung eines Stellplatzes beachten sollte. Eine Maßnahme wird von den Studierenden schon für den Weihnachtmarkt in Hinte umgesetzt.
Was und warum
Darum geht es: Sieben Studenten von der Hochschule Emden-Leer haben am Donnerstag ihr Konzept für einen Wohnmobilstellplatz in Hinte vorgestellt.
Vor allem interessant für: Hinteranerinnen und Hinteraner und jeder, der gerne mal mit seinem Wohnmobil auf Tour geht
Deshalb berichten wir: Die Präsentation war Teil der Ausschusssitzung in Hinte am Donnerstagabend. Den Autor erreichen Sie unter: l.loeschen@zgo.de
Wer einen profitablen und attraktiven Wohnmobilstellplatz errichten möchte, der sollte sich vor allem zunächst anschauen, wie andere Betreiber damit umgehen, hieß es in der Präsentation. Welche Preise haben sie? Welche Angebote gibt es für Wohnmobilisten? Wie ist die Ausstattung der Stellplätze? Wie machen sie Werbung? Und dann muss man sich noch die Gedanken machen, wie man an das Geld für ein solches Bauprojekt kommt.
Die sozialen Kanäle und Printmedien nutzen
Für die Gemeinde Hinte mit ihren gut 7000 Einwohnern ist ein eher kleinerer Platz geeignet. Die Studenten betrachteten Stellplätze in ganz Deutschland, welche Platz für fünf oder 16 Wohnmobile bieten. Ganz besonders nahmen sie dabei den Wohnmobilstellplatz in Ringheim (Baden-Württemberg) unter die Lupe. Dieser bietet nicht nur eine gute Lage (direkt an der A5 und in der Nähe von Weinbaugebieten in der Ortenau) sowie eine Videoüberwachung für mehr Sicherheit, sondern auch einen Instagram-Kanal, auf dem fleißig berichtet und informiert wird.
Eine ähnliche Social-Media-Strategie haben sich auch die Studenten für Hinte überlegt. Viele Beiträge veröffentlichen und sich eine „Community“ aufbauen, also eine Gruppe an Menschen, die sich für den Stellplatz interessieren. Es soll über die aktuelle Auslastung informiert und es können Gewinnspiele veranstaltet werden, die neue Wohnmobilisten anlockt. Flyer und eine attraktive Internetseite, die dann auch zur Buchung genutzt werden kann, seien für die Studierenden dann auch auf dem Plan. Die Informationen sollen einfach zu erreichen und verständlich sein.
Wohnmobilsaison vom Wetter abhängig
Der Bau des Wohnmobilstellplatzes ließe sich über eine „Leader-Förderung“ realisieren. Hier ist es wichtig, mindestens zwei Handlungsfelder abzudecken. Die regionale Wirtschaft ist das erste Feld, das zweite soll dann der Klimawandel sein, haben sich die Präsentatoren gedacht. Hierfür soll das Gelände des Platzes mit einer heimischen Heckenart „umzäunt“ werden. Es gibt also keinen Maschendrahtzaun und Tiere können die Hecken als Lebensraum verwenden.
Die Frage, wie viel nun ein Wohnmobilstellplatz in Hinte kosten könnte, konnte in der Sitzung nicht wirklich beantwortet werden. Das sei von der Ausstattung abhängig und wie viele Plätze man anbiete. Geschäftsführer Simon Willms der Südbrookmerland Touristik GmbH ordnete die Präsentation ein. Er zog hierfür den Wohnmobilhafen am Großen Meer als Beispiel heran: „Die Wohnmobilisten wollen was sehen.“ Das Große Meer ziehe die Touristen an. Auf Nachfrage, erklärte er, dass es ohne das Meer den Stellplatz nicht geben würde. Dann würde dieser vielleicht an einer der zahlreichen Mühlen Südbrookmerlands stehen, so der Geschäftsführer.
Der Umsatz und Gewinn könne schwanken. „Wohnmobilisten sind wetterabhängig“, sagt Willms. Zudem sei die Länge der Wohnmobilsaison am Ende nicht entscheidend. Das zeigt ihm das Jahr 2020: „Wir hatten eine kurze, aber heftige Saison. Das war unser umsatzstärkstes Jahr.“