Bauen  Gute Nachrichten für Krummhörner Häuslebauer

| | 15.12.2022 17:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Acht Grundstücke sollen in Freepsum im kommenden Jahr auf den Markt gehen. Daran sind aber Bedingungen geknüpft. Foto: Archiv
Acht Grundstücke sollen in Freepsum im kommenden Jahr auf den Markt gehen. Daran sind aber Bedingungen geknüpft. Foto: Archiv
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Die Gemeinde will bald rund 14 eigene Grundstücke für Bauwillige verkaufen. Das sind gute Nachrichten, aber die Gemeinde bleibt hinter den eigenen Zielen zurück.

Krummhörn - Im Februar kündigte Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) an, dass in diesem Jahr wieder Baugrundstücke, die der Gemeinde gehören, an Bauwillige verkauft werden sollen. 33 Stück sollten auf den Markt gehen.

Was und warum

Darum geht es: 33 Grundstücke wollte die Gemeinde Krummhörn außerhalb von Pewsum und Greetsiel in diesem Jahr zur Verfügung stellen. Das Ziel wird nicht erfüllt.

Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für Baugrundstücke in der Gemeinde Krummhörn interessieren.

Deshalb berichten wir: Bürgermeisterin Hilke Looden hat nun angekündigt, dass Anfang 2023 die Vermarktung von Grundstücken in Freepsum und Campen beginnen soll.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Jetzt, im Dezember, ist klar: Ganz so viele sind es dann doch nicht. Aber immerhin in zwei Dörfern ist die Verwaltung vorangekommen.

14 Grundstücke in Campen und Freepsum

Wie Looden jüngst mitteilte, sollen die Interessenten für die gemeindeeigenen Grundstücke in Freepsum und Campen „spätestens Anfang Februar“ kommenden Jahres von der Verwaltung angesprochen. Dabei werde abgefragt, ob die Interessenten noch weiter Interesse hätten.

Insgesamt handelt es sich um 14 Grundstücke: acht in Freepsum und sechs in Campen. In Freepsum liegen die Grundstücke an der Straße An de Waterstromen, in Campen an der Rolf-Zakel-Straße.

Was ist mit den anderen Grundstücken?

Freepsum war schon länger angekündigt, Looden entschuldigte sich für die Verzögerung. „Die Verzögerungen der Erschließungsarbeiten hängen unter anderem mit den Lieferschwierigkeiten zusammen, von denen der Hoch- wie Tiefbau bekanntermaßen besonders betroffen sind“, hieß es dazu seitens der Gemeinde auf Nachfrage. Dies betreffe auch die Verzögerungen bei den anderen Grundstücken.

Zu den geplanten Baugrundstücken in Loquard (rund 14 Stück) und in Manslagt (rund acht Stück) gibt es entsprechend nichts Neues. Die Gemeinde verweist auf die Internetseite und den dortigen „aktuellen Stand“, der auf Ende Oktober datiert ist. Der Bedarf an Grundstücken ist derweil da, denn auf der Internetseite heißt es auch: „Seit Sommer 2020 wurden im Bauamt die sogenannten ‚Vormerkungen von Bauwilligen’ entgegengenommen und aufgelistet. Dieses Angebot der ‚Vormerkung’ ruht derzeit, da die Anzahl der Interessenten die Anzahl der Baugrundstücke bereits ein Vielfaches übersteigt.“

Grundstückspreise werden noch bekanntgegeben

Das gilt grundsätzlich auch für die Grundstücke in Freepsum und Campen. Allerdings könnte es im kommenden Jahr dennoch einen erneuten Aufruf an Interessierte geben, sagte Looden. Dies aber erst, nachdem die bereits vorgemerkten Interessenten angeschrieben wurden und feststeht, ob weiter Interesse an einem der Grundstücke besteht.

Wie viel die Grundstücke in den beiden Ortschaften kosten werden, ist derweil noch nicht bekannt. Das wird, nachdem die Verwaltung die Abrechnung über die Erschließungskosten erstellt hat, voraussichtlich noch diesen Monat durch den Verwaltungsausschuss der Gemeinde in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen.

Kauf ist an Bedingungen gebunden

Klar ist unterdessen schon, dass sich Käufer von gemeindeeigenen Grundstücken zu bestimmten Dingen verpflichten. So muss beispielsweise das Grundstück innerhalb von drei Jahren mit einem Wohnhaus bebaut werden, welches von den Eigentümern dann auch selbst für mindestens zehn Jahre bewohnt wird.

Auch „erfolgt ein Eintrag ins Grundbuch zugunsten der Gemeinde Krummhörn (Rückauflassungsvormerkung), damit der neue Eigentümer ein unbebautes Grundstück nicht ohne die Einwilligung der Gemeinde weiterverkaufen und es nicht zu Spekulationsgewinnen kommen kann“, wie es auf der Internetseite der Gemeinde heißt.

Möglich ist wahrscheinlich auch eine Inanspruchnahme des Förderprogramms „Bauen in der Krummhörn“. Zumindest wurde dies im Februar so angekündigt. Dieses Programm greift außerhalb von Greetsiel und Pewsum und begünstigt vor allem jüngere Menschen unter 40 Jahren. Bedingung für die Förderung, über die zwischen zehn und 30 Prozent vom Grundstückspreis abgezogen werden können, ist unter anderem, dass bislang kein Grundeigentum vorliegt und der Hauptwohnsitz für mindestens zehn Jahre auf dem Grundstück genommen wird. „Wir wollen damit den Einwohnerstand in der Krummhörn zumindest sichern“, so Looden Anfang des Jahres. Das Programm werde Interessierten, die in den Kriterienkatalog fallen, automatisch angeboten. Groß beworben wird es hingegen nicht.

Problem für kleinere Orte

In der Gemeinde Krummhörn greift, außerhalb von Greetsiel und Pewsum, bei Bauplätzen eine Besonderheit: Es können nicht so einfach neue Baugebiete ausgewiesen werden. „Schuld“ ist hier das regionale Raumordnungsprogramm (RROP). Es regelt, in welchem Maße in den 17 Dörfern noch Bauplätze ausgewiesen werden können. Die Faustformel: Pro 1000 Einwohner darf die Gemeinde im Jahr vier Bauplätze ausweisen. Das RROP soll helfen, den Flächenverbrauch durch Wohnbebauung zu reduzieren. Die kleineren Orte in der Krummhörn haben hier aufgrund ihrer Größe „das Nachsehen“. Im Falle beispielsweise von Visquard wäre so alle zehn Jahre ein Baugebiet mit 27 Grundstücken möglich.

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