Bildung in der Krummhörn Vorstellung der Bedarfsanalyse verschoben
Ursprünglich sollten in der kommenden Woche die Ergebnisse der Analyse zu Kitas und Grundschulen in der Krummhörn öffentlich vorgestellt werden. Doch daraus wird nichts.
Krummhörn - „Kurze Beine, kurze Wege“ oder doch eine stärkere Zentralisierung von Kitas und Grundschulen in der Krummhörn? Es sind weitreichende Fragen, mit denen sich der Gemeinderat bald auseinander setzen muss Grundlage für die Entscheidungen soll eine Bedarfsanalyse sein. Diese sollte in der kommenden Woche vorgestellt werden, doch sie fehlt auf der Tagesordnung des Bildungsausschusses.
Was und warum
Darum geht es: Bevor man an die Öffentlichkeit geht, sollen die Ergebnisse der Bedarfsanalyse zum dritten mal in einem kleineren Kreis besprochen werden.
Vor allem interessant für: (werdende) Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Krummhörnerinnen und Krummhörner
Deshalb berichten wir: Die angekündigte öffentliche Vorstellung der Bedarfsanalyse wurde ohne Angabe von Gründen abgesetzt. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Zuvor war die Sitzung am Donnerstag, 9. Februar, stets als erster Termin der öffentlichen Vorstellung genannt worden. Unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit hatte es in den vergangenen Wochen bereits zwei Vorstellungen der Ergebnisse der Bedarfsanalyse gegeben. Doch das hat offenbar nicht gereicht.
Weiterer nicht-öffentlicher Gesprächsbedarf
Wie die Gemeindeverwaltung auf Nachfrage mitteilt, sei ein weiterer nicht-öffentlicher Termin nötig. Dies sei auch der Wunsch von der Firma Biregio gewesen, die die Bedarfsanalyse erstellt hat. An diesem Termin sollen „alle Beteiligten und Betroffenen“ teilnehmen, so Gemeindesprecher Fritz Harders auf Nachfrage am Mittwoch. Das bedeutet: Neben Biregio, der Gemeindeverwaltung und dem Landkreis Aurich sollen auch Vertreter von Politik, Grundschulen, Kindergärten, Elternschaft und der Bürgerinitiative zum Erhalt der Grundschule Jennelt zusammen auf die Ergebnisse schauen.
Für diesen „Workshop“, wie die Gemeinde es nennt, wurde der 4. März als Termin anberaumt. Am 7. März soll dann die fertige Bedarfsanalyse in einer zusätzlichen Sitzung des Bildungsausschusses vorgestellt werden. Das bedeutet, dass im Gemeinderat am 2. März das Thema Bedarfsanalyse ebenfalls nicht auf der Tagesordnung stehen wird. „Wir werden gegebenenfalls nach dem 7. März dann eine zusätzliche Ratssitzung einberufen“, so Harders.
Ergebnisse der Analyse bleiben offen
Auch die Bürgermeisterin begrüße, dass es noch einen weiteren Termin zur Besprechung der Ergebnisse gebe, bevor die breite Öffentlichkeit involviert wird. „Sorgfalt geht immer vor Schnelligkeit, hier aber besonders“, so Hilke Looden (parteilos). Auch Jutta Lerche-Schaudinn, ehemalige Schulleiterin der Grundschule Jennelt und Mitbegründerin der Bürgerinitiative zum Erhalt des Schulstandortes findet den zusätzlichen Termin „sinnvoll“. „Es geht ja nicht nur um die Schulen, sondern auch um die Kindergärten“, sagt sie. Davon, dass der Tagesordnungspunkt verschoben wurde, habe man erst durch die Bekanntgabe der Tagesordnung erfahren.
Eine Betonung, die auch von der Gemeinde kommt. „Es geht um viele Betroffene“, so Harders. Die Entscheidungen, die aufgrund der Bedarfsanalyse durch die Politik getroffen werden müssen, „reichen weit in die Zukunft“, so Harders. Tatsächlich konzentriert sich die öffentliche Wahrnehmung vor allem auf den Grundschulstandort in Jennelt, um den es seit Jahren Diskussionen gibt. Aber: Biregio hatte bereits in einer zurückliegenden Analyse aus dem Jahr 2014 empfohlen, die Grundschulen Greetsiel und Loquard zu schließen. Auch auf die aktuell auf Eis gelegte Erweiterung der Greetsieler Grundschule und der damit verbundenen Erweiterung des Greetsieler Kindergartens könnte die Bedarfsanalyse Auswirkungen haben. Ebenfalls herrscht am Grundschulstandort Pewsum Investitionsbedarf.
Zu genauen Erkenntnissen der Analyse äußern sich Verwaltung und Teilnehmer der bisherigen Info-Veranstaltungen bislang nicht. der Tenor: Man wolle erst die Besprechungen abwarten, bevor die Analyse öffentlich diskutiert wird. Es bleibt entsprechend auch offen, ob die Analyse bislang unbekannte oder wenig bedachte „Baustellen“ offenbart hat, beispielsweise was den Sanierungsstau und die Platzverhältnisse an Kitas und Grundschulen angeht.