Einwohner, Geburten und mehr Die Krummhörn in Zahlen
Die Gemeinde hat auf der Jahrespressekonferenz die Entwicklung wichtiger Kennzahlen zur Krummhörn vorgestellt. Ein Überblick.
Krummhörn - Die Gemeinde Krummhörn hat am Freitag ihre Jahresstatistiken vorgestellt. Wie hat sich die Gemeinde im vergangenen Jahr entwickelt, wie steht es um Geburten, Sterbefälle, Einwohner, Gewerbesteuer und Co? Ein Überblick.
Was und warum
Darum geht es: Die Gemeinde Krummhörn schließt das vergangene Jahr mit 1,8 Millionen Euro mehr ab als geplant.
Vor allem interessant für: Krummhörnerinnen und Krummhörner
Deshalb berichten wir: Die Gemeinde hat die Zahlen vorgestellt. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
63 Kinder
Die Gemeinde hat deutlich weniger Neugeborene zu verzeichnen als noch in den vergangenen Jahren. Lag die Zahl der Geburten 2019 bei 90 und 2021 mit 98 gar dicht an der 100er-Grenze, waren es im vergangenen Jahr nur 63 Neugeborene, die in die Einwohnerzahl der Gemeinde eingerechnet werden. Keines der Kinder ist direkt in der Krummhörn geboren, oder wie Standesbeamtin Hannelore Jürgler es sagt: „Es gab keine Hausgeburten.“
Moment, mag man da denken: Was ist mit der jungen Frau, die überraschend auf dem Edeka-Parkplatz in Pewsum ein Kind zur Welt gebracht hat? Mehr „in der Krummhörn geboren“ geht ja wahrlich nicht. „Die Geburt wurde in Aurich beurkundet“, so Jürgler. In die Kreisstadt war die junge Mutter mit dem Krankenwagen kurz nach der überraschenden Geburt gebracht worden.
183 Verstorbene
Den 63 Geburten stehen 183 Sterbefälle gegenüber. Durch das Standesamt der Gemeinde wurden insgesamt 100 Sterbefälle im vergangenen Jahr beurkundet. „Davon 54 Männer und 46 Frauen.“ Unter den in der Krummhörn beurkundeten Fällen waren elf Menschen, die keinen Wohnsitz in der Gemeinde haben, beispielsweise Menschen, die in Pflegeeinrichtungen untergebracht waren, ihren Wohnsitz aber weiterhin außerhalb der Gemeinde gemeldet haben. Oder auch Touristen, die im Urlaub in der Gemeinde verstorben sind.
Vergleicht man die Zahl der 89 Krummhörner, deren Tod durch die Gemeinde beurkundet wurde, mit der Gesamtzahl der Todesfalle wird deutlich: Im vergangenen Jahr sind mehr Krummhörner außerhalb der Gemeindegrenzen gestorben als innerhalb. Auch dies lässt sich mit Pflegeeinrichtungen, dem Versterben im Krankenhaus oder ähnlichen Fällen erklären. Die Zahl der Sterbefälle liegt über der Zahl der vergangenen Jahre. So gab es 2021 135 Sterbefälle zu verzeichnen, im Jahr davor 163.
12.038 Einwohner
Obwohl die Zuzüge mit 626 etwas über den Wegzügen (526) liegen, sinkt die Bevölkerungszahl in der Krummhörn weiter. Zählte die Gemeinde 2019 noch 12.490 Einwohner, waren es Ende vergangenen Jahres nur noch 12.038.
Einwohner verloren haben dabei alle Orte der Gemeinde: Mit Ausnahme von Greetsiel, Grimersum und Jennelt. Letztgenannter Ort hat mit 20 weiteren Einwohnern (411 insgesamt), den stärksten Anstieg zu verzeichnen. Der Verwaltungssitz Pewsum hat elf Einwohner eingebüßt, bleibt mit 3228 Einwohnern aber der größte Ort der Gemeinde vor Greetsiel (1292 Einwohner).
128 Austritte
Besonders hoch war im vergangenen Jahr die Zahl der Kirchenaustritte in der Gemeinde. Damit setzt sich ein Trend fort. Verzeichnete die Verwaltung 2020 noch 64 Austritte, stieg die Zahl 2021 auf 89 und im vergangenen Jahr auf 124. „Das ist deutschlandweit so“, sagt auf Nachfrage Pastor Frank Wessels aus Hinte. Er ist auch Sprecher und Präses des Synodalverbandes Nördliches Ostfriesland der evangelisch-reformierten Kirche. „Die Menschen müssen den Gürtel enger schnallen“, sagt Wessels. Da werde ganz natürlich auf Ausgaben geschaut, die man vielleicht nicht tätigen muss. Gleichzeitig müssten aber auch die Kirchen ihre Hausaufgaben machen. „Wenn wir nicht vermitteln können, wie wichtig wir als Kirche gerade in dieser Zeit sind, dann liegt es auch an uns, wenn die Menschen austreten.“
768.000 Euro
Doch noch zur Zufriedenheit der Verwaltung haben sich die Parkgebühren entwickelt. Insgesamt 768.060,50 Euro wurden hier eingenommen, darin enthalten sind die Gebühren für Wohnmobilstellplätze. Das bleibt allerdings hinter den im Haushalt veranschlagten Einnahmen von rund 842.000 Euro, inklusive Standgelder für Wohnmobile, zurück.
Am stärksten klingelte die Kasse auf den Parkplätzen „Am Mahlbusen 1 + 2“ in Greetsiel. Etwas mehr als 188.000 Euro kamen hier zusammen, am Trockenstrand kamen mit rund 18.500 Euro am wenigsten Einnahmen zusammen.
1,464 Millionen Euro
Durch Wohnmobilisten wurden zudem 42.230,40 Euro an Gästebeiträgen eingenommen, weitere 14.890,50 Euro kamen durch weitere Einnahmen rund um die Wohnmobilstellplätze zusammen. An Gästebeiträgen hat die Gemeinde insgesamt im vergangenen Jahr 1.464 Millionen Euro eingenommen.
Minus 17,9 Millionen
Die Gewerbesteuereinnahmen blieben mit 6,2 Millionen im Zielbereich, haben aber nicht das Niveau von 2021 erreicht (7,6 Millionen Euro). Die Gewerbesteuer zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde. Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Jahre sei man aber mit einer geringeren Schätzung in die Planung gegangen. Die endgültige Zahl könne sich auch noch verändern, so Kämmerin Heike Klaassen.
Auch wenn die Gewerbesteuer geringer ausgefallen sind als im Vorjahr, konnte die Gemeinde am Schuldenabbau arbeiten. Mit Stand 31. Dezember 2022 lag der Schuldenstand bei 17,9 Millionen Euro. Zum Vergleich: Ende 2021 schuldete die Gemeinde noch 18,7 Millionen Euro.
Nach aktuellem Stand schließt der Haushalt für das vergangene Jahr mit einem Plus von 900.000 Euro ab. Geplant war ein Defizit in gleicher Höhe. „Gute Haushaltsführung“, kommentiert Heike Klaassen. Die Kämmerin betont aber auch: „Es ist nicht so, als wäre das Geld jetzt auf einmal auf dem Konto.“ Ein Haushalt sei auch immer ein „Papiertiger“.