Immobilien in der Krummhörn  Rolle rückwärts – Rathaus zieht doch nicht in OLB-Gebäude

| | 05.02.2023 12:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wird doch keine Erweiterung des Rathauses: die ehemalige OLB-Filiale in Pewsum. Foto: Wagenaar/Archiv
Wird doch keine Erweiterung des Rathauses: die ehemalige OLB-Filiale in Pewsum. Foto: Wagenaar/Archiv
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Der Zufall wollte es wohl so: Nur wenige Monate nach einer umstrittenen Anmietung gibt es eine Lösung für den Platzmangel im Krummhörner Rathaus. Und auch für den Umzug der Touristik nach Greetsiel.

Krummhörn -Seit Dezember vergangenen Jahres hat die Verwaltung der Gemeinde Krummhörn die Räumlichkeiten der ehemaligen OLB-Filiale in Pewsum in direkter Nachbarschaft zum Rathaus gemietet. Ursprünglich sollten dort nun bald Rathausmitarbeiter einziehen. Der Grund: Platzmangel im Rathaus. Doch daraus wird nichts.

Wie Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) am Freitag auf der Jahrespressekonferenz mitteilte, hat man durch Zufall eine andere Lösung gefunden. Die Nachricht, dass die Verwaltung zusätzliche Räumlichkeiten für ihre Mitarbeiter anmieten muss, hatte im September vergangenen Jahres für gemischte Reaktionen gesorgt. Vor allem die Politik kritisierte, dass sie bei der Entscheidung nicht einbezogen wurden. Aus Politikkreisen wurden jährliche Mietkosten von rund 25.000 Euro bekannt, die Gemeinde bestätigte dies gegenüber dieser Zeitung nie.

Unvorhergesehener Leerstand

Jetzt kommt aber alles eh ganz anders: Wie sich herausstellt, wird die Physiotherapiepraxis, die bislang in den Räumlichkeiten der gerade in der Sanierung befindlichen Oase, dem Familienbad der Gemeinde, untergebracht wird, dort nicht mehr einziehen. Der unvorhergesehene Leerstand mitten in der Umbauphase beschert der Verwaltung nun die Möglichkeit, dort, mitten in Greetsiel, neue Büroräume für die Mitarbeiter der Krummhörn-Touristik einzurichten.

Ein Teil der Mitarbeiter der Touristik, darunter der GmbH-Geschäftsführer Benjamin Buserath, sitzen aktuell noch in Räumen im Rathaus. Es war schon länger der Wunsch, in Greetsiel Platz für alle Mitarbeiter zu finden. „Das haben wir jetzt“, so Looden. Mit dem Auszug der Touristiker aus dem Rathaus werde sich auch das Platzproblem erledigen. „Das neue Rathaus ist schon zu klein gebaut worden“, sagte Looden im August vergangenen Jahres bezüglich des Platzmangels gegenüber dieser Zeitung. 2012 wurde beschlossen, das niedergebrannte Burghotel im Ortskern zu kaufen und auf dessen und einem benachbarten Gärtnereigrundstück ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten. Der Denkmalschutz, so Looden, habe eine größere Lösung damals aber verhindert. Das würde sich jetzt zunehmend bemerkbar machen. Die 35 zur Verfügung stehenden Büros im Rathaus würden angesichts weiterer Einstellungen nicht ausreichen, hieß es damals.

Gespräche mit möglichen Nachmietern

Die Verwaltung sei schon in Verhandlungen mit potentiellen Nachmietern für das Gebäude, um möglichst bald den bereits auf zehn Jahre geschlossenen Mietvertrag abtreten zu können. „Für ein paar Monate werden wir wohl dennoch Miete zahlen müssen“, so Looden. Tatsächlich werden aber keine Mitarbeiter in die ehemalige OLB-Filiale einziehen.

Die Räume in der Oase sollen im Zuge der aktuell laufenden Sanierungsmaßnahmen für die Touristik-Mitarbeiter hergerichtet werden. Schon zuvor war ein Teil der Touristik in der Oase. Bis zum Ende der Arbeiten ist die Tourist-Information allerdings in das benachbarte Friesenhaus (Zur Hauener Hooge 11) gezogen. Dort ist auch die Kurbeitragsstelle der Gemeinde untergebracht. Nach dem Umbau wären dann alle Touristik-Mitarbeiter in Greetsiel, dem touristischen Hauptort der Gemeinde, untergebracht.

Mit dem Umbau kommt auch ein neuer Name

Die Umbauarbeiten an der Oase sollen bis voraussichtlich mindestens August dieses Jahres andauern. Kosten soll alleine die Kernmaßnahme rund 2,8 Millionen Euro. Etwa eine Million davon übernimmt die Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen (N-Bank). Ob es zu einer Steigerung der Gesamtkosten angesichts der aktuellen Situation kommen wird, ist noch unklar. Bis zum Beginn der Pandemie besuchten jährlich etwa 30.000 Gäste das Schwimmbad und 5000 bis 6000 die Sauna.

Mit der Neueröffnung der Oase soll diese allerdings auch einen neuen Namen bekommen. Buserath begründete das in einem Interview mit dieser Zeitung so: „Denken Sie bei Oase an die Küste? Bei Oase denkt man eher an Palmen. Wir wollen einen Namen, der in die Region passt. Wir haben einige Ideen, aber noch nichts Spruchreifes. Es wird auch darum gehen, welche Zielgruppen wir ansprechen und welche Angebote wir machen wollen.“ Hilke Looden, die im Aufsichtsrat der Tourismus-GmbH sitzt, bestätigte dies auf der Jahres-Pressekonferenz. Zu Details wollte sie sich aber nicht äußern.

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