Geflüchtete ziehen um  Mehr als 1600 Ukrainer leben im Landkreis Leer

| | 11.02.2023 14:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Jugendherberge auf Borkum war seit dem Herbst eine Sammelunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine. Foto: Ferber
Die Jugendherberge auf Borkum war seit dem Herbst eine Sammelunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine. Foto: Ferber
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Die ersten Geflüchteten sind aus der Jugendherberge auf Borkum aufs Festland gekommen. Die Ukrainer wollen mehrheitlich Deutsch lernen, um zu arbeiten.

Leer - Die ersten Geflüchteten aus der Ukraine, die bisher in der Jugendherberge auf Borkum untergebracht wurden, sind Ende der vergangenen Woche auf das Festland gekommen. Wie der Leiter des Zentrums für Arbeit, Michael Kläsener, im Ausschuss für Arbeit und Soziales sagte, wurde in den Städten und Gemeinden bereits Wohnraum für sie akquiriert.

Zuletzt befanden sich 164 Geflüchtete, darunter viele Frauen mit Kindern, auf Borkum. Jedoch leben bereits jetzt 515 Ukrainer in Leer, 135 in Westrhauderfehn sowie 228 in Moormerland, wo es noch eine Sammelunterkunft in einem ehemaligen Hotel gibt. Insgesamt leben 1593 Geflüchtete in Bedarfsgemeinschaften im Landkreis Leer – aber laut Kläsener sind es wohl noch mehr, da nicht alle Sozialleistungen beantragt haben. Weitere 149 erhalten Grundsicherung, weil sie nicht in Arbeit vermittelbar oder Asylbewerber sind.

Großes Interesse an Integration

Nach wie vor wird versucht, die Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit zu vermitteln. Deren Interesse an Informationsveranstaltungen zu Integrations- und Sprachkursen sei groß, so Kläsener, die entsprechenden Angebote seien von 95 Prozent der Geflüchteten angenommen worden. Es habe zudem eine Veranstaltung zur Beschäftigung im Gesundheitswesen mit 40 Teilnehmenden gegeben, eine weitere zur Elektro-, Metall- oder Logistikbranche sei geplant.

Für 77 Geflüchtete sei die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen gelungen, außerdem 32 in geringfügige Beschäftigungen, zum Teil parallel zur Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen. Es haben sich laut Kläsener inzwischen 266 erwerbsfähige Erwachsene und 62 Kinder unter 15 Jahren wieder abgemeldet: Sie haben entweder Arbeit gefunden, sind in die Ukraine zurückgekehrt oder in andere Landkreise umgezogen. Bei einigen hat sich herausgestellt, dass sie nicht erwerbsfähig sind.

Neuer Erlass vom Land

Wie Dezernentin Karin Scheffermann sagt, gibt es für Niedersachsen einen neuen Erlass zur Verteilquote von Geflüchteten. „Es gibt aber keine neue Quote“, so Scheffermann. Die Zuweisung erfolge „sprunghaft“, da die Menschen nicht permanent aus der Ukraine abreisen, sondern es nach Kriegshandlungen mitunter zu verstärkter Ausreise kommt. Neben den Geflüchteten aus der Ukraine kommen nach wie vor Menschen aus anderen Ländern im Landkreis Leer an, zum Beispiel aus Afghanistan.

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